Rico Verhoeven und Badr Hari vor ihrem Duell im Dezember - Bildquelle: Glory KickboxingRico Verhoeven und Badr Hari vor ihrem Duell im Dezember © Glory Kickboxing

München – Es ist der 10. Dezember 2016, Glory: Collision in Oberhausen. Im Hauptkampf steht Schwergewichts-Champion Rico Verhoeven, auf der anderen Seite der "Bad Boy" Badr Hari. Das ultimative Duell im Glory-Schwergewicht.

Doch es erfüllt die Erwartungen nur bedingt. In der zweiten Runde blockt Hari einen Kick des Champions mit dem Arm, beklagt anschließend eine Verletzung und kann nicht weiterkämpfen. Am 21. Dezember geht es in Arnheim in die nächste Runde (live auf ranFIGHTING.de).

Zuvor kam es in Utrecht auf einer Pressekonferenz zum ersten Verbalduell der beiden.

Hari verspricht bessere Version von sich

Dabei versprach vor allem Hari Besserung. Im ersten Kampf habe er sich im Vorfeld des Duells mit zu vielen Nebengeräuschen herumschlagen müssen, worunter dann seine Leistung gelitten habe.

"Ich bin besser vorbereitet, fitter, stärker und gehe mental ganz anders an den Kampf", erklärte Hari. "Dieses Mal konnte ich mich voll und ganz auf den Kampf fokussieren. Es gab keine Ablenkungen. Vor dem ersten Duell hatte ich Kämpfe abseits des Rings auszutragen. Dieses Mal nicht."

Doch auch Verhoeven, der seit dem ersten Kampf fünf weitere gewonnen und dabei drei Mal seinen Titel verteidigt hat, will eine noch bessere Leistung abrufen.

"Wir sind beide stärker geworden und haben uns weiterentwickelt", so Verhoeven. "Ich bin in jedem Kampf allerhöchstem Druck ausgesetzt, habe aber immer Leistung gebracht und gewonnen."

Hari: Batman braucht auch seinen Joker

Schnell sollte der gegenseitige Respekt jedoch verfliegen. Anfangs scherzte Hari noch mit den Medienvertretern, doch schnell sollte sich der Ton verschärfen und Hari seinem Spitznamen gerecht werden.

"Ich sehe mich selbst nicht als 'Bad Boy'", so Hari lächelnd weiter. "Aber die Medien haben das erschaffen, ich habe vielleicht ein wenig geholfen. Im Kampfsport verkauft sich das, genau wie im Leben. Jeder Batman braucht seinen Joker. Es gibt immer Gut und Böse. Wenn es die Hallen ausverkauft, bin ich gern der Böse."

Dafür sorgt allein schon die Badr-Army, die Fans der Kickbox-Ikone. Die Anhänger des Marokkaner waren bereits beim Pressetermin zahlreich vertreten und quittierten jede Kampfansage der beiden Schwergewichte mit Applaus oder Zwischenrufen.

Für Verhoeven kein Problem, er nutzte die Anhänger, um gegen Hari zu sticheln: "Du brauchst deine 'Badr-Army', ich bin eine Ein-Mann-Armee! Ich brauche keine Hilfe, ich kann das hier ganz allein. Ich will nur auf Nummer sicher gehen, dass du am 21. Dezember erscheinst und dieses Mal nicht aufgibst."

Verhoeven: Badr gibt auf oder wird ausgeknockt!

Und Verhoeven legte nach: "Er wird entweder wie beim letzten Mal aufgeben, oder einfach ausgeknockt werden. Das wird am 21. Dezember passieren." Eine Einladung für Hari, gegen den Champion vom Leder zu ziehen: "Ich habe nur auf diesen Moment der Konversation gewartet. Du kannst mich mal, Rico, ich werde dich ausknocken!"

Doch der Niederländer zeigte sich souverän, lächelte die Beleidigungen von Hari, der zwischendurch auf Holländisch weiterfluchte, weg und ließ jeden im Raum wissen, dass man das alles schon einmal gehört habe: "Das hast du auch schon beim letzten Mal immer und immer wieder gesagt. Dann hast du mich im Ring ein paar Mal verfehlt und keine Lust mehr gehabt."

"Beim letzten Mal habe ich nur zwei Runden gebraucht, dieses Mal will ich den Fans mindestens vier bieten", sagte Verhoeven. Hari konterte: "Ich wünsche ihm viel Glück, aber es wird keine vier Runden gehen."

Hari: Mehr Knockouts als Rico Kämpfe

In der Folge zog Verhoeven ein weiteres Mal die Bilanz Haris in Zweifel. In einem Interview mit Podcaster und UFC-Kommentator Joe Rogan hatte Verhoeven angegeben, dass er viele Kämpfe seines kommenden Gegners nicht finden konnte und daher die Bilanz von über 100 Siegen mit über 90 Knockouts nicht nachvollziehen könne.

Hari zeigte sich jedoch desinteressiert an diesem Vorwurf, sprach darüber, dass er schon Kämpfe gewann, bevor es überhaupt Youtube gab und dass sich Verhoeven keine Sorgen darüber machen solle: "Vergessen wir die Knockouts, die er nicht finden kann. Ich habe in den Fights, die man überall findet, mehr Knockouts erzielt, als er überhaupt Kämpfe gemacht hat."

Und während er jahrelang gegen die Elite des Kickboxens angetreten sei, ruhe sich Verhoeven auf seiner Bilanz aus, die nichts über wirkliche Qualität aussagen würde.

"Ich werde der ganzen Welt am 21. Dezember zeigen, dass er nicht auf meinem Level ist", kündigte Hari an. "Ricos Gegner waren ein Witz."

Verhoeven: Ein Champion verliert nicht!

Obwohl Hari zuvor noch Verhoevens Leistungen abwertete, so ließ der 34-Jährige keinen Zweifel daran, dass der Rückkampf gegen Verhoeven auch ohne Glorys Schwergewichtstitel zu den wichtigsten seiner Karriere gehört.

"Ich habe drei Jahre lang auf diesen Kampf gewartet", so Hari weiter. "Ich habe mir den Arm verletzt und verloren. Das ist sehr bitter, gerade so einen großen Kampf zu verlieren. Aber ich habe es akzeptiert. Rico ist nicht der größte Gegner meiner Karriere, aber es ist vielleicht einer der wichtigsten Kämpfe meiner Karriere. Es geht um mein Vermächtnis und meinen ewigen Ruhm."

Wie es hingegen mit dem Schwergewichtstitel nach dem 21. Dezember weitergeht, darüber hüllten sich der Niederländer und Glory in Schweigen. Nur eins scheint auch Verhoeven klar zu sein, unterliegt er im Rückkampf, ist sein Titel beschädigt.

"Falls ich wie durch ein Wunder verlieren sollte, am besten beginnt Badr schon einmal zu beten, dann kann ich ihm den Gürtel nicht überreichen, denn ich bin dann kein Champion mehr. Ein Champion verliert nicht", erklärte Verhoeven. "Aber das wird nicht passieren."

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