- Bildquelle: GMC/Foto Seven Sport © GMC/Foto Seven Sport

München – Einen Kämpferinstinkt hat man oder man hat ihn nicht. Anatolij Baal (8-2-1) hat ihn. Das bewies er bei seinen ersten Profikämpfen, die er nach nur wenigen Monaten Training bestritt. Baal verließ sich ganz auf seine Fäuste, schließlich war er in seiner Jugend ein regional erfolgreicher Amateurboxer.

Seinen vierten Kampf machte Baal bei GMC 6, das war im April 2015. Er besiegte den Kölner Mick Mokoyoko, der fünf Jahre mehr Erfahrung besaß, einstimmig nach Punkten. Ein Jahr später, bei GMC 8, bezwang er Abeku Afful, ebenfalls ein Veteran der deutschen Szene. Schon zu Beginn seiner Karriere hat Baal immer wieder bewiesen, dass er durch und durch ein Kämpfer ist.

"Ich lebe diesen Sport", sagte Baal im Interview mit ran FIGHTING. "Ob es ein Titelkampf ist, ob es kein Titelkampf ist, ob ich in den Vorkämpfen bin oder im Main Event, spielt für mich keine Rolle. Ich geh da rein, ich liefere eine geile Show ab, ich liefere einen geilen Kampf ab und das zählt für mich mehr als alles andere."

Aus dem Keller in die größten Hallen des Landes

Dass Baal heute bei GMC in Hallen kämpft, in der schon die UFC veranstaltet hat, ist dem Zufall zu verdanken. Nachdem der gebürtige Sibirier am Amateurboxen das Interesse verloren hatte, widmete er sich dem Fitness- und Krafttraining, bis er eines Tages muskelbepackte 98 Kilo wog.

Ein Kumpel hatte einen Kellerraum mit Matten hergerichtet und dort probierten die beiden einfach mal "UFC" aus. Was für ihn aus einer Laune heraus begann, ist mittlerweile zu einem Lebensinhalt geworden.

"Sobald sich die Cage-Tür schließt, ist für mich das Leben da", sagte Baal. "Es gibt keinen Moment im Alltag, in dem ich so sehr das Leben spüre, dieses hundertprozentige Leben. Man nimmt jeden Moment wahr."

Alles für den Sport

Gut 20 Kilo leichter als noch zu Beginn seiner Karriere, kämpfte sich Baal bis in die deutsche "Top 10". Der Tag des 26 Jahre jungen Böblingers dauert von sechs Uhr bis Mitternacht. Er trainiert morgens vor und abends nach der Arbeit und leitet sein eigenes Team, "Siberiantiger MMA" in Ehningen. Und ganz nebenbei bereitet er sich auf seine Kämpfe gegen einige der besten Kämpfer des Landes vor.

Man könnte jetzt meinen, Baal müsse für seine Leidenschaft einiges opfern. Aber für ihn ist es kein Opfer, solange er mit Spaß dabei ist.

"Es ist nicht einfach, aber ich denke, wenn du diesen Sport lebst, wenn du dieses Leben lebst, dann musst du dafür nichts aufgeben", sagte Baal. "Ich arbeite Vollzeit und habe nicht das Privileg wie andere, die Tag und Nacht trainieren können. Es ist nicht einfach, aber es macht mir sehr viel Freude."

Baal peilt einen Titelkampf an

Auch wenn es für Baal keine Rolle spielt, ob er in einem Titelkampf oder einem Vorkampf steht – der prestigeträchtige Gürtel der German MMA Championship ist nach wie vor sein Ziel. "Ich will den GMC-Titel, 70 Kilo, 74 Kilo, das ist egal, ich will um den Titel kämpfen", sagte er nach dem umstrittenen Unentschieden gegen Ozan Aslaner bei GMC 20 in Berlin.

Die nächste Gelegenheit, sich für eine Titelchance zu empfehlen, hat Baal bei GMC 21 in Köln (am 7. September live auf ranFIGHTING.de). Dort kämpft er gegen den 23 Jahre jungen Aleksandr Vertko (8-1) aus Kaliningrad, der seit geraumer Zeit beim renommierten MMA Spirit in Frankfurt an der Seite von GMC-Champions wie Stephan Pütz und Christian Eckerlin trainiert. Mit einem Sieg über ihn stehen Baal wieder alle Türen offen.

Mehr zu diesem Event sowie Kampfsport rund um die Uhr findest du auf ranFIGHTING.de.

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