Will mit seinem Team in diesem Jahr den U21-EM-Titel verteidigen: DFB-Bundes... - Bildquelle: 2016 Getty ImagesWill mit seinem Team in diesem Jahr den U21-EM-Titel verteidigen: DFB-Bundestrainer Stefan Kuntz © 2016 Getty Images

Bournemouth - 18 Spiele lang hat die Serie gehalten. Nun ist sie beendet. Die U21 von England hat wieder einmal eine Partie verloren. Gegen Deutschland. Ausgerechnet. Wobei: Das kennen sie ja schon. Die letzte Pleite für das Team von der Insel gab es nämlich im U21-EM-Halbfinale 2017, natürlich im Elfmeterschießen, natürlich auch gegen das deutsche Team. Trainer Stefan Kuntz und die "jungen Wilden" vom DFB - das Kryptonit für die "Young Lions".

"Du brauchst ein bisschen Glück. Das haben wir heute mal gehabt, aber daran haben wir zuvor auch gearbeitet", frohlockte ein sichtlich glücklicher U21-Bundestrainer nach dem 2:1-Last-Minute-Erfolg im ausverkauften Vitality Stadium in Bournemouth. Und tatsächlich, die deutsche Mannschaft hatte an diesem Abend auf der Insel das oft zitierte "Glück des Tüchtigen", spielte vor allem in den ersten 45 Minuten einen richtig ordentlichen Fußball. Die Generalprobe für die Europameisterschaft im Juni in Italien und San Marino ist also voll und ganz geglückt - oder doch nicht? 

Kuntz verändert das Spielsystem

Nach dem 2:2 gegen Frankreich - nach zwischenzeitlicher 2:0-Führung - stellte Kuntz gegen England taktisch um, spielte anstatt des 3-4-3-Systems gegen den Nachwuchs der "Equipe Tricolore" ein 4-2-3-1 mit dem Freiburger Luca Waldschmidt als nominell einzige Spitze. Und der Berliner Arne Maier rückte aus der zentralen Position der Dreierkette wieder ins defensive Mittelfeld. Und das zahlte sich aus.

Maier war Dreh- und Angelpunkt des deutschen Spiels und leitete das 1:0 durch Mo Dahoud mit einem feinen Pass mit ein. Dass er allerdings auch beim 1:1 durch den Engländer Dominic Solanke kurz vor der Halbzeit nicht so gut aussah, nagte an dem Hertha-Profi. "Da war ich leider nicht ganz unbeteiligt", musste Maier nach der Partie zugeben. Eine kleine Unzulänglichkeit - Maier schoss Solanke unglücklich an und der schob die Kugel dann wiederum mit aller Ruhe ins Netzt - und schon war es passiert.

U21 bringt sich kurz um den eigenen Lohn

Und das, obwohl die deutsche Mannschaft zuvor von der ersten Minute an eigentlich sehr kompakt stand, eine gute Raumaufteilung hatte und nach eigenem Ballgewinn immer wieder blitzschnell umschaltete. Doch genau diese eine unglückliche Aktion brachte die deutsche U21 kurzzeitig um den Lohn einer eigentlich durchweg ansprechenden Leistung. Ärgerlich, weil unnötig.

Das deutsche Team brauchte dann auch eine Weile, bis es seinen Rhythmus und seine Konzentration wieder gefunden hatte. "Wir müssen schauen, dass wir mindestens dieses 1:0 in die Halbzeit bringen", ärgerte sich Kuntz. "Dann sind wir ein bisschen von unserem Plan abgewichen." Doch: Die DFB-Elf fing sich wieder. Und sie gewann wieder mehr und mehr die Oberhand. Obwohl der U21-Bundestrainer in der 59. Minute gleich fünf (!) Mal auswechselte. "Die Wechsel haben gut geklappt, wir hatten nur mal kurzfristig die Kontrolle über das Spiel verloren", resümierte Kuntz. Auch eine Stärke seiner Mannschaft - die wirklich eine verschworene Einheit ist.

"Dieser Zusammenhalt ist unglaublich"

"Wir sind keine Giganten", sagte DFB-Debütant Lukas Nmecha. "Aber wir stehen zusammen und jeder kämpft für den anderen. Dieser Zusammenhalt ist unglaublich, ich bin auch noch nie so gut von einem Team empfangen und aufgenommen worden, wie von diesen Jungs."

Nmechas Spielgenehmigung trudelte erst kurz vor dem Anpfiff des England-Spiels ein, dennoch durfte er sich gegen die alten englischen Kollegen eine halbe Stunde lang zeigen - und machte seine Sache im Sturm gut. "Es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich hoffe natürlich, dass ich bei der EM dabei sein darf." Die Ansätze sahen zumindest schon einmal vielversprechend aus.

Uduokhai und Co. machen auf sich aufmerksam

Aber auch Spieler wie Dahoud oder der Siegtorschütze Felix Udoukhai machten in Bournemouth auf sich aufmerksam. "Er hat ein ganz klasse Spiel hingelegt, gegen starke englische Stürmer, und dann noch eine Bude gemacht. Das ist schon cool", lobte Kuntz seinen Defensivspieler über den grünen Klee. Aber tatsächlich meldete der Wolfsburger seinen englischen Gegenspieler komplett ab, ließ ihn nicht zur Entfaltung kommen. Der Lohn: das Sieg-Tor nur Sekunden vor dem Schlusspfiff.

"Heute haben sehr viele Spieler Werbung für sich gemacht", so der U21-Bundestrainer. Eine korrekte Analyse, die ihm die Aufgabe für die kommenden Wochen aber nicht einfacher macht - denn nun muss er sich in aller Ruhe überlegen, wen er im Juni alles zu EM mitnehmen möchte. Natürlich wird es dabei auch Härtefälle geben. Aber eines scheint schon jetzt klar zu sein: mit diesem Teamgeist und dieser Willensstärke ist die Titelverteidigung absolut möglich.

Aus Bournemouth berichtet: Dominik Hechler

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