Bierhoff fordert eine Rückkehr der Bolzplatz-Mentalität - Bildquelle: PIXATHLONPIXATHLONSIDBierhoff fordert eine Rückkehr der Bolzplatz-Mentalität © PIXATHLONPIXATHLONSID

Berlin - Zurück in die Zukunft: Um wieder an alte Erfolge anzuknüpfen, wünscht sich DFB-Direktor Oliver Bierhoff im deutschen Fußball eine Bolzplatz-Mentalität zurück. Es gehe beispielsweise darum, den "Straßenfußball" zurück in die Vereine zu bringen und eine Mentalität zu fördern, wie wir sie von früher auf dem Bolzplatz kannten: schnell, direkt, Individualität zulassend und Kreativität fördernd, schrieb der 51-Jährige in einem Gastbeitrag für die Welt am Sonntag.

Nach der Blamage bei der WM-Endrunde 2018 in Russland gehe es darum, den deutschen Fußball neu zu positionieren. Um wieder dauerhaft international in der Spitzenklasse mitzuspielen, brauche es den Mut, neue Wege zu gehen und einschneidende Veränderungen in Kauf zu nehmen. 

Es bedürfe zwar keiner so harten Richtungsänderung wie im Jahr 2000, als man mit der Errichtung der Leistungszentren in den Profivereinen und dem DFB-Förderprogramm dafür gesorgt hat, dass technisch und taktisch gut ausgebildete Spieler hervorgebracht wurden, die dann auch die Weltmeisterschaft 2014 gewonnen haben. Man arbeite weiter auf einem sehr hohen Niveau: "Aber wir müssen nun spürbare und konsequente Maßnahmen ergreifen, um den nächsten Schritt zu gehen. Das ist eine Mammutaufgabe, aber die Chancen waren nie besser, die Voraussetzungen werden geschaffen und sind auch zum Teil schon vorhanden."

Bierhoff fordert mehr "Variabilität, Spielfreude und Cleverness"

Die Direktion Nationalmannschaften & Akademie trage mit ihrer Zukunftsstrategie entscheidend dazu bei, dieses Ziel zu erreichen. Unter seiner Führung müssten heute die Rahmenbedingungen geschaffen werden, um unseren Nachwuchs zu "Weltmeistern von morgen" zu formen, so der frühere DFB-Kapitän.

"Wir brauchen wieder mehr Variabilität, Spielfreude und Cleverness, eine bessere Ausschöpfung des Talentpools, eine gezieltere Förderung und Begleitung von Spielern und Trainern sowie letztendlich eine sportliche Performance, die uns zu Siegern macht", so der ehemalige Italien-Legionär. Die bisherigen Strukturen hätten sich in den vergangenen Jahren bewährt, doch man brauche neue Impulse, um den deutschen Fußball zukunfts- und damit dauerhaft wettbewerbsfähig zu machen.

Zudem gab Bierhoff ein klares Bekenntnis zum Frauenfußball ab: "Es muss selbstverständlich sein, dass wir die Ausbildung und Förderung unserer weiblichen Leistungsträger genauso wichtig nehmen und mit Engagement unterstützen wie bei den Männern. Frauen und Juniorinnen profitieren beispielsweise ebenso wie Männer und Junioren von den Möglichkeiten, welche ihnen die DFB-Akademie zur Aus- und Weiterbildung sowie im Innovationsbereich bietet."

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