Beim Kauf von E-Autos sollte man einige Dinge beachten. - Bildquelle: imago images/localpicBeim Kauf von E-Autos sollte man einige Dinge beachten. © imago images/localpic

München - Die Elektromobilität steckt in Deutschland zu einem gewissen Teil noch in den Kinderschuhen. Doch die Alternative zu den Verbrennerautos hat Fahrt aufgenommen. Der Anteil am Gesamt-Automarkt ist noch ausbaufähig, die Auswahl wird aber größer. Wir haben zusammengestellt, was ihr beim Kauf eines E-Autos beachten solltet.

Informieren: Am Anfang steht der Überblick über den Markt, die Angebote, die Besonderheiten. Die Vielfalt ist noch nicht so groß, allerdings ist für jeden Bedarf etwas dabei, vom Kleinwagen bis zur Nobelklasse. 

Legt am besten vor dem Kauf eine Checkliste an, und notiert alle Fragen, Vorlieben und Voraussetzungen, um anschließend abzuwägen, inwiefern die Anschaffung eines Elektroautos Sinn ergibt.

Akku: Die Batterie ist das Herz eines Elektroautos und sollte deshalb besondere Aufmerksamkeit erfahren. Denn sie bestimmt nicht nur die Reichweite, sondern auch den Preis. 

Heißt: Je länger die mögliche Fahrt mit dem Akku, desto teurer das Vergnügen. Die gute Nachricht: Generell werden die Batterien der E-Autos immer günstiger. Für hohe Anschaffungskosten sorgen sie allerdings immer noch.

Um etwas am Preis zu schrauben, könnt ihr bei manchen Modellen die Akkus teilweise auch mieten oder leasen. Dabei wird das Auto ohne den Energiespeicher gekauft, für die Nutzung des Akkus wird stattdessen eine monatliche Miete gezahlt, die von Faktoren wie Mietdauer und Kilometerleistung abhängt. Wird die Laufleistung überschritten, werden allerdings Gebühren fällig.

Der große Vorteil: Bei einem Defekt wird der außerhalb der Garantie teure Austausch kostenlos vorgenommen. Die Regeldauer der Garantie beträgt meist fünf bis acht Jahre beziehungsweise bis zu 160.000 Kilometer Laufleistung.

Reichweite: Was unmittelbar mit dem Akku zusammenhängt, ist die Reichweite des Autos. Es gilt also abzuwägen, wie weit man mit seinem E-Auto fahren will und muss. Generell schaffen die Stromer zwischen 100 und 500 Kilometern, wobei der Regelfall zwischen 150 und 200 Kilometer liegt und alles darüber natürlich auch automatisch den Preis in die Höhe treibt. Zum Vergleich: Geht man nach der Statistik, legt ein Pkw in Deutschland rund 40 Kilometer am Tag zurück.

Für die Ermittlung der Reichweite gibt es kein einheitliches Messverfahren, sondern aktuell drei verschiedene: NEFZ (Neue Europäische Fahrzyklus), WLTP (Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure) und EPA (Environmental Protection Agency). Der Realität am nächsten kommt wohl der neu eingeführte WLTP-Wert. 

Wichtig: Die angegebenen Werte der Hersteller sind von der Realität meist weit entfernt, und sie ist von Autofahrer zu Autofahrer sowieso anders und hängt von Faktoren wie Fahrstil oder geografischen Bedingungen ab. Ein eigener Praxistest ist deshalb die beste Form der Reichweitenermittlung.

Was man beim Kauf auch nicht vergessen darf: Es gehört zur Natur einer Batterie, dass diese mit der Zeit ihre Kapazität verringert, weshalb man im Zweifel lieber zu einer größeren Variante greifen sollte. 

Ladeart: Was bei einem Kauf eines E-Autos nicht fehlen darf: Erkundigen Sie sich nach der Infrastruktur der Ladestationen, denn angesichts der aktuell noch eher geringen Reichweiten ist es wichtig, dass ihr fürs Aufladen möglichst viele Ladestationen in eurer Nähe habt. 

Aktuell gibt es in Deutschland rund 17.000 Ladestationen. Das Aufladen ist auch Zuhause möglich, aber auch darauf solltet ihr vorbereitet sein.  

So schlägt die Installation einer Wallbox als Starkstromanschluss für E-Autos zum Beispiel mit 1.000 bis 2.000 Euro zu Buche. Auch die normale Steckdose ist eine Alternative, diese Variante sollte aufgrund der langen Dauer und der Belastung des Anschlusses nur eine Ausnahme sein. Ideal: Eine kostenlose Ladestation am Arbeitsplatz.

Kosten: Stromer sind in der reinen Anschaffung im Vergleich zu ihren Verbrenner-Kollegen ein gutes Stück teurer, was wie erwähnt zum Beispiel am Akku liegt. Dafür fallen die Wartungs- und Betriebskosten eines E-Autos deutlich geringer aus, da es einige Verschleißteile wie Zahnriemen oder Kupplung nicht gibt beziehungsweise der Verschleiß des Motors oder der Bremsen geringer ist. Auch die Inspektion ist günstiger.

Außerdem gibt es einige Spar-Möglichkeiten wie Kaufprämien der Bundesregierung (Alle wichtigen Infos zur Umweltprämie und ihrer genauen Höhe gibt es auf der entsprechenden Seite der Bundesregierung), Prämien der Hersteller oder Steuervorteile, über die ihr euch vorher informieren solltet. Außerdem lohnt es sich, wenn ihr die Kfz-Versicherungen vergleicht, auch dort lässt sich sparen. Wir haben hier zusammengefasst, wie man beim Kauf eines E-Autos Geld sparen kann.

Wichtig zu wissen: Mit dem im Juni 2020 beschlossenen Konjunkturpaket zur Coronakrise gibt es zu den bestehenden Prämien einen weiteren Zuschlag. 

Bis Ende 2021 verdoppelt der Bund seinen Anteil am bestehenden Umweltbonus. Bedeutet: Wer ein reines E-Auto kauft, kann bis zu 9.000 Euro Prämie bekommen, für Plug-in-Hybride sind es bis zu 6.750 Euro.

Hinzu kommt: Um die Konjunktur weiter anzukurbeln, wird die Mehrwertsteuer von 19 auf 16 beziehungsweise von 7 auf 5 Prozent gesenkt. Gibt der Händler die Senkung an den Kunden weiter, wird es zumindest bis zum 31. Dezember 2020 günstiger, denn so lange gilt die Senkung.

Wertverlust: Zum Autokauf gehört auch immer der absolute Wertverlust. Heißt: Wie viel vom Kaufpreis noch übrig bleibt, wenn man das Auto wieder verkauft. Bislang war der Verlust, vor allem bei den Stromern der ersten Generation, recht hoch, was an diversen Faktoren wie dem hohen Kaufpreis, der Batterie und der Reichweite lag.

Die Weiterentwicklung der Batterien und die Steigerung der Nachfrage sorgen dafür, dass die Elektroautos heute wertstabiler geworden sind. Doch wie bei Autos mit Verbrennungsmotoren, gibt es auch bei den Stromern unterschiedliche Wertentwicklungen je nach Modell.

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