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FC Bayern: Das macht Heynckes mit Ancelottis Lieblingen

Nach dem Rauswurf von Trainer Carlo Ancelotti wurde schnell klar: In der Mannschaft des FC Bayern gibt es zwei Lager. Ancelottis Lieblinge und den Rest. Wie Jupp Heynckes dieses Dilemma lösen könnte.

13.10.2017 18:56 Uhr / ran.de/Carolin Blüchel
Javi Martinez, Thiago, James
Heynckes muss Ancelottis Lieblingsspieler wieder in die Mannschaft integrieren. © 2017 imago sportfoto

München - Während Thomas Müller, Mats Hummels, Arjen Robben oder Franck Ribery nach Carlo Ancelottis Rauswurf innerlich Luftsprünge gemacht haben dürften, war die Trauer bei der spanischsprachigen Fraktion des FC Bayern München groß.  

Thiago, Arturo Vidal und Javi Martinez fanden warme Worte des Abschieds für den "Mister". Auch Trainerliebling James Rodriguez soll wenig begeistert vom Weggang seines Förderers gewesen sein. "Natürlich hat James das missfallen, denn Carlo ist als Trainer und als Mensch großartig", sagte Martinez jüngst gegenüber der spanischen Nachrichtenagentur "EFE". 

Ancelotti-Lieblinge vs. Rest

Die unterschiedlichen Reaktionen der Spieler verdeutlichten: Es geht ein Riss durch die Mannschaft. Die Ancelotti-Lieblinge gegen den Rest. Zusammenhalt - aktuell nicht vorhanden. Auch weil der entmachtete Trainer den Eindruck vermittelt hatte, die Aufstellung bei regelmäßigen spanisch-italienischen Abendessen auszumachen. 

Jupp Heynckes, der neue alte Trainer an der Säbener Straße, der Meister des Mia san Mia, muss das jetzt kitten. Dabei kommen ihm vor allem seine Sprachkenntnisse zugute. Dank Trainerstationen in Bilbao, Teneriffa und Madrid spricht "Don Jupp" fließend Spanisch. 

Martinez ist schon Heynckes-Fan

Vidal kennt Heynckes noch aus der gemeinsamen Zeit in Leverkusen, Martinez holte der 72-Jährige 2012 von Athletic Bilbao, ein Jahr später feierten die Bayern das Triple. Diese beiden mit dem Rest der Mannschaft wieder zu vereinen, dürfte dem Trainer nicht allzu schwer fallen.

Bei anderen gestaltet sich dies dagegen komplizierter. Real-Leihgabe James soll dem spanischen Portal "Diario Gol" zufolge beispielsweise schon Kontakt mit Real-Präsident Florentino Perez aufgenommen haben, um im Sommer wieder nach Madrid zurückzukehren zu können, weil er sich in München nicht wohl fühle. 

Heynckes reicht James die Hand

Vielleicht auch aufgrund dieser Gerüchte hatte Heynckes bei seiner Vorstellung speziell James die Hand gereicht: "Der deutsche Fußball ist anders als in Südamerika und in Spanien. Genauso wie die Mentalität und Kultur. Es ist für einen jungen Spieler nicht leicht. Aber er muss wissen, dass er hier Hilfe bekommt von mir. Mir gefallen talentierte Spieler. Und er hat eine Menge Talent." 

So richtig ist der Kolumbianer in München noch nicht angekommen. Erst bremste ihn eine Verletzung aus, dann kämpfte er mit Anpassungsschwierigkeiten. Nur einmal, beim 3:0-Sieg auf Schalke, zeigte der 26-Jährige mit einem Tor und einem Assist sein ganzes Können.

Martinez ist überzeugt, dass sich James unter Heynckes durchbeißen wird. "Am Ende sind wir alle Profis und müssen nach vorne schauen. James weiß das. Wir helfen ihm und wissen, dass er ein großartiger Spieler ist, der noch seinen Teil zum Erfolg beitragen wird."

Wird Thiago zum Problem? 

Bleibt noch Thiago. Der Spanier war unter Ancelotti der Dreh- und Angelpunkt, stand sogar nach überstandener Verletzung und nur wenigen absolvierten Trainingseinheiten auf dem Platz, obwohl andere Spieler topfit waren. Heynckes forderte den Dribbelkünstler dagegen auf, schörkelloser zu spielen. Das dürfte dem nicht wirklich gefallen haben.

Martinez traut seinem alten neuen Trainer allerdings zu, auch diese Problematik zu lösen. "Jupp wird uns gut tun. Er ist ein sehr erfahrener Trainer, der mit einer ungünstigen Situation wie unserer sehr gut umgehen kann", so der 29-Jährige. 

Und Heynckes? Der Rückkehrer sieht bereits erste stimmungsmäßige Veränderungen im Team. "Die Spieler haben wieder Mut geschöpft. Sie haben wieder Spaß an der Arbeit", so der Coach vor dem Bundesligaspiel gegen den SC Freiburg. Jetzt muss sich nur noch der Erfolg einstellen. "Mit Handauflegen ist das nicht getan", warnt Heynckes.

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