Will 2019/20 Meister werden: Borussia Dortmund - Bildquelle: Imago ImagesWill 2019/20 Meister werden: Borussia Dortmund © Imago Images

München/Dortmund - Lange Zeit auf Meisterschaftskurs verspielte Borussia Dortmund auf der Zielgerade der Saison einen großen Vorsprung und musste am 34. Spieltag doch dem FC Bayern München beim Gewinn der Schale zusehen.

Mit schnellem Offensivfußball stellte der BVB die Konkurrenz in der vergangenen Spielzeit immer wieder vor arge Probleme. Diese Stärke soll auch in der kommenden Saison wieder ausgespielt werden. Um dies auch zu garantieren, wurde auf dem Transfermarkt im großen Maße in neues Personal investiert, wodurch die Mannschaft sowohl in der Breite, als auch in der Spitze deutlich besser aufgestellt ist als im Vorjahr.

Und damit nicht genug. Denn anders als im Vorjahr gehen die Borussen mit der ausgewiesenen Zielvorgabe Meisterschaft an den Start.

Das ist neu

Ungleich der nationalen Konkurrenz präsentierte der BVB seine Neuzugänge größtenteils bereits kurz nachdem der Transfermarkt seine Pforten geöffnet hatte. Mit den Verpflichtungen der beiden deutschen Nationalspielern Nico Schulz und Julian Brandt sowie dem belgischen Nationalspieler Thorgan Hazard gelangen den Borussen gleich mehrere Coups.

In Person von Mateu Morey verpflichtete der Verein außerdem einen aussichtsreichen Rechtsverteidiger ablösefrei vom FC Barcelona. In Anbetracht des fortschreitenden Alters von Routinier Lukasz Piszczek und der ungeklärten Zukunft von Leihgabe Achraf Hakimi ein geschickter Schachzug, um mittelfristig Planungssicherheit auf der rechten defensiven Außenbahn zu haben.

Mit der Rückkehr von Mats Hummels setzte der BVB dann einer bis dato schon sehr erfolgreichen Transferperiode die Krone auf. Bis zum Ende des Transferfensters könnte zudem noch ein weiterer Stürmer verpflichtet werden. Entsprechende Planspiele hält sich der Verein bisher offen.

Das macht Mut

Aus den Versäumnissen der vergangenen Saison wurden die entsprechenden Schlüsse gezogen. So wurde die Mannschaft nicht nur in der Spitze, sondern auch in der Breite hochkarätig verstärkt.

Schulz konnte sich in der Vorbereitung direkt durchsetzen und seinen Stammplatz als linker Verteidiger zementieren. Und auch Hazard scheint sich auf dem linken Flügel bereits in die erste Elf gespielt zu haben. Einzig Brandt hinkt seiner starken Form der vergangenen Rückrunde noch etwas hinterher und benötigt offensichtlich etwas Eingewöhnungszeit.

Trainer Lucien Favre betonte zuletzt die Vielseitigkeit des Ex-Leverkuseners, der sowohl auf der offensiven Außenbahn, als auch im Zentrum spielen kann. Ihm könnte im Laufe der Saison eine Schlüsselrolle zukommen.

Während die genannten Drei den Dortmunder Tempofußball weiter vorantreiben werden, soll Hummels die Mannschaft mit seiner Erfahrung und Führungsqualität verstärken. Einen Spieler dieser Güteklasse, der in der heißen Phase der Saison vorangeht und seine Mitspieler anleiten kann, wurde vergangene Runde schmerzlich vermisst. Davon werden besonders die jungen Spieler profitieren.

Die Eingewöhnung sollte ebenfalls kaum ein Problem darstellen und Hummels der Dortmunder Defensive nochmals einen gehörigen Schub geben.

Im Sturm scheint Paco Alcacer die bei seinem Wechsel aus Spanien mitgebrachten Wehwehchen mittlerweile in den Griff bekommen zu haben und nach der Rolle des Edeljokers in der vergangenen Saison nun dauerhaft über 90 Minuten spielen können.

Darüber hinaus hat es der BVB geschafft, den übersättigten Kader zu entschlacken und Altlasten wie Andre Schürrle, Shinji Kagawa und Co. zumindest für eine Spielzeit abzugeben. Der Kader ist ausgewogen gestaltet und auf fast allen Positionen doppelt besetzt.

Das macht Sorgen

Mit der Verpflichtung von Hummels haben die Borussen einen neuen Abwehrchef mit Erfahrung auf allerhöchstem Niveau hinzugewonnen. Durch den Transfer entstand ein Überangebot an Innenverteidigern im Kader. Der Abgang von Ömer Toprak per Leihe nach Bremen war folgerichtig, die Sinnhaftigkeit des Verkaufs von Abdou Diallo muss aber hinterfragt werden.

Erst vor einem Jahr für 28 Millionen Euro aus Mainz gekommen, wechselte der Franzose nur ein Jahr später für 32 Millionen Euro zu Paris Saint-Germain. Die Ablösesumme kann hierbei nicht ausschlaggebend sein, denn der erzielte Transfergewinn ist marginal. Betrachtet man das Potenzial des Spielers, die ursprüngliche Vertragslänge und die derzeitigen Marktpreise, hat Dortmund sowohl sportlich, als auch wirtschaftlich keinen guten Deal gemacht.

Hinter dem Stamm-Innenverteidiger-Duos Hummels/Manuel Akanji stehen mit Dan-Axel Zagadou und Leonardo Balerdi lediglich zwei Youngster als gelernte Spieler im Abwehrzentrum zur Verfügung. Zagadou findet sich immer besser beim BVB zurecht. Sein Auftritt bei der 0:5-Klatsche in München in der vergangenen Rückrunde sollte aber als mahnendes Beispiel dienen, dass der 20-Jährige doch noch einen Schritt von der Stammelf entfernt ist.

Für Balerdi gilt in Grundzügen das Gleiche. So zeigte der 20-jährige Argentinier in der Vorbereitung durchaus gute Ansätze, ist insgesamt aber einfach noch zu roh. Eine Leihe innerhalb der Bundesliga, um sich durch regelmäßige Spielpraxis weiterzuentwickeln, hätte für Balerdi selbst, als auch für die Borussia, Sinn ergeben.

Daneben ist auch ein Wechsel von Raphael Guerreiro noch nicht vom Tisch. Der Vertrag des Portugiesen läuft nach der kommenden Spielzeit aus, seit Monaten halten sich die Wechselgerüchte. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke unterstrich in dieser Woche gegenüber den "Ruhr Nachrichten" den Willen des Vereins, die Zusammenarbeit zu verlängern, setzte dem 25-Jährigen aber eine Entscheidungsfrist von zwei Wochen.

Ein ablösefreier Wechsel im kommenden Jahr soll tunlichst vermieden werden.

Guerreiros große Stärke ist seine Vielseitigkeit. So kann er die linke Außenbahn offensiv wie defensiv beackern, aber auch auf der Sechs spielen. Diese Polyvalenz gepaart mit seinen Qualitäten an beiden Enden des Spielfelds sucht man sonst vergebens im BVB-Kader.

Hinter Schulz würde im Falle eines Guerreiro-Wechsels dann Marcel Schmelzer als einziger gelernter Linksverteidiger verbleiben. Dass der ehemalige Kapitän mittlerweile keine Rolle mehr auf dem Platz spielt und lediglich als Mentor in der Kabine fungiert, zeigte die vergangene Saison.

Nach Diallo auch noch Guerreiro zu verlieren, würde einen hervorragenden Transfersommer deutlich schmälern und sich womöglich im Laufe der Saison rächen. Verletzungsbedingte Notlösungen auf der Position des Linksverteidigers, wie in der vergangenen Saison mit Diallo, sind auf Dauer wenig erfolgversprechend.

Das sagen die Verantwortlichen

Neben den Neuzugängen kehrt auch mittlerweile spätestens mit der Rückkehr von Hummels die Siegermentalität ein. Während auch in der vergangenen Saison auch bei neun Punkten Vorsprung auf den deutschen Rekordmeister stets das Understatement großgeschrieben wurde und das Wörtchen Meisterschaft keinem Dortmunder entfleuchte, geht die Borussia diese Saison mit dem ganz großen Ziel in die Saison:

"Wir haben das Ziel formuliert, weil wir daran glauben, in dieser Saison die Meisterschaft gewinnen zu können", steckte Sebastian Kehl, Leiter der Lizenzspielerabteilung, im Trainingslager in Bad Ragaz die Saisonziele. Besonders die Personalie Hummels sieht Kehl als elementare Verstärkung, um die gesteckten Ziele zu erreichen: "Er ist ein Baustein, der vielleicht in der letzten Saison gefehlt hat."

Trainer Favre sprach nach dem 2:0 im Supercup gegen die Bayern auch von der Schale: "Natürlich wollen wir Titel gewinnen", sagte er, fuhr die Erwartungen gleichzeitig aber wieder etwas zurück: "Als ich gekommen bin, habe ich gesagt, dass wir eine Mannschaft aufbauen müssen, und das ein wenig Zeit braucht." Und dieser Prozess gehe auch in der neuen Saison weiter.

So läuft die Saison

Dortmund hat ein relativ freundliches Auftaktprogramm. Augsburg zum Auftakt zuhause und dann zwei Mal in Folge gegen einen Aufsteiger - Köln und Union jeweils auswärts.

Nimmt man das Duell gegen Eintracht Frankfurt am 5. Spieltag außen vor, treffen die Borussen bis zum 10. Spieltag ausschließlich im heimischen Signal-Iduna-Park auf Teams aus der ersten Tabellenhälfte der vergangenen Saison. Am 11. Spieltag folgt dann die große Bewährungsprobe auswärts in München. Ein erstes Indiz, ob Dortmund wirklich für den ganz großen Wurf bereit ist.

Infos zu Borussia Dortmund

Kader

Spielplan

Transfers

Voraussichtliche Aufstellung: Bürki - Piszczek, Hummels, Akanji, Schulz - Weigl, Witsel - Sancho, Reus, Hazard - Alcacer

Daniel Kugler

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Bundesliga 2019 / 2020 - 8. bis 11. Spieltag

TOP Spiele 8. Spieltag

Tabelle

Bundesliga

#MannschaftMannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1Bor. MönchengladbachBor. MönchengladbachM'gladbachBMG1181224:111325
2RB LeipzigRB LeipzigRB LeipzigRBL1163229:121721
3Bayern MünchenBayern MünchenBayernFCB1163229:161321
4SC FreiburgSC FreiburgFreiburgSCF1163220:12821
51899 Hoffenheim1899 HoffenheimHoffenheimTSG1162316:14220
6Borussia DortmundBorussia DortmundDortmundBVB1154223:15819
7FC Schalke 04FC Schalke 04SchalkeS041154220:14619
8Bayer LeverkusenBayer LeverkusenLeverkusenB041153317:15218
9Eintracht FrankfurtEintracht FrankfurtFrankfurtSGE1152421:16517
10VfL WolfsburgVfL WolfsburgWolfsburgWOB1145211:10117
111. FC Union Berlin1. FC Union BerlinUnion BerlinFCU1141613:17-413
12Hertha BSCHertha BSCHertha BSCBSC1132617:21-411
13Fortuna DüsseldorfFortuna DüsseldorfDüsseldorfF951132615:19-411
14Werder BremenWerder BremenWerderSVW1125418:24-611
15FC AugsburgFC AugsburgAugsburgFCA1124513:24-1110
161. FSV Mainz 051. FSV Mainz 05Mainz 05M051130812:30-189
171. FC Köln1. FC KölnKölnKOE1121810:23-137
18SC Paderborn 07SC Paderborn 07PaderbornSCP1111911:26-154
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