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München - 25 Euro. Mit ein wenig Glück noch etwas weniger. So viel mussten Fans auf einschlägigen Portalen wie eBay oder Viagogo für ein Final-Ticket der Europa League ausgeben.

Ganz genau: Für eine Endspiel-Eintrittskarte. Europa League. Chelsea gegen Arsenal. Londoner Derby. Brisanz, Stimmung, Emotionen. Viel mehr geht nicht.

Oder?

Klar geht da mehr. Viel mehr. Vor allem finanziell, denn das Ticket mag ein Schnäppchen sein, die Reise zum Finalort ist es für den normalen Fan leider nicht, sie ist kaum umsetzbar. 

6000 Karten - pro Finalist

Baku, Aserbaidschan. Vom Fast-Finalisten Frankfurt rund 4.000 Kilometer entfernt. 6.000 Karten gab es für jeden Finalisten, weil der Flughafen nicht mehr als 15.000 Passagiere pro Tag abfertigen kann. Bei einer Stadionkapazität von 70.000 Zuschauern. Der Einfallsreichtum der Hessen wäre auf eine harte Probe gestellt worden.

Es ist eine schöne, fast schon rührselige Vorstellung, dass jedes UEFA-Mitgliedsland ein Finale ausrichten kann. Die Wirklichkeit sieht jedoch anders aus.

Denn für viele Fans ist der Finalort so weit weg wie die Europäische Fußball-Union vom Fan. Wer noch einen letzten Beweis benötigte, wie sehr sich die UEFA mit ihren fragwürdigen Entscheidungen von der Basis entfernt hat - bitte sehr.

Da Funktionäre sich um die Anreise keine Sorgen machen müssen, wahrscheinlich selbst nicht einmal Fans sind, können sie kaum nachvollziehen, wie sich ein Anhänger fühlt. Was es bedeutet, solch ein Finale zu erreichen, je nach Klub kann das ein Once-in-a-Lifetime-Erlebnis sein. Und dann scheitert es an dem Verband, der so viele andere Kriterien auf der Agenda stehen hat als diejenigen, um die sich der Abend neben den Hauptdarstellern auf dem Rasen drehen sollte.

Unvergessene Erlebnisse

Keine Frage: Wer das Champions-League-Finale zwischen dem FC Liverpool und Tottenham Hotspur sehen will, der muss für die Karten richtig tief in die Tasche greifen. Der signifikante Unterschied: Eine Reise nach Madrid ist finanziell deutlich schlanker, und damit ein gemeinsames Erlebnis vor Ort, auch ohne Stadion, bezahlbar. Unvergessen wird es trotzdem bleiben.

Stattdessen geht es im Vorfeld um Politik, um die Probleme zwischen Armenien und Aserbaidschan, Menschenrechtsverletzungen und die Unterdrückung der Opposition. 

 

Dass ein Fußballer um seine Sicherheit fürchten und Fans sich mit solchen Dingen beschäftigen müssen, zeigt schon alleine, wie falsch die Wahl des Finalortes ist. Es zeigt auch, wie politisch eine Sportart geworden ist, die doch angeblich unpolitisch, verbindend sein will. Das sich etwas ändert ist kaum absehbar.

Wichtig ist die UEFA

Ja: Das Auswahlverfahren war transparent und ist einsehbar. Aber der "kicker" hat es nach einer Analyse sehr schön auf den Punkt gebracht: Baku hat die Kriterien erfüllt, die der UEFA am wichtigsten sind.

Und eben nicht unbedingt die, die wirklich zählen.

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