Selfie mit dem Sohn und dem Pott: Brian und Jordan Henderson. - Bildquelle: imago images / BildbyranSelfie mit dem Sohn und dem Pott: Brian und Jordan Henderson. © imago images / Bildbyran

München – Am Samstag wurde es nach dem Schlusspfiff emotional. Der FC Liverpool durchlebte ein Wellenbad der Gefühle. Freude, Tränen, Glückseligkeit, Erleichterung. 

Jordan Henderson war mittendrin. Er hatte die besondere und ehrenvolle Aufgabe, den Henkelpott um 23:13 Uhr in den Abendhimmel von Madrid zu recken. 

Emotionaler Jubel

Irgendwann in dem ganzen Trubel, dem Konfettiregen, den Feiereien, den Tänzen auf dem Feld, der Party und den Gesängen mit den Fans suchten einige Spieler aber auch den Kontakt zu ihren Liebsten.

Wie Henderson.

Der 28-Jährige ging an die Seitenlinie zu seinem Vater, der seinem Sohn schon freudig erwartend die Arme entgegenstreckte. Beide fielen sich in die Arme, nachdem der Vater auf der Tribüne eine emotionale Achterbahnfahrt hinter sich gebracht hatte.

"Ich dachte, es geht 1:1 aus und muss in die Verlängerung", sagte Henderson Senior in einem Interview. "Ich bin stolz, einfach nur unglaublich stolz. Es ist alles sehr emotional."

Brian und Jordan Henderson in Tränen aufgelöst – es war eine Szene, bei der kein Auge trocken blieb. Denn sie hat eine traurige Vorgeschichte und ist ein wenig mehr als "nur" die Freude von Vater und Sohn. 

Denn Papa Henderson bekam vor fünf Jahren die Diagnose Kehlkopfkrebs. Er verschwieg seinem Sohn die Krankheit zunächst, um ihn nicht abzulenken. Inzwischen hat er den Krebs besiegt. Henderson hatte im vergangenen Jahr in einem Interview verraten, wie schwierig die Zeit war, als er es erfuhr, und wie sehr ihn die Erfahrungen verändert hatten.  

Wichtigere Dinge als Fußball

"Es rückt die Dinge ganz schnell in die richtigen Perspektiven. Man realisiert, dass es viele Dinge gibt, die viel wichtiger als Fußball sind", sagte der Liverpool-Star, der seinem Vater mit einer Sache helfen konnte: "Am Wochenende gut Fußball spielen."

Hinzu kam: Jordan machte Papa Brian 2003 ein besonderes Versprechen. Damals hatte er seinen zehn Jahre jungen Filius mit zum Champions-League-Finale zwischen dem AC Mailand und Juventus Turin mitgenommen. "Er sagte, als die Champions-League-Hymne lief: 'Papa, eines Tages werde ich da auch mitspielen.'" Das Versprechen erfüllte er bereits 2018, jetzt hat er auch den Pott geholt. Kein Wunder, dass es emotional wurde.

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