Moritz Geisreiter ist seit 2018 Athletensprecher - Bildquelle: PXATHLONPXATHLONSIDMoritz Geisreiter ist seit 2018 Athletensprecher © PXATHLONPXATHLONSID

Berlin - Athletensprecher Moritz Geisreiter hat seine Zweifel an der Eignung von Claudia Pechsteins Lebensgefährten Matthias Große für das Präsidenten-Amt der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) erneuert. "Ich halte Matthias Große noch immer nicht für einen geeigneten DESG-Präsidenten", sagte Geisreiter dem "SID" am Freitag.

Er sehe wegen der Nähe zu Pechstein die Gefahr eines "Interessenkonflikts", sollte Große plötzlich für den ganzen Verband sprechen sollen: "Zudem hat er die Sportart Shorttrack nicht ausreichend auf dem Schirm."

Große trifft sich am kommenden Sonntag in Berlin mit dem verbliebenen DESG-Vize-Präsidenten Uwe Rietzke und Dieter Wallisch. Dabei will er auf Fragen zu seinem Konzept zur Rettung der finanziell angeschlagenen DESG eingehen.

Unterstützung von Olympiasiegerin Niemann-Stirnemann

Unterstützung hatte Große zuletzt von Olympiasiegerin Gunda Niemann-Stirnemann erhalten. "Er kennt die Situation des Verbandes, hat ein Team hinter sich und will Sponsorengelder mitbringen. Das müssen die Verantwortlichen natürlich prüfen", sagte sie der Berliner Morgenpost. Auch Wallisch stellte sich hinter Große: "Ich favorisiere ihn."

Geisreiter bleibt skeptisch. "Ich sehe eine Gefahr darin, dass Matthias Große jetzt der eine ist, der vorprescht, der auf den Tisch haut und laut brüllen kann. Er stellt sich in den Vordergrund und sagt, er könne den Karren aus dem Dreck ziehen", sagte Geisreiter. 

Als Alternativ-Kandidaten nannte der 32-Jährige namentlich Frank Bornschein und Lutz Michel, die sich im "Zukunftsgremium: DESG - gemeinsam retten" engagieren. Dieses stünde für eine "viel leisere", aber "durchdachtere Lösung".

Geisreiters kritische Haltung fußt nach eigenen Angaben auch auf Rückmeldungen, die er in der Vergangenheit aus Athletenkreisen erhalten hat. "Es ist Fakt und gehört zu meinem persönlichen Bild, das ich von ihm habe, dass ihn einige Sportler in der Vergangenheit als bedrohlich wahrgenommen haben", sagte Geisreiter: "Wenn mir nur einige Sportler das rückmelden, reicht mir das, um zu dem Schluss zu kommen, dass ich ihm nicht zutraue, einend als Präsident aufzutreten. Ich glaube, er würde eher einschüchternd auf einige wirken."

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