Jürgen Klopp (r.) hat besondere Fähigkeiten im Umgang mit seinen Spielern. - Bildquelle: IMAGO/PA ImagesJürgen Klopp (r.) hat besondere Fähigkeiten im Umgang mit seinen Spielern. © IMAGO/PA Images

Liverpool - Nur noch ein Spiel ist der FC Liverpool mit Trainer Jürgen Klopp von einer herausragenden Saison entfernt.

Zwei Titel konnten die Reds in dieser Saison bereits gewinnen. Die Meisterschaft wurde nach 38 Spielen nur um einen Punkt verpasst. Doch im Champions-League-Finale gegen Real Madrid am Samstag (ab 21:00 Uhr im Liveticker auf ran.de) soll nun das Triple klargemacht werden. 

Bemerkenswert sind dabei gleich zwei Dinge: Erstmals in der Ära Klopp gewinnt die Mannschaft mehrere Titel in einer Saison. Und sollte es auch in der Champions League zum Sieg reichen, würde das Team in drei Pokalwettbewerben als Sieger hervorgehen.

Eine außergewöhnliche Leistung, schließlich sind es doch gerade die Pokalspiele, die aufgrund des Modus von nur einem Spiel beziehungsweise Hin- und Rückspiel unberechenbarer erscheinen. Angesichts der enormen Belastung durch die Anzahl der Spiele wäre es da nur nachvollziehbar gewesen, wenn Liverpool das eine oder andere K.o.-Spiel auch verloren hätte.

Jürgen Klopp entwickelte Mannschaft weiter

Doch Klopp hat seiner Mannschaft zum einen ein brutal effizientes System eingeimpft. Der zu Beginn seiner Amtszeit ausgerufene kräftezehrende "Heavy-Metal-Fußball" ist zwar noch in der DNA des Teams, das sich aber längst, verstärkt mit dem einen oder anderen Neuzugang, fußballerisch weiterentwickelt.

Die Reds können inzwischen auch Ball und Gegner laufen lassen, nachdem sie, am besten in der gegnerischen Hälfte, den Ball erobert haben. Feine Ausnahmekönner wie Thiago, Sadio Mane oder Luis Diaz machen es möglich, dass im Verlauf einer Liverpool-Partie auch immer mal wieder kontrollierte Phasen dabei sind.

Anders wäre das Mammutprogramm der Reds wohl auch nicht zu schaffen.

Neben aller taktischen Brillianz und den enormen individuellen Fähigkeiten der Spieler verfügt Liverpool noch über ein weiteres Pfund, das sich in dieser Saison bereits in zwei Titeln niedergeschlagen hat. Die Rede ist von den besonderen Fähigkeiten Jürgen Klopps in der Motivation und Kommunikation.

Wohl kein anderer Trainer versteht es aktuell so gut, seine Mannschaft während des Spiels noch einmal neu einzuschwören. Sinnbildlich dafür steht das Halbfinal-Rückspiel in der Königsklasse gegen Villarreal, als die Reds zur Halbzeit mit 0:2 zurücklagen, um dann im zweiten Durchgang drei Tore innerhalb von zwölf Minuten zu erzielen. 

Villarreal-Rückspiel als Lehrbeispiel

Nach der Partie verriet er bei "Amazon Prime Video" seine Worte in der Halbzeit: "Ich habe zu Peter Krawietz (Co-Trainer, d.Red.) im Reingehen gesagt: 'Find Halbräume. Szenen, wo wir uns gut bewegt haben.' Er meinte kurz danach: 'Nichts gefunden'. Also musste man mehr erklären."

Weiter ins Detail gehen wollte Klopp nicht, doch sein Team agierte wie ausgewechselt.

So sind es genau solche magischen Nächte, die Klopps Mythos erst haben entstehen lassen. Natürlich gelang dem Deutschen längst nicht alles, erinnert sei an das Champions-League-Finale 2018. Doch in dieser Saison konnte er sich in nahezu allen wichtigen Spielen auf sein Team verlassen, das seinen Plan oder seine Reaktion immer auf dem Feld umsetzen konnte.

Mit Real Madrid wartet nun aber eine Art "Kryptonit" auf die Reds, denn die bittere Pleite gegen die Königlichen im Finale 2018 ist nicht vergessen. "Es gibt das Gefühl, dass wir die Dinge richtig stellen wollen, definitiv, aber das kann nicht der Hauptgedanke sein", mahnte Klopp im Vorfeld zur Besonnenheit. 

Jürgen Klopp warnt vor Rache-Gedanken im Finale

Er ergänzte: "Wenn wir dorthin fahren und 'Rache! Revanche!' rausposaunen und all diese Dinge, so funktioniert das nicht. Das sind nicht wir. Wir sind auf eine andere Art und Weise ins Finale gekommen. Wir müssen also auf unsere Art und Weise spielen, das müssen wir versuchen."

Aber längst hat Klopp, der zuletzt seinen Vertrag bis 2026 verlängerte, andere Ziele als Titel für sich ausgemacht. "Was ich für den Verein tun möchte, ist, eine Struktur und eine Kultur für jetzt und nach meinem Ausscheiden zu schaffen, denn die richtige Struktur und die richtige Kultur sollten nicht von Menschen abhängen, sondern vom Verein."

Möglicherweise ist dabei auch ein Bestandteil, wie in Do-or Die-Spielen der Erfolg relativ sicher ist. Das mögliche Pokal-Triple von 2022 könnte dabei als Referenz gelten. 

Markus Bosch

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