Enriko Kehl will sich bei ONE an früheren Gegnern revanchieren - Bildquelle: ONEEnriko Kehl will sich bei ONE an früheren Gegnern revanchieren © ONE

München – Denn für Enriko Kehl ging es in seinem ONE-Debüt nicht nur darum, sich mit einem Sieg dem Publikum in Asien vorzustellen, sondern gleich einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen und sich für das anstehende Turnier im Federgewicht zu empfehlen.

"In dem Turnier kämpfen nur die Besten der Besten und ONE hat mir gesagt, dass sie mich da nicht einfach so als Debütanten ohne vorherigen Kampf aufnehmen können", erklärte Kehl. "Und als ich die Namen im Turnier gehört habe, habe ich mir gesagt, dass das noch einmal meine Chance ist, um da ganz oben am Thron anzuklopfen."

Ganz oben am Thron anzuklopfen, deshalb hat Kehl auch bei ONE unterschrieben. Denn die asiatische Organisation sieht er als Champions League des Kampfsports an, mindestens jedoch im Kickboxen. Und nur dort sieht Kehl für sich die Gelegenheit, gegen die Elite seiner Gewichtsklasse anzutreten. Ob dabei ein Titel ausgekämpft wird, ist nicht so wichtig.

Kehl: Ich gebe nichts auf diese ganzen WM-Titel

Denn Kehl will sich nicht an der Zahl seiner Weltmeistertitel messen lassen, sondern daran, dass er sich mit den Größen seiner Zunft im Ring misst. "Ich war nie ein Titeljäger", so Kehl weiter. "Also ein oder zwei Gürtel werde ich schon zuhause haben. Ich habe gegen die ganz Großen wie Petrosyan, Souwer, Sitthichai, Yodsanklai gekämpft, aber nie in einem Titelkampf."

"Ich gebe auf diese ganzen Titel nichts, mir ist es wichtiger, dass ich mich mit den Besten messen und anschließend sagen kann, dass ich mich gegen die besten Kämpfer der Welt behauptet habe. Darauf gebe ich mir viel mehr, als wenn ich mir Fallobst einlade und mich dann Weltmeister nenne."

Denn davon gibt es nach Kehls Meinung viel zu viele, sodass die wahren Weltmeister gar nicht mehr als solche wahrgenommen werden. "Heutzutage gibt es ja geschätzt achttausend Verbände, selbst in Deutschland", sagte Kehl. "Jeder ist Weltmeister. Und wenn jemand nicht selbst Weltmeister ist, kennt er mindestens einen Weltmeister. Ich finde es sehr traurig.

"Die Leute kennen noch die ganzen Namen von früher, Souwer, Masato, Buakaw. Über die spricht man heute auch noch, aber es kommen keine neuen Namen nach. Es gibt zu viele Veranstaltungen, zu viele Verbände und zu viele Kämpfer, die von sich behaupten, Weltmeister zu sein."

Doch nicht nur die Vielzahl an Verbänden und Weltmeistern geht Kehl gegen den Strich. Der Hurricane wünscht sich auch eine Rückkehr zu den Grundwerten des Sports. Zurück in eine Umgebung, in der nur Siege und keine Follower-Zahlen zählen.

"Es ist traurig, dass der Kampfsport heutzutage ins Lächerliche gezogen wird und sich darüber definiert, wer die beste Promotion macht", so Kehl. "Es gibt so viele Instagram-Weltmeister, die viel bekannter sind als Sportler, die wirklich viel erreicht haben. Ich hätte gerne wieder einen Sport zurück, bei dem wirklich nur die Leistung im Ring zählt und sonst nichts."

Kehl hofft auf Rückkämpfe bei ONE

ONE ist zumindest öffentlich als Gegenstück zur amerikanischen Art des Marketings aufgetreten. Die Organisation schreibt sich selbst auf die Fahnen, dass Trash Talk hier tabu ist und Leistung, Respekt und Ehre über die Beliebtheit ihrer Kämpfer entscheiden werden. Ideal also für Kehl, der so nicht nur erneut auf die Elite seiner Disziplin, sondern auch auf alte Bekannte trifft.

"An dem Turnier nehmen Namen wie Giorgio Petrosyan, Dzhabar Askerov oder Yodsanklai teil", so Kehl weiter. "Jeder von ihnen hatte gegen mich ein Heimspiel, die Ergebnisse waren alle ein wenig strittig. Da habe ich noch eine Rechnung offen, einen von ihnen würde ich also sehr gerne vor die Fäuste und mein Rematch bekommen."

Die erste Visitenkarte hat Kehl dabei mit dem Sieg über Nolan bereits hinterlassen. ONE weiß nun also aus erster Hand, zu was der 27-Jährige imstande ist und was er für die Organisation im Käfig leisten kann.

"Meine Ecke hat mir sehr deutlich gemacht, dass ich zeigen muss, wer Enriko Kehl ist, damit sich die Leute meinen Namen merken und über mich reden. Deswegen bin ich von Beginn an aggressiv nach vorne gegangen mit dem Ziel, das Ding vorzeitig klarzumachen", erklärte Kehl

Der Gameplan ging auf, das Ziel wurde erreicht und so kann der "Hurricane" schon bald das Federgewichts-Turnier von ONE durcheinanderwirbeln.

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