Proteste in London für den Schutz afghanischer Frauen - Bildquelle: AFPSIDTOLGA AKMENProteste in London für den Schutz afghanischer Frauen © AFPSIDTOLGA AKMEN

Köln (SID) - Auch die afghanische Olympia-Pionierin Friba Rezayee ist in großer Sorge um Sportlerinnen in ihrer Heimat. "Nachdem die Taliban sich niedergelassen und ihre Regierung eingesetzt haben, werden sie die Personen verfolgen, die sich gegen sie ausgesprochen haben. Frauen, die zur Schule gegangen sind, Frauen, die zur Universität gegangen sind und Frauen, die Sport getrieben haben", sagte die mittlerweile in Kanada lebende Rezayee, die 2004 bei den Spielen in Athen im Judo als erste Frau für Afghanistan startete, im CNN-Interview.

Die Gründerin der Organisation "Women Leaders of Tomorrow", die sich für die Rechte der Frauen in Afghanistan einsetzt, steht im ständigen Austausch mit Frauen, die nach der Machtübernahme der Taliban um ihr Leben fürchten. "Sie schicken mir auch Nachrichten und flehen um ihr Leben, um ihre Sicherheit. Alle diese Menschenrechts- und Frauenrechtsaktivistinnen wollen aus dem Land fliehen", berichtete die 35-Jährige.

Rezayee arbeitet auch an einem Projekt zur Entsendung afghanischer Judoka zu den Sommerspielen 2024 in Paris und appellierte daher an internationale Sportverbände, Afghanistans Athleten zu unterstützen. Trotz der traumatischen Nachrichten und TV-Bilder gibt Rezayee die Hoffnung nicht auf.

"Meine Botschaft an die afghanischen Frauen in Afghanistan lautet: Bleibt stark. Dies ist ein Albtraum, aber Albträume dauern nicht sehr lange", sagte sie. "Wir werden das durchstehen. Wenn nichts anderes übrig bleibt, werden wir zu einer Widerstandsgruppe. Wir werden für unsere Rechte kämpfen, egal was passiert."

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