Savchenko und Szolkowy gewannen 2012 nur knapp - Bildquelle: AFPSIDKAZUHIRO NOGISavchenko und Szolkowy gewannen 2012 nur knapp © AFPSIDKAZUHIRO NOGI

Hamburg (SID) - Als die knappste WM-Entscheidung der Paarlauf-Geschichte zugunsten von Aljona Savchenko und Robin Szolkowy ausgefallen war, konnte der Chemnitzer über seinen außergewöhnlichen Patzer schon wieder lächeln. "Es war wie eine Fahrt mit Vollgas in eine Einbahnstraße", sagte der zweimalige Olympiadritte mit einem Glas Champagner in der Hand.

Mit schier lächerlichen 0,11 Punkten Vorsprung auf die Europameister Tatjana Wolososchar und Maxim Trankow aus Russland holten sich die beiden Sachsen ihren vierten Weltmeistertitel und schrieben deutsche Eiskunstlauf-Geschichte. Sie egalisierten die Bestmarke von Maxi Herber und Ernst Baier, die zwischen 1936 und 1939 viermal in Serie WM-Gold gewannen.

Dass es derart eng wurde bei den Welttitelkämpfen im Palais des Congres in Nizza 2012 war einem Anfängerfehler Szolkowys geschuldet, der zur Paarlauf-Pirouette mit dem falschen Bein ansetzte. Nur weil es trotzdem zum Sieg reichte, hielt sich die Verärgerung von Trainer Ingo Steuer in Grenzen. Ungewohnt milde sprach der Coach von einem "Fuselfehler".

Der gemeinsame Triumph in der mondänen Hafenstadt sollte der letzte große Sieg des Duos in Harmonie bleiben. Zwei Jahre später reichte es bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi wie schon vier Jahre zuvor in Vancouver nur zur Bronzemedaille.

Wenige Wochen danach holte das Paar, das längst nur noch eine reine Zweckgemeinschaft war, im japanischen Saitama das fünfte WM-Gold. Für Szolkowy war es das Ende der Karriere, Savchenko startete wenige Monate später mit ihrem neuen Partner Bruno Massot durch.

Und feierte 2018 in Pyeongchang im fünften Anlauf an der Seite des gebürtigen Franzosen den ersehnten Olympiasieg. Ihr Ex-Partner Robin Szolkowy wurde indirekt Vierter - als Betreuer der zweimaligen russischen Europameister Jewgenija Tarasowa und Wladimir Morosow.