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München - WM 2022: Erstmals in der Geschichte wird eine Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft im Winter ausgetragen. Los ging es am 20. November und bis zum 18. Dezember wird der neue Weltmeister ermittelt. 

Die deutsche Nationalmannschaft ist nach der WM 2018 nun bereits zum zweiten Mal in Folge in der Vorrunde ausgeschieden.

ran zeigt euch im DFB-Ticker die neuesten News und Infos rund um die deutsche Nationalmannschaft bei der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar.

+++ Update, 05. Dezember 2022, 14:25 Uhr: Süle und Co. ab Mittwoch im BVB-Training +++

Niklas Süle, Youssoufa Moukoko und Co. bleibt kaum Zeit, die WM-Enttäuschung zu verarbeiten. Die in Katar bereits ausgeschiedenen Nationalspieler des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund steigen bereits am Mittwoch wieder ins Training ein. Neben Süle und Moukoko betrifft das aus der DFB-Auswahl auch Nico Schlotterbeck, Julian Brandt und Karim Adeyemi.

Das Quintett wird ebenso wie die Belgier Thomas Meunier und Thorgan Hazard sowie US-Boy Giovanni Reyna am Dienstag zur individuellen Diagnostik erwartet. Die klare Botschaft des Vereins: Nach einem bisher unbefriedigenden Saisonverlauf werden beim Tabellensechsten die Zügel angezogen.

Die Nationalspieler sollen auch am Freitag mit zum Winter Cup nach Bukarest fliegen, erst ab dem 12. Dezember ist Pause. Ab dem 2. Januar startet dann die Vorbereitung auf den weiteren Saisonverlauf, am 6. Januar fliegt der BVB ins Trainingslager nach Marbella.

+++ Update, 05. Dezember 2022, 13:11 Uhr: Petition gegen FIFA stößt auf große Resonanz +++

Der Appell der Nachhaltigkeits-Initiative "Sports for Future" zum geforderten Austritt des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) aus dem Weltverband FIFA stößt auf große Resonanz. Die am 24. November gestartete Petition steht am Montag kurz vor der 95.000 Unterschrift. 

In dem Aufruf appelliert die Initiative "an den DFB und andere Verbände, eine Zusammenarbeit mit der FIFA unter diesen Voraussetzungen zu beenden und stattdessen an einer Reform des Weltverbandes mitzuwirken".

Zudem sollten "alle Unternehmen, die das System FIFA direkt oder indirekt unterstützen", ihr Engagement beenden.  

"Sport for Future" wirft dem Weltverband vor, bei der WM "ein System auf die Spitze" zu treiben, "in dem Korruption nachgewiesen ist, das menschenverachtendes und menschenrechtswidriges Verhalten zulässt, das Umwelt- und Klimaschutz missachtet und dessen rücksichtslose Protagonisten auch vor Erpressungen im laufenden Turnier nicht zurückschrecken".

Drei Tage vor der Veröffentlichung der Petition hatten die FIFA das Tragen der "One Love"-Binde bei der Weltmeisterschaft in Katar verboten. Als Reaktion hielten sich die Spieler der deutschen Nationalmannschaft beim Teamfoto vor der 1:2-Auftaktniederlage gegen Japan demonstrativ den Mund zu.

+++ Update, 05. Dezember 2022, 08:34 Uhr: Messi wundert sich über frühes DFB-Aus +++

Argentinien ist eine Macht, Brasilien einer der großen Favoriten, Frankreich ebenfalls, und Spanien spielt sehr gut. Nach dem Einzug der Gauchos ins WM-Viertelfinale nennt 1000-Spiele-Mann Lionel Messi seine Favoriten auf den Titel bei der Endrunde in Katar. Und zeigt sich verwundert über das erneute Aus der deutschen Elf.

"Das hat mich überrascht, weil sie viele wichtige Spieler haben, eine junge Mannschaft, und weil Deutschland immer unter den Besten ist", sagte der 35-Jährige, der am Samstag beim 2:1 im Achtelfinale gegen Australien die magische Barriere von Einsätzen in Klub und Nationalelf durchbrach, dem heimischen Sportblatt Ole. "Wieder einmal in der ersten Runde raus", rätselte Messi über die DFB-Auswahl und erkannte: "Das ist WM. Namen zählen nicht mehr." 

Für den Star von Paris St. Germain sei auch Argentinien als Favorit angereist, aber das "müsse man auf dem Platz unter Beweis stellen". Brasilien bliebe für ihn auch trotz der Niederlage gegen Kamerun "einer der großen Favoriten". Spanien, "trotz der Art und Weise, wie sie weitergekommen sind", habe eine klare Idee, wenn sie in Ballbesitz sind.

Und seine Erwartungen an das Viertelfinale gegen die Niederländer am kommenden Freitag? "Das wird eine umkämpfte Partie, wie alle bei dieser WM. Es ist eine großartige Mannschaft, mit großartigen Spielern und einem brillanten Trainer. Es wird hart", gab Argentiniens Kapitän zu.

WM 2022 live: Das Wichtigste vom Vortag

DFB-Krisengipfel mit Flick und Bierhoff am Mittwoch

Das erste Krisen-Gespräch zwischen der Spitze des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der sportlichen Führung der Nationalmannschaft soll nach Informationen von ran und anderen Medien am Mittwoch stattfinden. Demnach treffen sich DFB-Präsident Bernd Neuendorf, sein Vize Hans-Joachim Watzke, Bundestrainer Hansi Flick und Geschäftsführer Oliver Bierhoff am Vormittag in Frankfurt/Main. Der DFB bestätigte diesen Termin auf "SID"-Anfrage am Sonntagnachmittag allerdings nicht.

Nach dem erneuten Vorrunden-Aus bei der WM in Katar hatte Neuendorf eine Jobgarantie für Flick und Bierhoff verweigert und eine eingehende Analyse eingefordert. Der Verbandschef kündigte am vergangenen Freitag eine erste Zusammenkunft für die "kommende Woche" an. 

"Meine Erwartung an die sportliche Leitung ist, dass sie zu diesem Treffen eine erste Analyse vornimmt, eine sportliche Analyse dieses Turniers. Dass sie aber auch Perspektiven entwickelt für die Zeit nach dem Turnier mit dem Blick auf die Europameisterschaft im eigenen Land", hatte Neuendorf noch in Doha vor dem Rückflug nach Deutschland erklärt.

Musiala nach WM-Aus: "Enttäuschung ist gerade riesig"

Jamal Musiala, einer der wenigen Lichtblicke bei Deutschlands Vorrunden-Aus in Katar, äußerte sich nun via Twitter zum enttäuschenden Auftreten des DFB-Teams bei der WM-Endrunde.

"Momentan fällt es mir noch schwer die richtigen Worte zu finden. Diese WM sollte mehr für uns werden, wir haben uns viel mehr vorgenommen. Definitiv! Die Enttäuschung ist gerade riesig", schrieb der Bayern-Profi, "ich werde in den kommenden Wochen diese Erfahrung verarbeiten und sie nutzen, um daraus zu lernen. In 2023 werde ich mit voller Motivation angreifen. Vielen Dank für eure großartige Unterstützung und Nachrichten - das bedeutet mir sehr viel".

Klinsmann warnt vor DFB-Umbruch

Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann hat nach dem Vorrunden-Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM in Katar vor einem kompletten Umbruch gewarnt. "Du kannst jetzt nicht alles über den Haufen werfen", sagte der 58-Jährige bei "Sport1": "Vor allem nicht mit einer Generation von Spielern, die erst noch aufblühen wird."

Bundestrainer Hansi Flick sei "ein feiner Trainer und feiner Mensch, das hat er mehrfach bewiesen beim FC Bayern", sagte Klinsmann. Vor der Heim-EM habe man "nur noch 18 Monate, da muss alles gut überlegt sein bei Veränderungen". 

In Katar habe die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) "großen Aufwand betrieben, war aber nicht effektiv im Abschluss", erklärte Klinsmann, der auch Mitglied der Technical Study Group (TSG) des Weltverbandes FIFA ist. 

Auch nach Angaben der TSG ist das frühe Aus auch auf die schlechte Chancenverwertung zurückzuführen. Das DFB-Team kam mit Abstand zu den meisten Schussversuchen aller Mannschaften in der WM-Gruppenphase. 

"Wir in Deutschland haben die Diskussion, ob ein echter Neuner, wie Miroslav Klose es früher war, die effizientere Lösung gewesen wäre", sagte Klinsmann. Es gebe einen Mangel an echten Torjägern, die die Chancen auch nutzen.

Das DFB-Team kam zu insgesamt 67 Versuchen in drei Spielen, Mannschaften mit einer geringeren Zahl an Abschlüssen wie Australien und Polen (je 20) schafften den Sprung ins Achtelfinale. "Sie waren oft effizienter. Sie haben ihre Konter genutzt", sagte Arsene Wenger, FIFA-Direktor für globale Fußballförderung. 

"Mund-zu-Geste" - nur zwei Spieler waren wohl dafür

Beim Auftaktspiel sorgte die deutsche Nationalmannschaft mit der "Mund-zu-Geste" für Aufsehen als Reaktion auf das FIFA-Verbot der "One Love"-Kapitänsbinde, die Manuel Neuer und zahlreiche andere Kapitäne eigentlich als Zeichen für Diversität der Gesellschaft tragen wollten. 

So einig, wie die Geste dann von den Spielern des DFB-Teams beim Mannschaftsfoto vor dem Anstoß gegen Japan durchgeführt wurde, waren sich die Spieler aber wohl gar nicht. Laut "ARD" sprachen sich mannschaftsintern zunächst nur zwei Spieler für die dann durchgeführte "Mund-zu-Geste" aus: Manuel Neuer und Leon Goretzka. Dies berichtet auch die "Bild". 

Andere Spieler sollen die Diskussion um die "One Love"-Binde hingegen als störend empfunden haben und wollten sich stattdessen voll auf die sportliche Herausforderung bei der WM in Katar fokussieren.

Erst als die Entscheidung für die "Mund-zu-Geste" beschlossen wurde, sollen sich dann auch andere Führungsspieler wie Joshua Kimmich damit identifiziert haben. 

"Ich bin der Meinung, die Spieler haben sich am Ende zu sehr damit beschäftigen müssen und es war nicht förderlich", analysierte "ARD"-Experte Thomas Hitzlsperger, "áber man muss auch sagen, kein Spieler hat es bisher als Alibi genutzt und das fand ich sehr, sehr gut".

Effenberg rät Müller und Neuer zum DFB-Rücktritt

In seiner Rolle als Experte im Fußballtalk "Doppelpass" hat Stefan Effenberg nach dem deutschen WM-Aus unter anderem den beiden Weltmeister von 2014, Thomas Müller und Manuel Neuer, den Rücktritt geraten. 

"Ich würde es schon finden, wenn die Spieler sich von sich aus verabschieden", sagte Effenberg über die Personalie Müller und Neuer.

Gerade auf der Torwartposition sieht Effenberg Deutschland auch ohne Neuer gut aufgestellt: "Wir haben im Tor mit Marc-Andre ter Stegen auch hinter Manuel Neuer einen starken Mann."

Müller sprach bereits direkt nach dem abschließenden Vorrunden-Spiel gegen Costa Rica (4:2) in einem emotionalen Interview von einem möglichen Rücktritt aus dem DFB-Team.

Neben der Debatte um mögliche Rücktritte sprach Effenberg explizit die Defizite in der deutschen Abwehr an. "Kein einziger Verteidiger hat das Prädikat Weltklasse – das ist internationale Klasse, aber weit weg von Weltklasse", analysierte der Ex-Nationalspieler. 

Wie sieht der WM-Kader der deutschen Nationalmannschaft aus?

Bundestrainer Hansi Flick hat folgende 26 Spieler für die FIFA WM-Endrunde 2022 in Katar nominiert:

  • Tor: Manuel Neuer (Bayern München), Marc-Andre ter Stegen (FC Barcelona), Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt)
  • Abwehr: Armel Bella Kotchap (FC Southampton), Matthias Ginter, Christian Günter (beide SC Freiburg), Thilo Kehrer (West Ham United), Lukas Klostermann, David Raum (beide RB Leipzig), Antonio Rüdiger (Real Madrid), Nico Schlotterbeck, Niklas Süle (beide Borussia Dortmund)
  • Mittelfeld: Julian Brandt (Borussia Dortmund), Leon Goretzka, Serge Gnabry, Joshua Kimmich, Thomas Müller, Leroy Sane, Jamal Musiala (alle Bayern München), Jonas Hofmann (Borussia Mönchengladbach), Mario Götze (Eintracht Frankfurt), Ilkay Gündogan (Manchester City)
  • Angriff: Karim Adeyemi, Youssoufa Moukoko (beide Borussia Dortmund), Niclas Füllkrug (Werder Bremen), Kai Havertz (FC Chelsea)

Wie sehen die Gruppen bei der WM aus?

Insgesamt spielen in der Gruppenphase 32 Teams in acht Gruppen á vier Mannschaften gegeneinander.

  • Gruppe A: Katar, Ecuador, Senegal, Niederlande
  • Gruppe B: EnglandIranUSAWales
  • Gruppe C: ArgentinienSaudi-ArabienMexikoPolen
  • Gruppe D: FrankreichAustralienDänemarkTunesien
  • Gruppe E: SpanienCosta RicaDeutschlandJapan
  • Gruppe F: BelgienKanadaMarokkoKroatien
  • Gruppe G: BrasilienSerbienSchweizKamerun
  • Gruppe H: PortugalGhanaUruguay, Südkorea

Wie sind die Anstoßzeiten bei der WM 2022 in Katar?

Die Gruppenspiele bei der WM 2022 finden um 11:00 Uhr, 14:00 Uhr, 16:00 Uhr, 17:00 Uhr und 20:00 Uhr statt. Die Achtelfinals starten um 16:00 Uhr und um 20:00 Uhr - zur gleichen Zeit werden auch die Viertelfinals angepfiffen. Die zwei Halbfinals finden um 20:00 Uhr statt und das Finale um 16:00 Uhr.

Wo kann ich die WM 2022 sehen - wo wird die Weltmeisterschaft übertragen?

MagentaTV überträgt alle 64 Spiele der Weltmeisterschaft live - davon insgesamt 16 Spiele exklusiv. Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF übertragen insgesamt 48 Spiele. Darin enthalten sind sowohl alle Spiele des DFB-Teams sowie die Halbfinals und das Endspiel.

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Wann findet das Finale bei der WM 2022 in Katar statt?

Das Finale bei der WM 2022 wird am 18.12.2022 in Katar ausgetragen. Um 16 Uhr ist im Lusail Iconic Stadium Anpfiff. 


Wie ist Deutschland bei der WM 2022 ausgeschieden?

Deutschland hat den Einzug ins Achtelfinale verpasst. Die deutsche Nationalmannschaft holte in der Gruppe E nur vier Punkte und beendete die Gruppe als Tabellenvierter. Japan und Spanien ziehen in die nächste Runde ein.


Wer überträgt die WM 2022 in Katar live?

Übertragen wird die WM 2022 von ARD, ZDF und von MagentaTV. Dabei sind aber nicht alle Spiele der WM im frei empfangbar zu sehen sein: 48 der 64 WM-Spiele werden im Free-TV zu sehen sein, der Rest nur über ein Abonnement von MagentaTV. 


WM 2022: Wie sah der deutsche Kader bei der WM aus?

26 Spieler konnte Bundestrainer Hansi Flick für die WM 2022 in Katar nominieren:

Tor: Manuel Neuer (FC Bayern München), Marc-André ter Stegen (FC Barcelona), Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt)

Abwehr: Antonio Rüdiger (Real Madrid), Niklas Süle (Borussia Dortmund), Nico Schlotterbeck (Borussia Dortmund), Thilo Kehrer (West Ham United), David Raum (RB Leipzig), Christian Günter (SC Freiburg), Lukas Klostermann (RB Leipzig), Armel Bella Kotchap (FC Southampton), Matthias Ginter (SC Freiburg)

Mittelfeld und Angriff: Leon Goretzka (FC Bayern München) Joshua Kimmich (FC Bayern München), Ilkay Gündogan (Manchester City), Jonas Hofmann (Borussia Mönchengladbach), Serge Gnabry (FC Bayern München), Jamal Musiala (FC Bayern München), Thomas Müller (FC Bayern München), Leroy Sané (FC Bayern München), Kai Havertz (FC Chelsea), Karim Adeyemi (Borussia Dortmund), Youssoufa Moukoko (Borussia Dortmund), Julian Brandt (Borussia Dortmund), Niclas Füllkrug (Werder Bremen), Mario Götze (Eintracht Frankfurt)


WM 2022 in Katar

WM 2022 Achtelfinale

  • 03.12.2022
    - 06.12.2022
    1/8 Finale Weltmeisterschaft 2022

05.12.2022