In aller Munde: Elektromobilität. - Bildquelle: imago images/Arnulf HettrichIn aller Munde: Elektromobilität. © imago images/Arnulf Hettrich

München – Elektromobilität hält in Deutschland mehr und mehr Einzug, erfährt immer mehr Akzeptanz. Doch was ist das überhaupt - Elektromobilität? 

Unter Elektromobilität im Sinne des "Nationalen Entwicklungsplans Elektromobilität" (NEP) der Bundesregierung werden alle Straßenfahrzeuge, die von einem Elektromotor angetrieben werden und ihre Energie überwiegend aus dem Stromnetz beziehen, also extern aufladbar sind, zusammengefasst. 

Dazu gehören rein elektrisch betriebene Fahrzeuge, eine Kombination von E-Motor und kleinem Verbrennungsmotor und am Stromnetz aufladbare Hybridfahrzeuge.

Die verschiedenen Fahrzeuge

Es sind aber nicht nur Elektroautos, die die Elektromobilität ausmachen. Sondern auch die Zweiräder wie ein Elektro-Motorrad, Elektroroller und der E-Scooter. Vor allem die Scooter sind ein neues Phänomen, sie haben die Straßenzulassung durch das Bundesverkehrsministerium erst im Sommer erhalten. Sie sind Tretroller mit einem Elektroantrieb. Klein, praktisch und mit einem Klappmechanismus versehen, durch den man sie leicht transportieren kann. Erlaubte Höchstgeschwindigkeit: 20 km/h. 

Elektrofahrräder: Der Anteil an E-Bikes wächst, allerdings gibt es in diesem Bereich Unterschiede. Soll heißen: Elektrofahrrad ist nicht gleich Elektrofahrrad. 

Beim Pedelec ("Pedal Electric Cycle") wird der Fahrer beim Treten in die Pedale von einem Elektromotor mit bis zu 250 Watt unterstützt, maximal 25 km/h sind so möglich, danach schaltet sich der Motor ab. Verkehrsrechtlich ist ein Pedelec ein Fahrrad. 

Daneben gibt es das S-Pedelec, das bis zu 45 km/h unterstützt, dann aber auch schon als Leicht-Mofa gilt, ebenso wie das E-Bike. Beim E-Bike muss nicht selbst in die Pedale getreten werden, bis zu 500 Watt verhelfen zu 20 km/h. 

Segways: Noch so ein Elektrokleinstfahrzeug, wie Segway und Co. offiziell heißen. Zwei Räder, eine Stange mit Lenker zwischen den Rädern und eine Plattform, auf der man durch Gewichtsverlagerung steuert und bremst. Möglich sind damit bis zu 20 km/h.

Elektro-Nutzfahrzeuge: Elektrifiziert werden natürlich auch immer mehr Nutzfahrzeuge wie E-Lastkraftwagen. E-Transporter oder E-Busse.

Der Klimawandel beherrscht seit Monaten die Schlagzeilen. Die Bundesregierung hat sich das Erreichen der Klimaziele auf die Fahnen geschrieben, und Elektromobilität gilt für sie als wichtiger Beitrag, um diese Ziele zu erreichen. Doch es ist noch Luft nach oben, wenn es darum geht, den CO2-Ausstoß deutlich zu senken. Denn die Automobilindustrie steht gleichzeitig vor einem großen Wandel, der wohl nicht von heute auf morgen bewältigt werden kann.

Neues Maßnahmenpaket

Um die Elektromobiltät weiter anzukurbeln, hat die Bundesregierung deshalb ein neues Maßnahmenpaket beschlossen: eine Kaufprämie für Elektroautos (Umweltbonus), den Ausbau der Ladeinfrastruktur und ein Beschaffungsprogramm für die öffentliche Hand.

Denn die Zahlen des internationalen "Automotive Disruption Radar" (ADR) sprechen eine klare Sprache: In den vergangenen zwölf Monaten wurden in Deutschland 35 Prozent mehr E-Autos und Plug-In Hybride verkauft. Aber: E-Autos und Plug-In Hybride machen in Deutschland aktuell gerade mal 2,5 Prozent des Gesamtmarkts aus. 

Das größte Problem ist der Ausbau der Ladeinfrastruktur. Spitzenreiter dabei sind die Niederlande mit durchschnittlich 29,3 Ladestationen je 100 Kilometer Straße. In Deutschland sind es lediglich 1,9. 

Mit den erwähnten Punkten will die Bundesregierung sicherstellen, dass Elektroautos den Durchbruch schaffen. Die konkreten Beschlüsse im Überblick:

Kaufprämien für E-Autos: Die Bundesregierung unterstützt den Kauf von Elektro-Fahrzeugen durch eine Umweltprämie. Die Höhe bemisst sich nach dem Listenpreis des Autos. Auch für Hybrid-Fahrzeuge spendiert der Staat eine Prämie. Alle wichtigen Infos zur Umweltprämie und ihrer genauen Höhe gibt es auf der entsprechenden Seite der Bundesregierung. 

Wichtig zu wissen: Mit dem im Juni 2020 beschlossenen Konjunkturpaket zur Coronakrise gibt es zu den bestehenden Prämien einen weiteren Zuschlag. 

Bis Ende 2021 verdoppelt der Bund seinen Anteil am bestehenden Umweltbonus. Bedeutet: Wer ein reines E-Auto kauft, kann bis zu 9.000 Euro Prämie bekommen, für Plug-in-Hybride sind es bis zu 6.750 Euro.

Hinzu kommt: Um die Konjunktur weiter anzukurbeln, wird die Mehrwertsteuer von 19 auf 16 beziehungsweise von 7 auf 5 Prozent gesenkt. Gibt der Händler die Senkung an den Kunden weiter, wird es zumindest bis zum 31. Dezember 2020 günstiger, denn so lange gilt die Senkung.

Mehr Ladepunkte für E-Autos: Mit einem "Masterplan Ladeinfrastruktur" will die Bundesregierung eine Million öffentliche Ladepunkte schaffen, damit Ende des nächsten Jahrzehnts zehn Millionen E-Autos auf deutschen Straßen fahren und "auftanken" können. Die Automobilbranche hat zugesagt, bis 2022 rund 15.000 öffentliche Ladestationen beizusteuern. Bis 2022 soll die Zahl der öffentlich zugänglichen Ladestationen auf rund 50.000 anwachsen. Derzeit gibt es rund 21.100 solcher Ladestationen für Elektroautos. Laut Klimaschutzplan will die Bundesregierung die Zahl bis 2030 auf eine Million erhöhen. Auch der Bau privater Ladepunkte soll stärker gefördert werden.

Automatisiertes Fahren: Beim automatisierten und vernetzten Fahren soll Deutschland Vorreiter werden. Es sollen zügig innovationsfreundliche rechtliche und technische Rahmenbedingungen geschaffen und automatisierte Fahrfunktionen auf die Straße gebracht werden.

Alternative Antriebe: Die Bundesregierung bereitet eine umfassende Wasserstoffstrategie vor. Sie soll für die zukünftige Mobilität von herausragender Bedeutung sein.

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