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München - Per Mertesacker hat einen Blick in seine Fußballer-Seele gewährt. Und damit offenbar sehr vielen Fußballern aus der Seele gesprochen. Denn nur wenige Tage nach dem emotionalen Interview mit dem Spiegel ziehen zahlreiche Kollegen nach. Sie haben nicht nur Verständnis für den Weltmeister, nein, sie haben ähnliche Dinge erlebt wie der Abwehrspieler. Die Solidaritätswelle rollt.

"Wenn der Fußball zum Alptraum wird"

"Wenn der Fußball zum Alptraum wird": Unter dieser Überschrift hat die spanische Sporttageszeitung Marca Erlebnisse von Fußballer-Kollegen gesammelt. Wie zum Beispiel vom portugiesischen Europameister Andre Gomes. Der kickt seit 2016 beim FC Barcelona, hat den Durchbruch bei den Katalanen noch nicht geschafft. In dieser Saison ist er noch komplett ohne Tor, dafür spürt er umso mehr Druck.

"Manchmal wollen die Bilder von einem Spiel ein oder zwei Tage später nicht aus dem Kopf verschwinden", sagte der Mittelfeldspieler: "Ich wollte nicht aus dem Haus auf die Straße gehen, weil ich Angst hatte, dass mich jemand erkennen würde." Er meint sogar: "Vielleicht ist es nicht das beste Wort, aber für mich ist es in Barcelona ein bisschen wie in der Hölle."

35 Millionen Euro hatte der 27-malige Nationalspieler gekostet, als er vom FC Valencia kam. Inzwischen dominieren bei ihm die Selbstzweifel. „Ich fühle mich während der Spiele schlecht. Ich denke zu viel über die negativen Dinge nach", sagte Gomes. Auch im Training sei er im Gedanken an schlechte Leistungen blockiert: "Die Dinge laufen nicht so, wie sie sollten."

Das hässliche Entlein

Sein Landsmann Fabio Coentrao kennt das, er fühlte sich während seiner Zeit bei Barcas Erzrivalen Real Madrid als "das hässliche Entlein, weil die Leute meine Leistungen nicht anerkannt haben. Dabei macht Vertrauen für einen Fußballer 50 Prozent der Leistungsfähigkeit aus".

Und auch Superstar Andres Iniesta vom FC Barcelona kennt so etwas wie dunkle Gedanken. Er durchlebte nach dem Tod seines Freundes Dani Jarque von Espanyol Barcelona im Jahr 2009 eine schwere Krise: „Das Schlimmste war, dass man nicht wusste, was mit mir los war. Die Verbindung zwischen Geist und Körper funktionierte nicht mehr.“ Bei Barca verzichete Bojan Krkic 2008 freiwillig auf die EM. Er hatte schlicht „nicht die Kraft. Es ging mir sehr dreckig. Mir war fünf Monate lang jeden Tag schwindelig.“

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