Enriko Kehl: Giorgio Petrosyan fest im Blick - Bildquelle: imago sportfotoEnriko Kehl: Giorgio Petrosyan fest im Blick © imago sportfoto

München – Vor einer Woche feierte Enriko Kehl seinen größten Sieg seit der Unterschrift unter den ONE-Vertrag. Der Kickboxer setzte sich mit einer starken Leistung in China gegen Armen Petrosyan durch und schlug den Armenier in der zweiten Runde technisch K.o.

Fast wäre es nicht dazu gekommen. Eine Infektion am Auge, die er sich auf dem Weg von Thailand nach China zuzog, hätte beinahe dazu geführt, dass ihm die Freigabe für den Kampf gegen Petrosyan verweigert worden wäre.

"Ich habe vor dem Kampf sogar eine Nacht im Krankenhaus verbracht und der Arzt hatte mir das 'Go' für den Kampf verweigert und alle zwei Stunden einen Kontrollgang gemacht", erklärte Kehl im Schlagwort-Podcast.

Kehl versprach dem Arzt einen Erstrunden-Knockout

"Ich habe natürlich immer gesagt, ich sehe alles und habe ihm sogar versprochen, dass ich nur eine Runde für Armen Petrosyan brauche, auch wenn ich das dann nicht ganz halten konnte", lachte Kehl.

Dabei fehlte nicht viel, denn nach einer Schlagsalve an den Seilen hatte Petrosyan große Mühe, die erste Runde zu überstehen. Im zweiten Durchgang machte Kehl dann den Sack zu und feuerte so lange Schläge und Kniestöße ab, bis sein Gegner unter dem Druck einbrach und zu Boden ging.

"Es ging nicht nur darum, zu gewinnen, es ging darum, wie wir gewinnen", so Kehl weiter. "Wir wollten einen Sieg, ein Ausrufezeichen, damit wir vielleicht auch oben anklopfen können. Da fehlen noch ein, zwei gute Kämpfe, aber wir wollen schon mal den Weg in die richtige Richtung lenken."

Kehl will den Rückkampf gegen Petrosyan

Dieser Weg soll in einen Rückkampf gegen Giorgio Petrosyan führen. Die beiden standen sich bereits einmal gegenüber, Petrosyan gewann dabei vor heimischer Kulisse einen engen Punktentscheid. Kehl fordert nun einen Rückkampf auf neutralem Boden.

"Ich wollte eigentlich schon im Ring eine Herausforderung an Giorgio Petrosyan aussprechen, aber ONE hatte es da sehr eilig, also habe ich kein Mikrofon bekommen und musste das eben von zuhause machen", so Kehl weiter. "Es kam gut an, viele Leute haben es gesehen."

Dass der Hesse den richtigen Riecher hatte, sah man in den kommenden Tagen, denn nachdem ONE in den sozialen Netzwerken die Fans befragt, wer als nächstes auf Turniersieger Petrosyan treffen solle, tauchte vor allem der Name Enriko Kehl als Antwort auf.

"Ich und mein Team hatten gedacht, dass ONE erst Yodsanklai gegen Petrosyan stellen will", so Kehl weiter. "Aber nachdem Yodsanklai leider zwei böse unerwartete Niederlagen einstecken musste, ist jetzt auch die Frage, wen man gegen Giorgio stellen kann. Die Liste der großen Namen ist nicht mehr so lang. So minimal sind meine Chancen auf das Rematch also nicht."

Kehl: Ich bekomme kein Fallobst als Gegner

"Im Endeffekt ist es mir egal, ich will einfach nur die großen Namen schlagen", so Kehl. Der Polizist glaubt zwar nicht, dass sein nächster Gegner direkt Petrosyan lauten wird, will sich aber mit weiteren Siegen für ein Duell gegen den Turniersieger empfehlen.

"ONE hat einen Artikel veröffentlicht und dabei fiel der Name 'Smokin Jo' Nattawut, weil er auch ein K.o.-Spezialist ist und wir beide aggressive Kämpfer sind, die nach vorne gehen können. Vielleicht könnte der Sieger dann einen Anspruch auf einen Kampf gegen Giorgio haben."

"Es wird viel gemunkelt, es liegt noch alles in der Zukunft", so Kehl weiter. "Aber sicher ist, dass ich mir jetzt einen Namen gemacht habe und als nächstes definitiv kein Fallobst als Gegner bekomme, sondern einen größeren Gegner."

Neuer Gegner für die Mix Fight Championship

Im Februar will Enriko Kehl wieder in den ONE-Ring steigen. Bis dahin steht nicht nur der Weihnachtsurlaub in Kapstadt, sondern davor noch ein Duell bei der heimischen Mix Fight Championship in Frankfurt an (am 7. Dezember ab 21 Uhr live auf ranFIGHTING.de).

Statt des Destroyers Niclas Larsen steht Kehl nun der Kroate Andrej Keves gegenüber. Denn der von Verletzungen geplagte Däne musste den Kampf gegen Kehl schon zum zweiten Mal in Folge absagen, dieses Mal mit einer gebrochenen Hand.

"Große Namen auf die Schnelle zu finden, ist nicht so einfach", erklärte Kehl. "Mit Andrej Kedves haben wir ein junges, aufstrebendes Talent, einen Europameister. Er hat viele Amateur- und etwa 30 Profi-Kämpfe gemacht. Er ist jung und hungrig, dass wird kein Kinderspiel für mich."

Vor allem nicht mit dem weiterhin lädierten Auge.

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