Reinhard Grindel holte die EM 2024 als DFB-Präsident mit seinem Team nach De... - Bildquelle: 2018 Getty ImagesReinhard Grindel holte die EM 2024 als DFB-Präsident mit seinem Team nach Deutschland. © 2018 Getty Images

Frankfurt - Die Chronologie der deutschen Bewerbung für die EM 2024:

24. Oktober 2013: Der damalige DFB-Präsident Wolfgang Niersbach gibt beim Bundestag in Nürnberg bekannt, dass sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) um die Ausrichtung EM 2024 bemühen werde. Die Reaktionen fallen national wie international positiv aus.

2. Mai 2014: Niersbach deutet an, dass die Ausrichtung der kompletten EM-Endrunde 2024 oberste Priorität hat und der DFB notfalls aus dem Rennen um die Finalrunde der EM 2020 aussteigen würde.

19. September 2014: Der DFB verzichtet bei der Vergabe der EM 2020 in 13 europäische Städte zugunsten der besseren Chancen für 2024 auf eine Kampfabstimmung gegen London, wo die beiden Halbfinals und das Endspiel stattfinden werden. Deutschland bekommt mit München den Zuschlag für drei Gruppenspiele und ein Viertelfinale. 

16. Dezember 2014: Fünf Monate nach dem WM-Titelgewinn in Brasilien stellt der DFB seinen Zehnjahresplan unter dem Motto "DFB 2024" vor. Ein wichtiger Bestandteil: Die EM-Bewerbung. 

9. November 2015: Im Zuge der Affäre um die WM 2006 erklärt Niersbach seinen Rücktritt. Der 64-Jährige übernimmt die politische Verantwortung für den Skandal, der den Verband über Jahre belasten wird.

15. April 2016: Reinhard Grindel wird zum Niersbach-Nachfolger gewählt. Der frühere Bundestagsabgeordnete bezeichnet die EM 2024 als "Leuchtturmprojekt" und macht sofort klar, die Bemühungen fortsetzen zu wollen.

3. November 2016: FIFA-Präsident Gianni Infantino lobt: "Deutschland kann morgen eine EM oder WM ausrichten. Die Stadien sind fantastisch, das Land ist groß, man hat alles was man braucht. Es ist ein Fußballland - ich würde mir keine Sorgen machen."

20. Januar 2017: Das DFB-Präsidium beschließt endgültig, dass sich der Verband um die EM 2024 bewerben wird.

15. Februar 2017: Die Türkei erklärt offiziell ihre Kandidatur. "Wir werden eine gute Bewerbung haben", sagt Verbandsboss Yildirim Demirören.

17. Februar 2017: Die erste Bewerbungsfrist für die möglichen deutschen Spielorte endet. 18 Städte und Stadien reichen ihre unverbindliche Interessensbekundung ein.

1. März 2017: Der DFB reicht bei der UEFA offiziell seine Interessenserklärung für die EM 2024 ein. Grindel reist persönlich nach Nyon in die Schweiz und übergibt die Unterlagen an UEFA-Generalsekretär Theodore Theodoridis.

8. März 2017: Die UEFA bestätigt den Eingang der beiden Interessenserklärungen aus Deutschland und der Türkei.

20. März 2017: Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan unterstreicht die Ambitionen der Türkei. "Wir sind immer bereit, jedes Sportereignis auszurichten", sagt der im Westen umstrittene Staatschef.

15. Mai 2017: Nach Freiburg und Karlsruhe zieht auch die Stadt Kaiserslautern ihre Bewerbung als Spielort zurück. Als Grund für die Entscheidung gibt der Stadtrat unter anderem ein nicht kalkulierbares, finanzielles Risiko an. Im Rennen sind noch 14 Städte für zehn Plätze.

24. August 2017: Der DFB startet einen Design-Wettbewerb für ein Logo zur Bewerbung.

15. September 2017: Der DFB wählt die designierten Spielorte aus. Das Rennen machen Berlin, München, Hamburg, Dortmund, Leipzig, Frankfurt/Main, Stuttgart, Gelsenkirchen, Köln und Düsseldorf. Das DFB-Präsidium entscheidet sich gegen Nürnberg, Hannover, Mönchengladbach und Bremen. Die Bundeshauptstadt erreicht die qualitativ beste Bewertung.

19. September 2017: Markus Stenger wird zum Leiter des Bewerbungsverfahrens ernannt. Stenger war zuletzt als Abteilungsleiter Spielbetrieb unter anderem für organisatorische Belange des DFB-Pokals, der 3. Liga und der Junioren-Bundesligen zuständig.

08. Oktober 2017: Das Logo wird veröffentlicht. Die in Mainz vorgestellte Bildmarke zeigt zwei Herzen in den deutschen Nationalfarben Schwarz-Rot-Gold und eine 24, dazu die Zeile "Germany Candidate for UEFA EURO 2024".

14. November 2017: Der DFB gibt das Motto der Bewerbung ("United by Football - Vereint im Herzen Europas") bekannt. 

8. Dezember 2017: Weltmeister-Kapitän Philipp Lahm wird zum DFB-Ehrenspielführer und zum Botschafter der deutschen EM-Bewerbung ernannt. 

24. April 2018: Der DFB gibt seine 868 Seiten starke Bewerbung bei der UEFA ab. Neben dem Bid Book besteht das Paket aus einem 760-seitigen Anhang mit zahlreichen Unterstützungsschreiben von Vertretern aus Sport, Politik und Wirtschaft. Darüber hinaus wird ein von der UEFA gar nicht gefordertes Nachhaltigkeitskonzept für das Turnier übergeben.

26. April 2018: Der türkische Verband reicht seine vollständigen Bewerbungsunterlagen ein. 

27. April 2018: Die offizielle Bewerbungsfrist endet.

14. Mai 2018: Einen Tag vor der Nominierung des vorläufigen WM-Kaders tauchen Fotos auf, die die Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan in London mit Erdogan zeigen. Es ist der Beginn des Dauerthemas, das den DFB monatelang begleiten wird.

22. Juli 2018: Özil tritt aus der Nationalmannschaft zurück. Er greift dabei Grindel scharf an und spricht von "Rassismus und fehlendem Respekt". In der Folge entwickelt sich eine laute, gesellschaftspolitische Diskussion, in der es keinen Gewinner gibt.

10. August 2018: Servet Yardimci, Chef des türkischen Bewerbungskomitees, sieht in der unrühmlichen Affäre um Özil einen Vorteil für sein Land. "Es ist eine internationale Geschichte geworden und sehr unglücklich. Ich hoffe, das wirkt sich zu unseren Gunsten aus, denn Özil hat das alles nicht verdient", sagt er.

16. August 2018: Der DFB teilt mit, dass Lahm im Falle des Zuschlags den Posten des Turnierdirektor übernehmen würde. Der 113-malige Nationalspieler würde dann auch als kooptiertes Mitglied dem DFB-Präsidium angehören.

21. September 2018: Die UEFA veröffentlicht ihren Evaluierungsbericht. Die deutsche Bewerbung erhält bessere Noten als die türkische, bei der unter anderem das "Fehlen eines Aktionsplans in Sachen Menschenrechte problematisch" sei.

27. September 2018: Vergabe der EM 2024 durch das UEFA-Exekutivkomitee an Deutschland. Das Ergebnis wurde von UEFA-Präsident Aleksander Ceferin verkündet

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