Es gibt diverse Ladeverfahren für E-Autos. - Bildquelle: imago/Jochen TackEs gibt diverse Ladeverfahren für E-Autos. © imago/Jochen Tack

München – Der Vorgang ist simpel: Sie fahren zu einer Tankstelle, schnappen sich eine Zapfsäule, lassen den Sprit ins Fahrzeug laufen, bezahlen und fahren wieder weg. Fertig. Fünf bis zehn Minuten kann man in der Regel dafür einplanen.

Bei einem Elektroauto sieht das anders aus, denn statt Sprit ist hier Strom als Energiespender gefragt. Und um diesen zu "tanken", gibt es diverse Möglichkeiten. Wir sagen euch, was ihr dabei beachtet solltet.

Lange Wartezeiten möglich

Die Ladedauer ist aktuell einer der größten Kritikpunkte bei den E-Autos. Im Wesentlichen kommt es dabei auf die Ladetechnik des E-Autos, die Akku-Kapazität und die Leistung der Ladestation oder Steckdose an. Je nach verwendeter Variante können die Wartezeiten zwischen 30 Minuten und einem Tag liegen. 

Heimladung mit der Steckdose: Es ist die einfachste Variante, weil man bei der Haushaltssteckdose (230 Volt) im Grunde lediglich ein spezielles Kabel mit einer Steuer- und Schutzeinrichtung benötigt, das die Hersteller in der Regel mitliefern. 

Da die Ladeleistung mit 2,3 Kilowatt pro Stunde aber eher bescheiden ist, wird eine Batterie mit einer Kapazität von 23 Kilowatt rund zehn Stunden benötigen, bis sie aufgeladen ist.

Das bedeutet allerdings auch, dass es durch die Dauer zu einer nicht unerheblichen Wärmeentwicklung kommen kann, denn eigentlich sind die Leitungen für diese großen Strommengen zur Zeit nicht ausgelegt. 

Eine Alternative ist der Starkstrom (400V), für den man ein spezielles Ladekabel benötigt. Je nach Absicherung sind dann bis zu 22 kW pro Stunde möglich.

In jedem Fall, auch bei neueren Häusern, ist vor dem E-Auto-Kauf ein Check durch einen Elektriker ratsam, um Risiken wie Überhitzungen oder eine Überlastung des Stromnetzes auszuschließen. Generell sollte das Laden an der haushaltsüblichen Steckdose aufgrund der starken Belastung eher Ausnahme denn Regel sein.

Wallbox: Eine gute und sichere Alternative für die eigenen vier Wände ist eine sogenannte Wandladestation (Wallbox). Sie ist die Schnittstelle zwischen dem Stromnetz und dem Ladekabelstecker des Autos und bietet zwischen 3,7 und 22 kW pro Stunde. 

Ein Auto lässt sich daher mit einer Wallbox zwischen zwei bis sechs Stunden aufladen. Es gibt Autobauer, die eigene Modelle anbieten, es gibt aber auch unabhängige Hersteller. 

Die Kosten variieren stark, die reine Anschaffung beginnt bei 500 Euro und kann bis zu mehreren tausend Euro gehen. Die Installation durch einen Fachmann ist mit weiteren Kosten verbunden und reicht von 100 bis 2.000 Euro.

Ladesäulen: Von ihnen gab es in Deutschland Ende 2019 rund 21.100, die Abdeckung soll in den kommenden Jahren sukzessive auf eine Million im Jahr 2030 ausgebaut werden. 

In der Regel liefern sie 22 kW, sind also in etwa so leistungsstark wie eine Wallbox. Daneben gibt es Schnellladesäulen, die 50 kW schaffen. 

Finden kann man sie auf diversen Internetseiten und in Apps. Allerdings gibt es nicht nur Kritik wegen der noch geringen Flächendeckung, sondern auch hinsichtlich der undurchsichtigen Tarife, der stark variierenden Preise und der fehlenden Transparenz.

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