Sadio Mane vom FC Liverpool gilt als Wunschspieler des FC Bayern München - Bildquelle: IMAGO/ShutterstockSadio Mane vom FC Liverpool gilt als Wunschspieler des FC Bayern München © IMAGO/Shutterstock

München - Erst die Trophäe, dann der Wechsel in die Bundesliga? Sadio Mané könnte am Samstag beim Champions-League-Finale (ab 21 Uhr im Liveticker auf ran.de) gegen Real Madrid sein letztes Spiel für den FC Liverpool bestreiten. Die Anzeichen für einen Wechsel zum FC Bayern München verdichten sich.

Die Ablösesumme für den Angreifer, der beim FC Liverpool lediglich noch ein Jahr unter Vertrag steht, soll unter 50 Millionen Euro liegen. Die Bayern sollen sich eine Ablöse von etwa 30 Millionen Euro vorstellen können.

Laut Informationen der "Bild" soll ein Treffen des FC Bayern mit Mané-Berater Björn Bezemer (Agentur "ROOF") bereits auf Mallorca stattgefunden haben. Der Offensivspieler soll sich einen Wechsel zum FC Bayern München vorstellen können.

Damit nicht genug: Er soll die Vereinsführung des FC Liverpool bereits über seinen Wechselwunsch informiert haben.

Mané selbst wollte sich bislang nicht zu den Spekulationen äußern. "Ich werde die Fragen bezüglich meiner Zukunft nach dem Champions-League-Finale beantworten", sagte der Senegalese gegenüber "Sky Sports News": "Ich sage nicht 'Ja oder Nein', ich antworte nach dem Champions-League-Finale."

Ein Dementi würde anders klingen.

Mané soll gemeinsam mit Lewandowski stürmen

Eine Verpflichtung von Mané wäre nicht gleichbedeutend mit einem Verkauf von Robert Lewandowski. Laut der "Bild" soll der FC Bayern Stand heute mit Lewandowski im Sturm und Mane auf der Außenbahn planen.

Vielmehr könnte ein Verkauf von Serge Gnabry zum Thema werden. Der Vertrag des deutschen Nationalspielers endet in einem Jahr. Eine Verlängerung des Kontrakts gestaltet sich offenbar schwierig.

In diesem Sommer könnte Gnabry noch für Transfereinnahmen sorgen und somit die Verpflichtung von Mané mitfinanzieren. Gnabry steht laut "Sport Bild" auf der erweiterten Wunschliste von Real Madrid.

Gut für die Verantwortlichen des FC Bayern: Gnabry und Mané werden von der gleichen Berater-Agentur vertreten, sodass es für beide Transfers die gleichen Ansprechpartner gäbe.

Doch lässt der FC Liverpool Mané wirklich gehen?

Der Afrika-Cup-Sieger wechselte im Sommer 2016 für eine Ablöse von rund 41,2 Millionen Euro vom FC Southampton nach Liverpool. Seitdem gelangen ihm in 268 Pflichtspielen 120 Tore und 48 Vorlagen.

Klopp lobt Mané: "Er ist eine Maschine"

Mané ist extrem schnell und flexibel einsetzbar, weil er auf beiden Flügeln und alternativ auch als Mittelstürmer auflaufen kann.

"Er ist eine Maschine", lobt Liverpool-Trainer Jürgen Klopp: "Er ist ein herausragender Spieler. Dieser Mix aus Körperlichkeit, Einsatz und Technik ist enorm - vor allem jetzt, wo alle viele Spiele in den Knochen haben. Ein super Tor, ein fantastischer, ein Weltklassespieler." 

 

Es ist zwar fest davon auszugehen, dass Klopp weiterhin gerne mit Mané zusammenarbeiten würde. Die Gespräche über eine Vertragsverlängerung scheinen allerdings zu stocken. Zudem ist es gut möglich, dass der Profi im Alter von 30 Jahren nach Frankreich, Österreich und England noch eine weitere Liga kennenlernen möchte.

Der mühsame Weg in den Profifußball

Auch von der Mentalität her könnte Mané gut zum FC Bayern passen. Der gläubige Muslim musste sich seinen Erfolg hart erkämpfen.

Mané entstammt armen Verhältnissen. "Ich bin mit zehn anderen Personen im Haus aufgewachsen, niemand wollte, dass ich Fußballer werde", erzählte er gegenüber den Vereins-Medien des FC Liverpool: "Mit 15 Jahren habe ich mir von jemandem, der wie mein Vater war, Geld ausgeliehen und bin nach Dakar aufgebrochen. Ich habe mit niemandem gesprochen. Für eine Woche wusste niemand, wo ich war."

Über die Generation-Foot-Akademie in Dakar schaffte er im Alter von 19 Jahren den Sprung nach Frankreich zum FC Metz. Seinen Durchbruch hatte Mané allerdings erst nach seinem Wechsel im Jahre 2012 zu Red Bull Salzburg. Oliver Glasner, der mit Eintracht Frankfurt gerade die Europa League gewann, war damals dortiger Co-Trainer. 

"Er konnte damals weder Deutsch noch Englisch sprechen. Später wurde er mit dem FC Liverpool Champions-League-Sieger. Zu unserer Zeit hatte er noch ganz andere Themen abseits vom Fußball", erinnert er sich im Gespräch mit "DFB.de".  

Heute ist er ein Spieler, um dem sämtliche Top-Vereine buhlen. Neben dem FC Bayern München soll auch Paris Saint-Germain interessiert gewesen sein. Nach der teuren Vertragsverlängerung mit Kylian Mbappé dürfte eine Verpflichtung von Mané allerdings den Rahmen sprengen.

Die Entscheidung scheint also zwischen Bayern und Liverpool zu fallen - allerdings erst nach dem Champions-League-Finale.

Oliver Jensen

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