- Bildquelle: GMC/Foto Seven Sport © GMC/Foto Seven Sport

München – Zwei Monate ist Anatolij Baals GMC-Comeback her, bei dem er den Kampf des Abends für sich verbuchte. Drei Runden lang feuerten Ozan Aslaner und der Böblinger aus allen Rohren, am Ende stand ein Unentschieden auf den Punktezetteln.

Während Aslaner froh war, seine Niederlagenserie zu beenden, hadert Baal seit dem Kampf mit der Entscheidung und ist auch zwei Monate später nicht von seiner Meinung abgerückt.

"Es hat sich überhaupt nichts an meiner Meinung geändert", sagte Baal im Podcast. "Ich habe mir den Kampf noch ein paar Mal angeschaut, aber ich stehe weiterhin dazu, ich habe den Kampf gewonnen."

Baal: Entscheidende Runde ohne Zeitlimit

Das Problem der Wertung liegt im System, dass der Wertung zugrunde liegt. Denn die meisten MMA-Ligen orientieren sich in ihrem Regelwerk wie die UFC am 10-Point-Must-System aus dem Boxen, bei dem Runde für Runde gepunktet wird.

Baal ist sich sicher, dass er den Kampf gewonnen hätte, wenn die Punktrichter den gesamten Kampf hätten bewerten müssen und nicht jede Runde für sich.

"Ich finde es besser, wenn die Kämpfe als ganzes gewertet werden", so Baal. "Das ist einer der Gründe, warum ich das Boxen verlassen habe. Es ist ein guter Sport, aber ich will so nah wie möglich an einen echten Kampf rangehen. Ich bin allgemein kein Fan davon, Runde zu Runde zu werten."

Eine Lösung für das Problem hat Baal auch parat: "Entweder man setzt noch eine entscheidende Runde ein, oder man kämpft weiter ohne Zeitbegrenzung."

Starke Gegner sind wichtiger als Titel

Doch der 26-Jährige hat gar keine Zeit, sich lange über die Vergangenheit zu ärgern, denn schon steht der nächste Gegner an: Alexander Vertko vom Frankfurter MMA Spirit (GMC 21 am 7. September live auf ranFIGHTING.de). In neun Kämpfen konnte er nur einmal besiegt werden, in Deutschland noch gar nicht. Genau das richtige Kaliber für Baal.

"Ich habe immer gesagt, ein Titel ist schön und gut, aber mir ist wichtig, dass ich mich mit starken Gegnern messen kann und Vertko ist so einer", sagt Baal. "Ich glaube wir werden uns die Fäuste um die Ohren schlagen, es wird richtig knallen. Er geht immer nach vorne, ich scheue keinen Schlagabtausch, das wird ein geiler Kampf."

"Wir hätten schon im März in München kämpfen sollen, als mein Gegner damals abgesprungen ist. Da wurde alles versucht, dass Vertko nach München kommt, weil bei ihm auch jemand ausgefallen ist. Damals hat mich der Kampf schon gereizt, jetzt kommt es zustande. Ich find’s Hammer."

Baal konzentriert sich nur auf sich

Für Baal hätte es jedoch keinen großen Unterschied gemacht, ob der Kampf kurzfristig, oder wie nun, mit voller Vorbereitung zustande gekommen wäre. Denn der Böblinger konzentriert sich in seiner Vorbereitung nur auf sich selbst und richtet sich nicht nach seinen Gegnern.

"Ich gehe im Vorfeld nicht so auf meine Gegner ein", erklärt Baal. "Ich lege mich nicht im Vorfeld fest, dass mein Gegner dort stark und dort schwach ist. Ich weiß jetzt noch nicht, wie er kämpfen wird. Ich geh da rein und finde die Stärken und Schwächen selbst heraus, passe mich an oder zwinge ihn, sich an mich anzupassen."

Denn Baal hat aus der Vergangenheit gelernt. In seiner ersten Niederlage konzentrierte er sich zu starr auf die ausgearbeitete Taktik gegen Leo Zulic. Als diese nicht funktionierte, konnte er im Käfig nicht reagieren und verlor das Duell gegen den Kickboxer.

"Wir haben meinen Gegner lange analysiert, haben entsprechende Sparringspartner fürs Training geholt und den Gameplan aufgestellt. Der ist im Käfig dann nicht aufgegangen und dann steht man als Kämpfer da. Kein Plan B. Wir sind alle Kämpfer, die auf alles gefasst sein müssen. Ich muss nehmen, was kommt."

Baal scheut die Matte nicht mehr

Diese Vorbereitung macht Baal mittlerweile als Chef seines eigenen Siberian Tiger Teams. Dabei wird der 26-Jährige tatkräftig von UFC-Kämpfer Peter Sobotta unterstützt. Auch inhaltlich hat sich in der Vorbereitung bei Baal einiges getan, vor allem die Verbesserungen auf der Matte lassen Baal jetzt befreiter kämpfen.

"Ich habe den Bodenkampf früher sehr gescheut", sagt Baal. "Ich hatte früher richtig Panik, sobald es in den Clinch ging, weil ich den Bodenkampf vermeiden wollte. Heute nehme ich die Leute selbst runter, wie man gegen Ozan gesehen hat. Es hat viel mehr Spaß gemacht, wenn man mehr Vertrauen hat."

Denn das spürt er mittlerweile auch von seiner Ecke. Denn Baal betrat den Käfig früher fast als reiner Boxer und wurde entsprechend gecoacht. Für den 26-Jährigen in mancher Situation auch eine Belastung. 

"Wenn deine Ecke dir dauernd zuruft ‚Lös Dich!‘ oder ‚Weg, weg, weg‘, dann löst das in dir so eine gewisse Panik aus, wenn deine Ecke deinen Fähigkeiten nicht vertraut. Das ist jetzt nicht mehr so. Ich kann jetzt kämpfen, wie ich will und wenn ich was verbocke, bin ich selbst schuld."

Am 7. September will der 26-Jährige dann wieder zeigen, zu was er im Stande ist, gegen Vertko erneut einen spannenden Kampf abliefern und dann am besten nichts den Punktrichtern überlassen.

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