Nick Hannig (Mi.) mit Vater/Trainer Andreas Hannig (re.)Nick Hannig (Mi.) mit Vater/Trainer Andreas Hannig (re.) ©

München – Gegen den Kanadier Ryan Ford, der das dreifache an Kampferfahrung mitbringt, geht es um den WBC International Titel im Halbschwergewicht! Das Vater-Sohn-Gespann um Trainer(-Vater) Andreas und Nick Hannig stand trotz straffer Vorbereitungsphase im Interview Rede und Antwort.

Nick, noch gut 5 Tage und du wirst in der Berliner Verti Music Hall als Lokalmatador im Rampenlicht stehen. Macht sich langsam Nervosität breit?

Nick Hannig: Die Nervosität steigt, ja. Alles andere wäre gelogen. Da ich aber bereits über 100 Kämpfe hinter mir habe, stört mich das nicht mehr. Die Nervosität ist bei mir nur dafür da, die Konzentration auf das Wesentliche zu lenken. Und das ist für mich am 09.02. in Berlin einen weiteren Schritt zu machen und nachzuweisen, dass ich mein Potential auch im Profibereich habe und zur Weltspitze gehören kann.

Du wurdest erst im Alter von 31 Jahren Profiboxer. Davor warst du erfolgreicher Amateur, hast in der Nationalmannschaft sowie Bundesliga geboxt und mehrmals den Titel des Deutschen Meisters geholt. Warum hast du den Schritt ins Profibusiness erst so spät gewagt?

Nick Hannig: Ich finde nicht, dass ich den Schritt sehr spät gewagt habe. Vielmehr finde ich, dass es der richtige Zeitpunkt ist. Ich habe mich als Amateur entwickelt. Habe meine Erfahrungen gesammelt. Sowohl sportlich als auch beruflich. Ich habe mir neben dem Amateurboxen eine selbstständige Existenz aufgebaut und versuche nun mit der wirtschaftlichen Sicherheit im Rücken sportlich auf mich aufmerksam zu machen. Nach 100 Amateurkämpfen, was mein Ziel war mindestens zusammen zu boxen, bin ich nun Profi geworden. Sehr dankbar bin ich in diesem Zusammenhang meinem Freund und Profiboxer, Stefan Härtel. Er hatte mir vor gut drei Jahren den Kontakt zu seinem Management, Dennis Lindner, vermittelt. Dieser hat mir bereits in den Anfängen meiner noch jungen Profikarriere bereits viele Türe geöffnet und ist maßgeblich daran beteiligt, dass ich bereits im siebten Profikampf das machen kann, was wir nun vorhaben...

Jetzt bist du 32, hast sechs erfolgreiche Profikämpfe hinter dir und wirst im siebten Ringeinsatz bereits um einen internationalen Titel des hochangesehenen WBC boxen. Was bedeutet dir das?

Nick Hannig: Wie schon gesagt, das kommt alles sehr schnell und ich bin bereit dafür. Ich versuche am Samstag Ryan Ford zu zeigen, dass man sich auch mit sechs Profikämpfen nicht verstecken muss.

Wie schätzt du deinen Kontrahenten Ryan Ford ein?

Nick Hannig: Ich denke, dass er auch alles in seiner Vorbereitung gemacht hat, um am Samstag erfolgreich sein zu können. Ich hoffe auf einen spannenden Kampf. Wenn ich mein Potential abrufen kann, werden meine Stärken überwiegen.

Andreas, Nicks Gegner am Samstag stand bisher 18-mal im Ring und unterlag nur Boxern aus der Weltspitze. Er ist zudem Titelkampf-erprobt und ging schon mehrfach über zwölf Runden. Nicks längster Kampf dauerte bisher acht Runden. Was habt ihr in der Vorbereitung anders gemacht, um euch auf eventuell vier weitere Runden einzustellen?

Andreas Hannig: Wir haben eine Schippe draufgelegt und auch das Sparring erhöht, verlängert und intensiviert. Auch die Kraft-Ausdauerprogramme haben wir entsprechend der Rundenanzahl angepasst. Die letzten beiden Gegner haben wir in Zusammenarbeit mit unserem Management bereits auf die Weltspitze vorbereitet. Darunter waren sowohl ein in sieben Kämpfen ungeschlagener Engländer und ein in Titelkämpfen erfahrener Argentinier, der 20 seiner 24 Siege auch durch K.o. eingefahren hat.

Am Wochenende wart ihr bei den Eisbären Berlin zu Gast. In der ersten Drittel-Pause konntest du vor ausverkauftem Haus und damit knapp 18.000 Leuten sprechen. Wie fühlt sich das an, im Mittelpunkt einer riesigen Menschenmenge zu stehen?

Nick Hannig: Ich bin dankbar für die Möglichkeit, meinen Sport in der ausverkauften Mercedes Benz Arena mit einem Interview präsentiert haben zu dürfen. Ich habe es für mich als ersten Stimmungstest genutzt und würde mich freuen, auch einmal die Zuschauer so zu begeistern und vor so einer riesigen Kulisse zu boxen.

Ryan Ford postet seit einigen Tagen in den sozialen Medien immer Videos vom Training und sagt, dass er in der Verfassung seines Lebens und bereit für den Fight am Wochenende wäre. Lässt du dich davon beeindrucken?

Nick Hannig: Ich habe mich die letzten sieben Wochen ausschließlich um mich gekümmert. Wir haben zwar auch die Kämpfe von Ryan Ford analysiert, aktuelle Social Media Sachen habe ich mir aber nicht angeschaut.

Andreas: Wir gehen davon aus, dass Herr Ford voll motiviert und austrainiert nach Berlin kommt. Wir lassen uns, obwohl wir die Außenseiter sind, nicht die Butter vom Brot nehmen. Wir sind selbst hoch motiviert und möchten unsererseits am 09.02. für eine Überraschung sorgen und den Titel mit auf der Stadtautobahn nach Königs Wusterhausen nehmen.

Wie lief eure Vorbereitung bisher? Bist du bereit für maximal zwölf Runden und was ist euer "Game Plan"?

Nick Hannig: Die Vorbereitung lief ohne Probleme. Wir hatten sieben Sparringspartner, die mich auf Ryan Ford eingestellt haben. Der Rest wird sich am Samstag zeigen

Andreas Hannig: Die Vorbereitung lief wie immer. Wir haben das Programm intensiviert und alle boxerischen Möglichkeiten trainiert und im Training erprobt. Auch wenn das Halbschwergewicht nicht die angestammte Gewichtsklasse ist, denken wir, dass wir Ryan Ford physisch und auch in Bereichen wie Schnelligkeit und Explosivität überlegen sein werden.

Andreas, du bist nicht nur Nicks Trainer, sondern auch dessen Vater. Wie beurteilst du die bisherige Entwicklung deines Sohnes als Boxprofi? Hättet ihr jemals gedacht, dass Nick nicht nur einen Rekord für den schnellsten K.o. halten, sondern auch so schnell um einen Titel boxen wird? Wie angespannt bist du?

Andreas Hannig: Angespannt bin ich nicht. Ich denke, dass sein Kampfstil bei den Boxinteressenten ankommt. Auch der Vorverkauf der Karten spiegelt die bisherige Karriere wieder. Die Halle war innerhalb der ersten eineinhalb Wochen nach Verkündung des Hauptkämpfers zu 70% gefüllt. Das schürt Erwartungen bei den Fans, die wir aber gern bestätigen wollen. Auch das Management und der Veranstalter haben ihre Hausaufgaben gemacht. Dass der Kampf in mitten der Hauptstadt stattfindet und wir bereits im siebten Kampf Hauptkämpfer sind.... Wir möchten am Samstag vor unserer Haustür der Boxwelt einen spektakulären Kampf zeigen und die Fans begeistern.

Alexander Petkovic ist sehr stolz darauf, dass du bei ihm unterschrieben hast und für deinen neuen Teamkollegen Serge Michel einspringst, der eigentlich gegen Ryan Ford boxen sollte. Er traut dir außerdem zu, dass du der Erste sein könntest, der Ford ausknockt. Wie geht der Kampf also aus?

Nick Hannig: Für Prognosen sind andere zuständig. Ich konzentriere mich auf Samstag. Ob wir Ryan Ford ausknocken oder nicht spielt für mich keine Rolle. Ich möchte für mich und meine Fans am Samstag gewinnen!

Hast du abschließend ein paar Worte, die du noch an deine Fans richten willst?

Nick Hannig: Nach der Vorbereitung bin ich nun auch mit der Sparringsphase fertig und wir sind in der Wettkampfwoche angekommen. Ich bin für Samstag guter Dinge und traue mir den Sieg zu! Ich möchte alle Boxfans und sportbegeisterte mitnehmen und zeigen, egal ob in der Halle oder an den TV-Geräten, dass ich trotz meiner Außenseiterrolle am Samstag den Sieg einfahren kann.

Petko’s FIGHT NIGHT wird kostenlos live und exklusiv auf ran.de sowie ran FIGHTING (auf www.ranFIGHTING.de, mobil oder auf dem Smart-TV via App) übertragen. Außerdem können Zuschauer den Kampfabend auch zeitversetzt über HbbTV verfolgen: Wer einen Smart-TV hat, sieht am Kampfabend einen Hinweis auf die Boxübertragung auf den Sendern SAT.1, kabel eins und ProSieben MAXX. Mit dem Red Button auf der Fernbedienung kann der Zuschauer direkt zum Boxevent wechseln.

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