Thomas Tuchel will mit Paris Saint-Germain hoch hinaus, konnte die Mannschaf... - Bildquelle: imagoThomas Tuchel will mit Paris Saint-Germain hoch hinaus, konnte die Mannschaft aber bislang nicht nach eigenen Wünschen umgestalten. © imago

Paris/München – Er gilt als der taktisch vielleicht beste deutsche Fußball-Trainer, ist mit einem Jahresverdienst von rund fünf Millionen Euro der bestverdienendste Übungsleiter der französischen Ligue 1. Nun muss Thomas Tuchel als Cheftrainer von Paris Saint-Germain auch Taten folgen lassen. Sonntagabend (ab 20:30 Uhr im Liveticker auf ran.de und in der App über den Reiter "Live/Ergebnisse") startet seine Star-Truppe gegen den vermeintlichen Abstiegskandidaten SM Caen in die Saison. "Ich freue mich auf dieses erste Spiel im Parc des Princes. Ich habe viel über die besondere Atmosphäre und die Fans gehört", sagt er.

Einen ersten Erfolg hatte Tuchel als Trainer von PSG bereits zu verbuchen: Im chinesischen Shenzhen setzte sich seine Mannschaft gegen den Vizemeister AS Monaco problemlos mit 4:0 durch und gewann so den Supercup. Danach mutierte er zum Partylöwen und sang bei der Pressekonferenz ausgelassen "Happy" von Pharrell Williams. 

Doch so fröhlich diese Gesangseinlage auch gewesen sein mag: Ein eher unbedeutender Titel wie der Supercup hat in Paris keine Relevanz. Dort zählen nur die ganz großen Erfolge. 

Über eine Millarde Euro für Neuzugänge 

Seitdem die Katarer um Präsident Nasser Al-Khelaifi im Jahre 2011 das Zepter übernahmen, wurde mehr als eine Milliarde Euro in neue Spieler investiert. Alleine die Verpflichtungen von Neymar und Kylian Mbappe verschlangen insgesamt 357 Millionen Euro. Die Folge: Paris gewann in den letzten sechs Jahren fünf Mal die Meisterschaft.

Nur in der Champions League gab es bislang wenig Grund zum Feiern. Seit dem Jahre 1995 standen die Hauptstädter nicht mehr in einem Halbfinale der Königsklasse. In den vergangenen beiden Spielzeiten war bereits im Achtelfinale Endstation. Das soll sich ändern. Der Champions-League-Titel ist das Ziel.

Andere Titel werden praktisch "nebenher" erwartet, sind aber keinesfalls gleichbedeutend mit einer weiteren Job-Garantie. Das beweist alleine schon, dass Tuchel-Vorgänger Unai Emery vergangene Spielzeit alle vier nationalen Titel gewann und trotzdem gehen musste. 

Erschwerte Vorbereitung, kein neuer Wunschspieler

Die Erwartungshaltung in der französischen Hauptstadt ist groß. Die Voraussetzungen hingegen sind nicht optimal. Tuchel hatte kaum Zeit, seiner Mannschaft eine Handschrift zu übertragen. Die Weltmeister Mbappe, Alphonse Areola und Presnel Kimpembe nahmen erst Anfang dieser Woche das Training auf. Auch andere Schlüsselspieler wie Edinson Cavani und Thomas Meunier haben aufgrund des WM-Urlaubs einen Großteil der Vorbereitung verpasst.

Erschwerend kommt hinzu, dass Tuchel den Kader bislang nicht nach eigenen Wünschen verändern konnte. Gianluigi Buffon ist bislang der einzige echte Neuzugang. Dabei hat der Trainer seine Wünsche durchaus geäußert: Er hätte gerne einen Linksverteidiger, einen defensiven Mittelfeldspieler, vielleicht auch noch einen Innenverteidiger. Zudem soll er großes Interesse an seinem Ex-Spieler Ousmane Dembele haben. Aufgrund des Financial Fair Plays waren bislang allerdings keine Neuverpflichtungen möglich. Stattdessen wurden Spieler für 65 Millionen Euro abgegeben.

Auf dem Papier scheint die französische Meisterschaft trotzdem ein Selbstläufer zu sein. 832,2 Millionen Euro beträgt der Marktwert des gesamten Kaders (Quelle: Transfermarkt.de). Das ist fast so viel wie die Kader der vermeintlichen Konkurrenten Olympique Lyon (352,15 Millionen Euro), AS Monaco (277,9 Millionen Euro) und Olympique Marseille (233,3 Millionen Euro) zusammen.

Tuchel über Neymar: Er ist ein Künstler 

 

Neymar bleibt der Dreh- und Angelpunkt dieser Mannschaft - auch unter Tuchel. "Es gibt verschiedene Arten von Anführern, aber er ist ein ganz besonderer Schlüsselspieler", erklärte der Trainer und fügte hinzu: "Er ist ein Künstler, ein Kreativer." Auch Torwart Buffon soll mit seiner Erfahrung, die er in mehr als 20 Jahren Profifußball gesammelt hat, eine Führungsrolle einnehmen. "Er ist ein großer Profi, eine Legende, zudem sehr bescheiden. Er wird einen großen Einfluss auf das Team haben", sagt Tuchel.

Im Supercup hütete der 40-Jährige das Tor. Ob er das auch am Sonntagabend tun wird oder aber von dem deutschen Nationalspieler Kevin Trapp oder der bisherigen Nummer 1 Alphonse Areola abgelöst wird, ließ der Trainer bei der Pressekonferenz noch offen: "Das ist eine harte Entscheidung für mich. Jeder Torwart ist talentiert genug und hat genug Persönlichkeit, um die Nummer eins zu sein – auch hier."

Wie auch immer die Startelf aussehen wird: Der SM Caen (Kader-Marktwert: 47,15 Millionen Euro) dürfte für die Star-Truppe aus der französischen Hauptstadt kein Gegner sein. Erst Ende September und Anfang Oktober warten mit OGC Nizza und Olympique Lyon die ersten Prüfsteine im Ligabetrieb. 

Zwischenzeitlich steht am 18./19. September der Startschuss in der Königsklasse an. Dem Wettbewerb also, wegen dem der deutsche Trainer überhaupt geholt wurde. Denn eines ist klar: Nur wenn Tuchel auch am 1. Juni 2019, dem Tage des Champions-League-Finals im Wanda Metropolitano von Madrid, ausgelassen "Happy" singen wird, wird auch ganz Paris so richtig happy sein.

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