Abus Magomedov will Deutschlands (erfolgs-)reichster Kämpfer des Jahres werd... - Bildquelle: PFLAbus Magomedov will Deutschlands (erfolgs-)reichster Kämpfer des Jahres werden © PFL

München/New York – Im Grunde hatte Abus Magomedov gar keine Wahl. Es gibt nämlich nicht viel, was man in Dagestan machen kann, einer russischen Republik im Nordkaukasus. Als junger Mann ist es das Kämpfen, das möglicherweise eine Perspektive bietet. Denn damit wird man als Dagestani groß.

"Wenn du in Dagestan jung bist, kämpfst du jeden Tag", sagte Magomedov Sherdog.com. Und meint damit nicht unbedingt nur ein geregeltes Training. "Wenn du selbst nicht kämpfst, tun es deine Freunde." Und zur Unterstützung dann auch wieder Magomedov.

Neben allen Problemen ist Dagestan deshalb vor allem für eines bekannt: Für seine fabelhaften Ringer. Um die Kinder von der Straße zu bekommen oder vom Islamischen Staat fernzuhalten (Dagestan gilt als Brutstätte des islamischen Terrorismus in Russland), wird viel Geld in die Ausbildung gesteckt, werden überall Trainingszentren gebaut. 

Ringen als Chance

Ringen ist für Dagestani deshalb das, was Basketball oder Fußball für Europäer ist: eine Chance. Denn viel Arbeit gebe es nicht, erklärt Magomedov. "Was man hat, ist das Training." Und Magomedov trainierte. Und trainierte.

Mit 15 Jahren wanderte seine Familie nach Deutschland aus. Die Mutter war erkrankt, in Deutschland konnte ihr geholfen werden. Die Magomedovs blieben auch nach der Genesung der Mama in Deutschland. Abus wäre gerne für seine neue Heimat bei den Olympischen Spielen an den Start gegangen, doch der Traum zerplatzte an der Bürokratie.

Dafür startete er eine Karriere im MMA, 2010 wurde er Profi. Seinen nationalen Durchbruch feierte er bei der German MMA Championship (GMC). 2013 sicherte er sich mit einem vorzeitigen Sieg über den heutigen UFC-Kämpfer Jessin Ayari den GMC-Titel im Weltergewicht. "Im MMA ist es egal, was du hast. Du musst einfach nur gut sein", sagt Magomedov.

"Gut" war er 2018, wobei das untertrieben ist. Denn 2018 war sein wohl bestes Jahr. Der 28 Jahre alte Bundesligaringer hat inzwischen eine eindrucksvolle Profibilanz von 22-3-1 mit 17 vorzeitigen Siegen. Im Finale in der Silvesternacht (ab 1 Uhr live auf ranFIGHTING.de) trifft er auf Louis Taylor, einen 39 Jahre alten US-Amerikaner mit einer Profibilanz von 17-4-1 und 13 vorzeitigen Siegen. 

Eine Million Dollar im Blick

2018 knockte er bereits die Brasilianer Danillo Villefort und Anderson Goncalves in der Vorrunde der Professional Fighters League jeweils im ersten Durchgang aus. Und im Oktober setzte er sich an einem Abend gegen den Russen Gasan Umalatov und den Schweden Sadibou Sy durch. Der Lohn bei einem weiteren Sieg gegen Taylor: eine Million Dollar. 

Für ihn war die Professional Fighters League eine weitere Chance, die er nicht ablehnen konnte. Immerhin konnte er sich so in den USA zeigen. Denn klar: Wer im MMA professionell unterwegs ist, hat die UFC immer im Hinterkopf. 

Bei Magomedov ist es nicht anders. Er wäre bereit für die Beletage. Unter einer Bedingung: "Ich kämpfe nur gegen einen Top-10-Kämpfer." Bewiesen, dass er es kann, hat er inzwischen schließlich oft genug.

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