Konami will mit der neuen Fußball-Simulation PES 2018 die Lücke zum großen R... - Bildquelle: KonamiKonami will mit der neuen Fußball-Simulation PES 2018 die Lücke zum großen Rivalen EA Sports schließen. © Konami

Hamburg – Wenn Fußballsimulationen zur Sprache bekommen, kommt häufig die eine Grundsatzfrage auf: FIFA oder PES?

Die beiden Spiele kämpfen Jahr für Jahr um die Marktanteile in diesem Genre. In den letzten Jahren lag FIFA stets vorne. Hauptgrund dafür: Lizenzen. EA Sports besitzt exklusive Verwertungsrechte mit den wichtigsten Ligen auf der Welt. Und exklusiv bedeutet, Konami hat stets das Nachsehen. Dem Entwicklerstudio aus Japan ist es schlichtweg nicht erlaubt, alle Gesichter und Namen der Fußballprofis und Vereine zu nutzen.

Jahr für Jahr kämpft PES deswegen darum, wenigstens einige der bekanntesten Mannschaften für sich zu gewinnen, auch wenn sie dabei limitiert sind. In Deutschland handelt es sich dabei um Borussia Dortmund, Schalke 04 und seit PES 2018 auch RB Leipzig. Andere europäische Top-Mannschaften sind beispielsweise der FC Barcelona und der FC Liverpool. Gegen die schier unendliche Anzahl an Lizenzen von EA ist das allerdings immer noch kein Vergleich. Immerhin: Zumindest auf PC und PS4 schaffen Fan-Patches für Abhilfe und versorgen die Spieler mit fehlenden Original-Teams und -Spielern. 

Defensive macht Probleme

Mit dem Lizenzproblem ringt Konami dieses Jahr nicht zum ersten Mal. Das Entwicklerstudio kennt daher die Situation und legt deswegen einen immer größeren Fokus auf Gameplay-Neuerungen. Das Spielgeschehen läuft flüssig und nur sehr selten ärgert man sich über das eigene Team oder die Entscheidungen des Schiedsrichters.

Tatsächlich sorgen die Dribbel- und Flankenmöglichkeiten für variablen Offensivfußball. Dafür macht die Defensive bei hohen Bällen hin und wieder einen sehr kopflosen Eindruck. Die Spieler bleiben häufig ratlos stehen oder laufen nur halbherzig mit. Eine Revolution hat Konami mit PES 2018 also nicht gestartet.

Alleine oder mit Freunden

In PES 2018 feiert ein Modus sein Comeback: Die Zufallspartie. Dabei handelt es sich um eine spaßige Abwechslung zu den klassischen Freundschaftsspielen. Anstatt mit einer bestehenden Mannschaft, wie dem FC Barcelona, anzutreten, wird euer Team nach bestimmten Kriterien zusammengewürfelt. Danach habt ihr sogar noch einmal die Möglichkeit dem Gegner einen Starspieler zu stehlen und eure Mannschaft so zu verstärken. Das ist vor allem mit einem Freund als Gegenspieler eine Menge Spaß. Allerdings schlägt auch hier das Lizenzproblem zu.

Mit einer Mannschaft aus Spielern vom BVB, Schalke und Arsenal bestreitet man gerne eine Partie, sind allerdings eine Vielzahl der häufig in südamerikanischen Liga spielenden Kicker eher unbekannt, verliert der Modus an Reiz. Das PES 2018 mehr Potenzial bietet, um vor der Konsole zusammenzuspielen, zeigt aber auch eine andere Neuerung: Der 3vs3-Modus. Keine große Innovation, dennoch ein nicht unwichtiger Faktor, wenn man bedenkt, dass es diese Möglichkeit bisher weder in FIFA noch PES gab. 

Licht und Schatten

Konami hat in PES 2018 an der Grafik geschraubt. Das fällt vor allem im Karrieremodus auf, der sogenannten Meister-Liga. Kleine Einspieler von Pressekonferenzen sind ansehnlich anzuschauen und vermitteln Realismus.

Auch im Spiel zeigt sich die verbesserte Grafik. Stadien und Fans präsentieren sich in voller Pracht, während die Spieler auf dem Platz die grandiose Optik komplettieren. Manchmal hat es Konami dabei aber auch übertrieben. Die Detailtreue sorgt bei einigen Gesichtern für ein eher befremdliches Aussehen. Dennoch hinterlässt die Grafik insgesamt einen sehr guten Eindruck.

Fazit

Die Lizenzen sind und bleiben ein Problem, das Konami nicht eigenständig lösen kann. In allen anderen Aspekten zeigt Konami allerdings interessante Neuerungen, die PES 2018 zu einem sehr runden und kompletten Spiel machen.

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