München - Madden und Football sind sehr komplex, deswegen ist es sehr schwer, aus dem potentiell großen Haufen von Tipps und Strategien generelle und allgemein gültige Tipps auszuwählen, die für dich wirklich hilfreich und wichtig sind, um dein Spiel zu verbessern. Selber mal real auf dem Feld gespielt zu haben, bringt einen enormen Vorteil mit sich. Der beste Tipp, schon als kleines Kind damit anzufangen - wie ich, der mit Football und Madden aufgewachsen ist -  kommt wohl für die meisten zu spät.

Dies hat mir aber dazu verholfen auch noch nach über zehn Jahren erneut einen solchen Turniersieg abzustauben, ohne wirkliches Extra-Training. Ich kann mir vorstellen, dass später der Einstieg in dieses komplexe Spiel sehr aufwendig sein kann. Hast du den Einstieg aber mal geschafft und viel über die Sportart und das Spiel gelernt, wird deine strategische Faszination, die Football und Madden mit sich bringt, enorm sein.

Aber keine Sorge, irgendwann wirst du einfach "drinnen" sein. Deswegen will ich versuchen, dir auf deinem Weg dahin etwas mitzugeben. Ich habe mich entschieden, auf einen einzigen großen Punkt einzugehen, dafür aber detaillierter. Dieser ist entscheidend, um in der Defense erfolgreicher zu spielen: den manuell gesteuerten Spieler (User) in der Defense. Ich schneide dabei aber auch andere kleine Themen an.

Darum ist der Defensive User in Madden so wichtig

Die Defense im Finale der German Madden Masters war von beiden Finalisten stark und am Ende einer der wichtigsten Faktoren in den Duellen. Fast so wie im Super Bowl in diesem Jahr. In der Defense in Madden war es schon immer essentiell, einen Spieler manuell zu steuern (Usern), mit dem du den größten Einfluss auf einen Spielzug nehmen kannst. Dabei sollte darauf geachtet werden, einen Spieler auf dem Feld auszuwählen, mit dem du mehr Einfluss auf das Spiel nehmen kannst, als die KI (CPU) es kann. Simulationsfans war der User aber schon immer ein kleiner Dorn im Auge, denn die Vogelperspektive, wie du sie im Spiel hast, hat kein Spieler in der NFL.

Den Vorteil kannst und solltest du dir in Madden unbedingt zunutze machen. Bist du extrem stark auf Realismus aus, kannst du die Kameraperspektive aber auch so ändern, dass du einen Spieler in der Third-Person-Perspektive steuerst. Das empfehle ich dir aber nicht, um im Wettbewerb Madden zu spielen. In Madden fehlt der zusätzliche Coach von der Seitenlinie oder die Crew auf der Tribüne, denn du bist alles gleichzeitig. Ich sehe die Vogelperspektive also als Ausgleich für die fehlende Hilfe von der Seitenlinie an, auch mit dem realistischen Simulationsgedanken im Hintergrund.

Der User ist oft ein entscheidendes Kriterium dafür, wie ein Spiel am Ende ausgeht. Im letzten wichtigen Offense-Spielzug der Falcons bei den German Masters 2019 war es Brandon King als User von den Patriots, der beim 4th-and-Goal den spielentscheidenden Tackle gesetzt hat. Deswegen zeige ich euch insgesamt acht Sektionen zum User in der Defense für Madden NFL 19.

Übersicht

#1 Einen Defensive-Line-Spieler steuern (und warum du das nur in Ausnahmefällen machen solltest)
#2 Einen Linebacker steuern
#3 Einen Defensive Back steuern
#4 Wichtige Eigenschaften an einen Spieler als User
#5 Gute Spielzüge zum Einstieg, um das Usern eines Spielers zu üben
#6 Einstellungen und Richtungswechsel mit dem User
#7 Run Defense und Run-Fits des Users
#8 Nicht immer denselben Spieler auf dem Feld auswählen

Solltest du dazu oder andere Fragen zu Madden haben, kannst du mir gerne eine E-Mail an madden.neo88@gmail.com schreiben.
Falls du mehr Tipps willst, schreibe mir auch eine E-Mail, dass ich dich auf meine Mailingliste setzen soll. Falls ich mehr Tipps habe, schicke ich die dann immer an diese Liste. Oder trete diesem Discord bei, denn dort soll eine kleine Community für deutschsprachige Spieler zum Austauschen von Tipps & Strategien entstehen: https://discord.gg/apjceTw

#1 Einen Defensive-Line-Spieler steuern 

Gewöhnlich beginnen Anfänger damit, einen Spieler aus der Defensive Line (DL) zu usern. Einen Defensive Liner solltest du aber wirklich nur in der ersten Kennenlernphase von Madden und in ganz wenigen Ausnahmen steuern. Der Grund, warum viele einen DL-Spieler auswählen, ist wohl das sichere Gefühl hier weniger Fehler machen zu können, als mit einem Spieler im Mid- oder Backfield, der einer bestimmten Zone oder anderen wichtigen Verantwortungen zugewiesen ist.

Eine Ausnahme wäre unter anderem ein bestimmter Blitz, bei dem du am besten einen schnellen Defensive End (DE) auf Defensive Tackle (DT) stellst und dieser idealerweise die DL 3-Technique spielt. Manuell gesteuert lässt sich dann sowas wie der "Pirate Stunt" durchführen. Eine weitere Ausnahme wäre zum Beispiel, wenn ich dem Gegner eine "Falle" stellen und bestimmte Routen "jumpen" möchte, wie eine Table- oder Angle-Route vom Running Back (RB). Für beides eignet sich zum Beispiel DE Vic Beasley von den Atlanta Falcons sehr gut, wenn er auf DT gestellt wird. Zum "Routen jumpen" wird der Blitz beispielsweise kurz angetäuscht und danach versucht, schnell zwischen den Passempfänger und Quarterback (QB) zu kommen.

In den meisten anderen Fällen, wirst du aber mit einem DLer am wenigsten Einfluss darauf haben, einen Spielzug der Offense stoppen zu können, weshalb ich davon abrate. Der Pass Rush der KI ist gut genug und du wirst meist keinen viel größeren Einfluss auf das Spiel nehmen können, als die KI es ohnehin schon hat. Du solltest also schnell versuchen mit deinem User mindestens ein Level in der Defense nach hinten zu gehen.

#2 Einen Linebacker steuern

Im Grunde spielen die meisten etwas fortgeschrittenen Spieler in der aktuellen Madden Version fast ausschließlich einen Linebacker (LB). Dies rate ich dir auch dringend an als erstes zu üben. Wichtig ist das vor allem, da es in Madden schon immer Routen gab, die von der KI nur schlecht verteidigt werden. Da musst du selber aktiv werden. Auch kannst du mit einem LB erheblich mehr Einfluss auf das Spielgeschehen nehmen, als mit einem D-Liner.

Eine Strategie, die viele Spieler beim LB-Steuern fahren, ist ihre Defense so einzustellen, dass sie alleine die ganze Mitte des Feldes decken und der CPU den Rest des Feldes zuweisen. Für den Anfang empfehle ich dir aber noch zusätzlich einen großen und schnellen D-Liner in einen QB Spy zu setzen, falls du vorhast alleine für die ganze Mitte zuständig zu sein. Achte aber darauf, dass immer mindestens drei Spieler blitzen.

Eine weitere beispielhafte Strategie kann auch sein, oft sechs Blitzer zu schicken. Mit dem User antizipierst du dann, welches der erste und der nächste weitere Progression Read des Gegners ist, um diese mit dem User abzudecken. Dann solltest du hoffen, dass der Blitz beim QB einschlägt bevor der Gegner die Löcher in der Defense erkennt. Sehr gut funktioniert das vor allem, wenn du zwischen drei und sechs Blitzern abwechselst, aber immer den Blitz an der Line of Scrimmage anzeigst, um dem gegnerischen QB etwas Angst zu machen. Eine ähnliche Defense spielen zum Beispiel die Baltimore Ravens gerne in der NFL. Mit der haben sie einen großen Erfolg gegen junge QBs. Veteranen lassen sich davon weniger aus dem Konzept bringen (gilt auch für Madden).

So Freunde, das reicht für heute. Im zweiten Teil erfahrt ihr, wie ihr einen Defensive Back steuert und welche Spielzüge sich gut zum Einstieg eignen.

Bis dahin,

Euer Neo 

Hier gehts zu Teil 2.

Du willst die wichtigsten eSports-News direkt auf dein Smartphone bekommen? Dann trage dich für unseren kostenlosen WhatsApp-Service ein unter http://tiny.cc/ran-whatsapp

Mehr Galerien