Trainer Oliver Glasner (l.) und Sportdirektor Markus Krösche haben nun mehr ... - Bildquelle: IMAGO/Kessler-SportfotografieTrainer Oliver Glasner (l.) und Sportdirektor Markus Krösche haben nun mehr finanziellen Spielraum, um den Kader für die kommende Saison zu planen. © IMAGO/Kessler-Sportfotografie

Sevilla/München - Der Jubel über den sensationellen Triumph in der Europa League ist noch lange nicht verklungen, doch der Blick richtet sich bei Eintracht Frankfurt auch schon wieder nach vorne.

Neben dem rund 15 Kilogramm schweren Silberpokal hat der 5:4-Sieg im Elfmeterschießen gegen die Glasgow Rangers der Eintracht nämlich auch eine Menge Geld beschert.

In der Europa League hat die SGE rund 31,75 Millionen Euro eingenommen. Dazu kommen 3,5 Millionen Euro für die Teilnahme am europäischen Supercup, in dem die Eintracht Anfang August auf den Champions-League-Sieger, also entweder den FC Liverpool oder Real Madrid, trifft. Im Falle eines Sieges käme noch eine weitere Million Euro obendrauf.

Zu den Gesamteinnahmen hinzu kommen noch die Erlöse aus den sechs Europa-League-Heimspielen in Höhe von rund 10 Millionen Euro.

Und dann ist da noch die erste Qualifikation für die Champions League, die für die Eintracht nicht nur ein sportlicher Meilenstein ist, sondern auch weitere Einnahmen von mindestens 15 Millionen Euro garantiert. Unter Strich stehen den Hessen also knapp 60 Millionen Euro zur Verfügung, die so mit Sicherheit nicht eingeplant waren.

"Kein Harakiri" auf dem Transfermarkt

Dass die Eintracht nun auf dem Transfermarkt mit den Scheinen wedelt und einen Superstar an den Main holt, ist trotzdem so gut wie ausgeschlossen. "Wir werden nicht, nur weil wir uns einmal für die Champions League qualifiziert haben, alle Kredite einreißen und einfach mal kaufen", stellte Präsident Peter Fischer direkt nach dem Spiel klar. Es werde "kein Harakiri" geben, erklärte Fischer weiter.

 

Der 66-Jährige erklärte aber auch, dass sich die Ausgangslage der Frankfurter durch das neu gewonnene Renommee und die zusätzlichen Einnahmen verbessert habe. "Es ist ein bisschen einfacher in der Akquisition, wenn du sagen kannst, dass du nicht weißt, ob du gegen Liverpool oder Real Madrid spielst, aber vielleicht hast du Bock dabei zu sein. Das hört sich besser an als Greuther Fürth", sagte Fischer. Er sehe die SGE "im berühmten Kaufhaus der Spielerangebote nun vielleicht eine Etage höher".

Transferstrategie soll beibehalten werden

Auch Sportvorstand Markus Krösche sprach sich deutlich gegen eine Änderung der Transferstrategie aus. "Natürlich sind das finanzielle Einnahmen, die uns nach zwei Jahren Corona extrem guttun. Das hilft uns extrem für die Zukunft", sagte der 41-Jährige. Doch es gehe in erster Linie darum, "clever und vorgelagert zu arbeiten."

Die Eintracht wird also bei ihrer Linie bleiben, Spieler mit Perspektive zu verpflichten, die idealerweise ablösefrei sind oder wenig kosten. Mit Mittelstürmer Randal Kolo Muani wurde bereits vor einigen Wochen ein Wunschkandidat unter Vertrag genommen, der Franzose schließt eine Lücke im Kader und könnte mit Rafael Borré ein Sturmduo von Champions-League-Format bilden.

Glasner glaubt an Kostic-Verbleib

Gut möglich ist auch, dass die Eintracht die zusätzlichen Millionen nutzt, um Leistungsträger zu halten. Evan N'Dicka galt als Verkaufskandidat, Daichi Kamada und Kostic ebenso.

Mit der Perspektive, in der Königsklasse zu spielen, scheinen Vertragsverlängerungen plötzlich nicht mehr so unrealistisch. Dazu passt die Antwort, die Trainer Oliver Glasner auf die Frage eines Reporters gab, ob Filip Kostic am Mittwochabend zum letzten Mal das Eintracht-Trikot getragen habe. "Nein, ich denke nicht", antwortete der Österreicher.

Der Kader muss breiter werden

Während die erste Elf der Eintracht durchaus schon jetzt bewiesen hat, auch in der Champions League mithalten zu können, wird es vor allem darum gehen, den Kader in der Breite zu verstärken. Denn der Triumph in der Europa League überstrahlt, dass die Saison in der Bundesliga und im DFB-Pokal enttäuschend verlief.

In der kommenden Saison wird es eine der Hauptaufgaben für Glasner und seine Elf sein, die Dreifachbelastung besser zu schultern und in der Bundesliga wieder um die ersten sechs Plätze mitzuspielen.

Denn das muss der Anspruch eines amtierender Europa-League-Sieger sein.

Christian Stüwe

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