Finanzbericht: Schalke hat rote Zahlen geschrieben - Bildquelle: FIROFIROSIDFinanzbericht: Schalke hat rote Zahlen geschrieben © FIROFIROSID

Gelsenkirchen - Ohne Europapokal und den Verkauf eines weiteren Jungstars hat Bundesligist  Schalke 04 im Geschäftsjahr 2017 ein Minus von 12,2 Millionen Euro erwirtschaftet. Der Umsatz sank von 265,1 auf 240,1 Millionen Euro. Das geht aus dem Bericht hervor, den Finanzvorstand Peter Peters am Mittwoch vorstellte. "Es ist kein Weltuntergang, wenn wir ein Jahr nicht im europäischen Wettbewerb spielen", sagte Peters und verwies auf Zuwächse in allen operativen Geschäftsbereichen: "Im Basisgeschäft haben wir eine enorme Stärke."

Die Erlöse aus dem Spielbetrieb stiegen um 6,5 auf 37,6, aus den medialen Verwertungsrechten mit dem neuen TV-Vertrag um 5,0 auf 81,2, im Merchandising um 1,1 auf 16,3 und im Sponsoring um 0,4 auf 70,9 Millionen Euro. Aber auch die Finanzverbindlichkeiten wuchsen von 129,7 auf 142,0 Millionen Euro - vor allem weil die Königsblauen ihr Vereinsgelände modernisieren und erweitern. Insgesamt sollen in zwei Bauabschnitten 90 Millionen Euro investiert werden.

2018 sollen schwarze Zahlen folgen

Für das Jahr 2018 geht Peters von "weiter steigenden Erlösen und einem positiven Konzernergebnis" aus. Er plane mit einem Umsatz über 257 Millionen Euro und einem positiven Ergebnis im mittleren einstelligen Millionen-Bereich. "Unser Lizenzantrag geht von der Europa-League-Teilnahme aus", erklärte der Finanzvorstand, darin seien Mehreinnahmen von 15 Millionen kalkuliert. Sollte sich der aktuelle Bundesliga-Zweite für die Champions League qualifizieren, würde dieser Posten deutlich steigen, weil in der nächsten Saison in der Königsklasse höhere Prämien als bisher an die Klubs ausgezahlt werden.

Dass der Traditionsklub ein Minus machte, lag vor allem an den deutlich gesunkenen Transfererlösen. Statt 50 Millionen Euro wie 2016 durch den Verkauf des Jungstars Leroy Sane kassierten die Gelsenkirchener nur zwölf Millionen. 2015 hatte Weltmeister Julian Draxler 40 Millionen in die Kasse gespült. Zudem fehlten 15 Millionen aus dem internationalen Wettbewerb, der Umbau der Mannschaft mit der Trennung von Trainer Markus Weinzierl schlug noch einmal mit acht Millionen zu Buche. Vor allem aus diesem Grund stiegen auch die Gehaltskosten für den Profikader von 80 auf 92 Millionen. 

Größere finanzielle Flexibilität bekommt der Klub zu Beginn des nächsten Jahres, wenn er seine letzte Rate für die 2001 eröffnete Arena zahlt. "Das ist ein riesiger Schritt, wir haben dann das Projekt erfolgreich abgeschlossen", sagte Peters. Das Schalker Stadion kostete 260 Millionen Euro, "wir haben die Bankverbindlichkeiten in 18 Jahren zurückgeführt."

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