Sicherte sich EM-Bronze: Joel Dufter - Bildquelle: AFPSIDRoberto SCHMIDTSicherte sich EM-Bronze: Joel Dufter © AFPSIDRoberto SCHMIDT

Heerenveen (SID) - Sprinter Joel Dufter hat nach der öffentlichen Auseinandersetzung mit dem Präsidium der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) eine Reaktion auf dem Eis folgen lassen. Bei der EM in Heerenveen überzeugte der 25-Jährige aus Inzell am Wochenende mit konstant guten Leistungen und belohnte sich mit der Bronzemedaille.

Dufter kam nach je zwei Läufen über 500 m (34,79 Sekunden/35,23) und 1000 m (1:08,57 Minuten/1:08,93) auf 138,770 Punkte. Der Titel ging an den Niederländer Thomas Krol (137,955) vor dessen Landsmann Hein Otterspeer (138,645). Bei den Frauen siegte Jutta Leerdam (Niederlande/149,385 Punkte), Katja Franzen (Inzell/155,790) wurde Zehnte.

Der zweite deutsche Top-Läufer Nico Ihle stürzte beim zweiten 500-m-Rennen in der zweiten Kurve und konnte über die anschließenden 1000 m nicht mehr antreten. Der Chemnitzer hatte sichtlich Schmerzen und musste behandelt werden.

Olympiastarter Dufter und drei andere Läufer aus der Kernmannschaft der Sprinter hatten am vergangenen Montag Missstände im Verband unter der neuen Führung um Präsident Matthias Große angeprangert. Es werde nicht im Sinne der Sportler entschieden, sondern nach Eigeninteressen. "Persönliche Differenzen und Machtbestrebungen Einzelner stehen über allem", so einer der Vorwürfe.

Viele Athleten der DESG seien momentan "sehr unzufrieden" mit der Situation, in der sie sich individuell befänden. Insbesondere die nicht vollzogene Vertragsverlängerung zum Jahresende mit dem langjährigen Coach Danny Leger sorgte für Unmut.

Große reagierte verärgert und kündigte "Konsequenzen" an. Das Präsidium werde adäquat der Satzung reagieren. Am 22. Januar will Große zudem gemeinsam mit der Generalbevollmächtigten Nadine Seidenglanz "ausführlich" über diverse Themen informieren, darunter die Neubesetzung der Trainerpositionen, das neue sportliche Konzept sowie die Neuausrichtung des Verbandes.

Neben der Sprint-EM fand in der niederländischen Eisschnelllauf-Hochburg Heerenveen am Wochenende auch die Allround-EM statt. Dabei setzte sich Patrick Roest durch. Bei den Frauen siegte Antoinette de Jong (beide Niederlande). Die deutschen Starter hatten mit der Entscheidung nichts zu tun.

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