Rico Verhoeven (li.) ist der erfolgreichste Champion der GLORY-Geschichte - Bildquelle: GLORYRico Verhoeven (li.) ist der erfolgreichste Champion der GLORY-Geschichte © GLORY

München – Die Niederländer Peter Arts, Remy Bonjasky, Ernesto Hoost und Semmy Schilt regierten die letzten zwei Jahrzehnte die Schwergewichtsklasse des Kickboxens. Rico Verhoeven ist ihr Thronerbe.

Seit 2015 dominiert der 29 Jahre alte Senkrechtstarter aus Bergen op Zoom die Schwergewichtsklasse von Marktführer GLORY als Weltmeister. Im Ring von GLORY hat Verhoeven eine Bilanz von 18-1 und er hat Stars wie Badri Hari, Gökhan Saki, Daniel Ghita, Errol Zimmerman und Benjamin Adegbuyi bezwungen. Den Gürtel verteidigte er bisher rekordhafte achtmal – und stieg derweil vom "Prinz" zum "König des Kickboxens" auf.

Die Karriere begann im Kindergarten

Bereits im Alter von fünf Jahren eiferte Verhoeven seinem großen Idol Peter Aerts nach – 2013 besiegte er ihn im Hauptkampf von GLORY 13 in Tokio. Der Weg dorthin war lang und steinig. Verhoevens Vater, ein Schwarzgurt im Kyokushin-Karate, trainierte ihn schon als Kindergartenkind im Kickboxen.

Seine Teenagerjahre verbrachte Verhoeven im Gym anstatt auf Partys – er trank lieber Protein-Shakes als Alkohol und die Trainingspartner ersetzten den Freundeskreis. Mit 16 Jahren war der 1,96 Meter große Modellathlet schon so schwer, dass er keine gleichaltrigen Gegner mehr fand und gegen Erwachsene kämpfen musste.

Edeltechniker statt Kneipenschläger

Vor allem zu Beginn seiner Karriere wurde Verhoeven immer wieder dafür kritisiert, keinen "Killer-Instinkt" zu haben. Er ist ein technisch versierter Stratege, der seinen Größen- und Reichweitenvorteil ausnutzt und viel aus der Distanz arbeitet. Aus defensiver Sicht macht sich das bezahlt, er wurde 65 Profikämpfen nur einmal ausgeknockt. Doch die Kampfsportfans lieben Knockouts und an denen mangelt es Verhoeven.

Früher musste er sich anhören, mit seinem Kampfstil würde er in der Schwergewichtsklasse niemals Champion werden. Doch seit er den GLORY-Titel hält, gewann er sechs von elf Duellen vorzeitig und erhöhte damit seine Knockout-Quote auf 30 Prozent – für einen Schwergewichtler kein besonders hoher Wert, aber Verhoeven ist davon besessen, sich stetig weiterzuentwickeln.

Schwiegermamas Liebling

Auch ohne eine lange Reihe von Knockouts hat Verhoeven das stark gebeulte Kickboxen in seiner Heimat wieder salonfähig gemacht. In der Öffentlichkeit stand der Sport in den letzten Jahren immer wieder in der Kritik, da vereinzelte Sportler – beispielsweise sein Erzrivale Badr Hari – mit dem Gesetz in Konflikt gerieten.

Verhoeven ist dagegen der perfekte Schwiegersohn, ein bodenständiger und fleißiger Hochleistungssportler mit Vorbildcharakter. Daher ist er regelmäßig im Fernsehen und Radio zu Gast.  

Hollywood ruft

Europäische Kampfsportler wie der Belgier Jean-Claude Van Damme und der Schwede Dolph Lundgren haben in Hollywood groß Karriere gemacht – Verhoeven will bald in ihre Fußstapfen treten. Erst vor wenigen Tagen gab er bekannt, dass er eine Hauptrolle in dem Actionstreifen "The Black Lotus" bekommen hat. Die Dreharbeiten beginnen im kommenden Jahr.

Erste Schauspielerfahrung sammelte Verhoeven bereits an der Seite von Van Damme in dem Kampfsportfilm "Kickboxer: Retaliation" sowie in niederländischen Fernsehserien. Nach dem Vorbild von Dwayne "The Rock" Johnson möchte er vom Actionsportler zum Actionstar werden – bis es soweit ist, warten aber noch einige Titelverteidigungen bei GLORY auf.

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