Frauenfußball: Schult sieht die Vereine in der Pflicht - Bildquelle: PIXATHLONPIXATHLONSIDFrauenfußball: Schult sieht die Vereine in der Pflicht © PIXATHLONPIXATHLONSID

London - Nationaltorhüterin Almuth Schult hat erneut das mangelnde Engagement der deutschen Traditionsklubs für den Frauenfußball kritisiert und beispielsweise Borussia Dortmund in die Pflicht genommen. "Ich glaube, wenn Dortmund mal ein Probetraining anbieten würde, um ein Frauenteam zu gründen, würden sich innerhalb weniger Wochen Hunderte melden", sagte die 28-Jährige, die beim Fußballfest am Samstag (18.30 Uhr/Eurosport) zwischen England und Deutschland vor 90.000 Zuschauern im Wembley-Stadion verletzt zuschauen muss, der Süddeutschen Zeitung (SZ).

Sie kenne "Nationalspielerinnen, die sagen: Wenn der BVB eine Frauenmannschaft gründet, will ich dieses Trikot tragen", fuhr die Nummer eins im Tor des deutschen Meisters VfL Wolfsburg fort: "Ich glaube, den Vereinen ist gar nicht bewusst, was da für ein Potenzial drinsteckt."

Schult wünscht sich Spiel in Dortmund

Ein Spiel im Westfalenstadion würde Schult extrem reizen. "Das wäre auch so ein Erlebnis, aber ob das je passiert? Dortmund engagiert sich ja leider nicht für den Frauenfußball. Auch Schalke nicht", sagte die Weltklasse-Keeperin, die nach einer Schulter-Operation auf ihr Comeback hinarbeitet.

Schult warnt: "Ich glaube, ohne die großen Vereine, die polarisieren und die Fans mitnehmen, wird es nicht funktionieren. Durch mehr Anerkennung würden mehr Sponsoren kommen, damit gäbe es ganz andere Möglichkeiten der Vermarktung, dadurch mehr Zuschauer und ein höheres Medieninteresse. Das ist ein Kreislauf."

Hoffnung macht ihr der neue Chef im Deutschen Fußball-Bund (DFB). "Ich habe das Gefühl, dass beim DFB mit dem neuen Präsidenten Fritz Keller eine Aufbruchstimmung herrscht. Und vielleicht gehören Fußballerinnen in ein paar Jahrzehnten ganz selbstverständlich dazu."

Aber was man bisher oft höre, "sind für mich Ausreden, und das macht mich traurig, weil wir Fußballerinnen dadurch deutlich merken, dass wir nicht gewollt sind", sagte die Olympiasiegerin von Rio 2016.

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