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München/London - Ein berühmter Name kann eine große Bürde sein. So manch aufstrebender Nachwuchssportler ist daran schon zerbrochen. Nicht so Chris Eubank jr. 

Der älteste Spross des früheren Box-Weltmeisters Chris Eubank geht seinen Weg unbeirrt, zielstrebig und erfolgreich. Am 17. Februar (ab 20 Uhr live auf ranFIGHTING.de) kämpft der 28-Jährige im Halbfinale der Ali Trophy gegen George Groves nicht nur um den Finaleinzug, sondern auch um den nächsten Gürtel. Trotzdem: Eubank Jr. ist dabei immer an der kurzen Leine seines Vaters.

Den ersten Weltmeistertitel hat er bereits in der Tasche. Im Februar 2017 holte sich der 27-Jährige den IBO-Gürtel im Supermittelgewicht. Im Mittelgewicht war er vor zwei Jahren schon einmal Interims-Champion, besiegte damals unter anderem Sturm-Bezwinger Fedor Chudinov.

Vater überwacht die Karriere

Um die Fußstapfen des prominenten Vaters komplett auszufüllen, reichen die Erfolge bislang freilich nicht. Die IBO gehört nicht zu den vier führenden Boxverbänden.

Doch Eubank senior überwacht die Karriere des Sohnes mit Argusaugen. Erfolg ist planbar, davon ist er überzeugt. Sein Verhalten erinnert dabei ein wenig an das über-ehrgeiziger Tennis-Eltern aus den 90ern, die ihren Kindern kaum Luft zum Atmen ließen. Wo Junior auftaucht, ist sein Vater nicht weit.

Bei Interviews fällt der Senior dem Junior auch schon mal ins Wort. Chris jr. scheint damit jedoch kein Problem zu haben. "Viele sagen, mein Vater sollte sich etwas zurückhalten. Aber die haben keine Ahnung von unserem Sport. Sie verstehen nicht, wie grausam der Boxsport sein kann. Ich bin froh, dass ich ihn um mich habe", hatte der 28-Jährige einmal gesagt. 

Eubank jr. untrainierbar?

Promoter und Trainer haben es schwer mit dem exzentrischen Eubank-Doppelpack. Ob Matchroom-Boss Eddie Hearn oder Star-Coach Adam Booth, der immerhin Bad Boy David Haye zum Weltmeister gemacht hatte, warfen nach kürzester Zeit entnervt das Handtuch. 

"Nur ein alter Hengst kann einen jungen trainieren. Wenn du selbst kein Hengst bist, kannst du sie nicht im Zaum halten, weil sie einfach zu wild sind", so Eubank seniors lapidare Erklärung. Er selbst alias "Simply the Best" sei sowieso der beste Ratgeber seines Sohnes.

Geschichte wiederholt sich

Es ist noch nicht lange her, da war dieser Rat besonders gefragt. Im Kampf um den britischen Titel hatte Junior seinen Landsmann Nick Blackwell übel verprügelt. Blackwell musste anschließend wegen einer Hirnblutung ins künstliche Koma versetzt werden. Ein Deja Vu. Schon vor vielen Jahren hatte sich Vater Eubank in einer ganz ähnliche Situation befunden.

1991 hatte Eubank senior Michael Watson nach hartem Kampf durch technischen K. o. in der letzten Runde niedergerungen. Watson brach noch im Ring zusammen, fiel ins Koma. Sechs Gehirnoperationen waren nötig, um sein Leben zu retten.

Blackwell-Schock überwunden

Eubank war danach nach eigenen Aussagen nie wieder derselbe. Zwar blieb er noch vier Jahre lang Weltmeister, Siege durch Knockout gab es aber kaum noch. 

Junior scheint den Vorfall mit Blackwell besser überwunden zu haben. Er gewann seitdem vier Kämpfe in Folge, darunter auch den Fight gegen Arthur Abraham im vergangenen Juli. Mit dem Sieg qualifizierte er sich für die lukrative Ali Trophy, mit der er mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen kann: Viel Geld verdienen, das Turnier ist mit 50 Millionen Dollar dotiert. Daneben kann er einen weitaus bedeutenderen Gürtel gewinnen und sich dadurch in die höheren Sphären seines Vaters katapultieren. Gegen Groves geht es um den WBA-Gürtel.

"Mein Sohn ist die bessere Version von mir", hatte Eubank Sr. beim großen Draft gedroht, als er für einen Sohn Viertelfinal-Gegner Avni Yildirim aussuchte. Den Türken besiegte der Filius ohne Probleme, nun wartet beim Superfight gegen Landsmann George Groves aber ein anderes Kaliber. Dann kann Eubank Jr. beweisen, ob er tatsächlichn auf den Spuren seines Vaters ist.

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