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München - Aufgrund zahlreicher Belästigungsvorwürfe gegen Premier-League-Spieler greift die Liga nun durch und verordnet demnächst Schulungen zu sexueller Einwilligung und Einverständnis.

Wie die "Sun" berichtet, sind diese Workshops nun verpflichtend für alle Profis. Zuvor waren sie nur für Spieler der Nachwuchsakademien und für die ersten Mannschaften der U14 bis U23 vorgeschrieben. Inhaltlich befassen sich die Workshops mit sexuellen Beziehungen, der Frage nach Zustimmung und dem Verstehen von sexueller Belästigung sowie Mobbing.

Diese Trainings sollen von Fachleuten durchgeführt werden und sind für die Vereine verpflichtend. Wer sich nicht daran hält, muss laut "Telegraph" mit Disziplinarmaßnahmen und Strafen rechnen. Auch für die unteren Ligen gibt es die Überlegung solcher Nachhilfekurse.

Premier League reagiert auf Frauenrechtsorganisationen

Die Premier League reagierte damit auf die Forderung der drei Gruppen "End Violence for Women", "Three Hijabis" und "Level Up". In einem offenen Brief schrieben sie an die Vorsitzenden der Premier League und der FA, Richard Masters und Mark Bullingham, "eine Kultur der geschlechtsspezifischen Gewalt zu bekämpfen."

Shaista Aziz, Co-Direktorin bei "Three Hijabis" begrüßte die getroffene Entscheidung der Liga: "Dies ist ein erster wichtiger und längst überfälliger Schritt in die richtige Richtung. Wir brauchen jedoch noch mehr Transparenz dazu, wie diese neuen Leitlinien umgesetzt werden."

FA kommt den Forderungen noch nicht nach

Aziz kritisierte allerdings die FA (englischer Fußball-Verband), da diese in den Verhandlungen wohl nicht die Erwartungen erfüllt habe: "Die FA verhält sich uns gegenüber weiterhin undurchsichtig, unangepasst und abweisend. Wir fordern die FA auf, sich dringend für die Bekämpfung von geschlechtsspezifischer Gewalt im Fußball einzusetzen."

Zudem seien auch nicht alle Forderungen der Gruppen umgesetzt worden. Eine lautete, dass Spieler, die im Verdacht der Vergewaltigung stehen, beziehungsweise sich gegen Vergewaltigungsvorwürfe verteidigen müssen, automatisch vom Verein suspendiert werden.

"Es ist inkonsequent und unvorstellbar, dass im Jahr 2022 ein bekannter Fußballspieler dieser schweren Verbrechen beschuldigt wird und sein Arbeitgeber sagt: 'Es ist in Ordnung, er kann weiter zur Arbeit gehen.' Das ist ungeheuerlich", monierte Aziz sehr deutlich.

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