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Frankfurt am Main - "Fußball gehört auf den grünen Rasen und hat mit anderen Dingen, die computermäßig sind, nichts zu tun" - dieses Zitat stammt von DFB-Präsident Reinhard Grindel. Der 57-Jährige hatte Anfang März noch erklärt, es sei "eine absolute Verarmung", dass immer mehr Jugendliche lieber zum Controller als zu Fußballschuhen greifen.

Nun hat sich die Meinung beim DFB, auch aufgrund der weiterhin sinkenden Mitgliederzahlen im Jugendbereich, offenbar geändert: Der Verband hat konkrete eSport-Pläne, die im nächsten Jahr umgesetzt werden könnten. Ein Sinneswandel, der die eSport-Förderung in Deutschland weiter vorantreiben würde.

"eSoccer" bald mit Ligasystem

Beim Deutschen Fußball-Bund ist man sich einig, dass sämtliche eSport-Bemühungen nur dem "eSoccer", also virtuellen Fußballsimulationen wie FIFA und Pro Evolution Soccer, gelten werden. Populäre Titel wie Counter-Strike: Global Offensive, League of Legends oder Dota 2 haben schließlich nichts mit Fußball zu tun und bleiben daher außen vor.

In Deutschland gibt es natürlich bereits zahlreiche Turniere in FIFA und PES, an denen unter anderem Spieler teilnehmen, die bei Bundesliga-Vereinen unter Vertrag stehen. Auf diesen Zug will der DFB nun ebenfalls aufspringen und ein eigenes Ligasystem für den virtuellen Fußball in Deutschland entwickeln.

Wie die "Sport Bild" berichtet, sollen die Spieler auf dem Weg zur virtuellen Fußballmeisterschaft ihre Matches erst auf Landes-, später auf Regional- und zuletzt auf Bundesebene bestreiten.

Was sagt Reinhard Grindel dazu? Der DFB-Präsident steht dem eSport schon offener gegenüber als noch vor ein paar Monaten: "Früher haben Fußballer im Vereinsheim Karten gespielt. Warum sollen sie sich [...] nicht auch auf der Konsole messen?" Als richtigen Sport sieht der 57-Jährige den virtuellen Fußball also weiterhin nicht an.

Umsetzung ab Herbst 2019

Auch ohne weitere Zugeständnisse des Präsidenten ist es wahrscheinlich, dass der eSport schon bald Einzug in die DFB-Satzung erhält. Das ist notwendig, um die eSoccer-Pläne verwirklichen zu können.

Das bedeutet aber auch, dass die Umsetzung des Konzeptes frühestens nach dem nächsten DFB-Bundestag beginnen kann, der Ende September 2019 stattfindet. Sollte die Satzungsänderung dort beschlossen werden, würde dies grünes Licht für die eSoccer-Ligen bedeuten.

Dass die Abstimmung positiv ausfallen wird, gilt als wahrscheinlich. Ein Grund für den Optimismus: DFB-Vizepräsident Rainer Koch hat den eSport schon im Mai in der Satzung des Süddeutschen Verbandes verankert und dabei auch selbst eine Runde FIFA gezockt.

Eine große Frage, die die eSoccer-Szene jährlich in zwei Lager spaltet, ist allerdings noch offen: FIFA oder PES?

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