Katharina Lehner über Jon Jones: "Er ist immer noch Stammgast im 'Titties'!" - Bildquelle: ran FightingKatharina Lehner über Jon Jones: "Er ist immer noch Stammgast im 'Titties'!" © ran Fighting

München – Vor zwei Jahren kämpfte Katharina Lehner zum ersten Mal in den USA, mittlerweile ist sie dort nicht mehr wegzudenken. Die Kölnerin hat dabei in Albuquerque im Wüstenstaat New Mexico ein zweites kämpferisches Zuhause für sich entdeckt.

Dort trainiert sie nun immer wieder an der Seite von UFC-Granden wie Holly Holm, Michelle Waterson und auch Jon Jones. Und wie die 29-jährige verriet, scheint das einstige Sorgenkind der UFC immer noch nicht ganz erwachsen geworden zu sein.

Jones' Ablenkung sind Stripclubs

"Jon Jones findet auch in Albuquerque täglich Ablenkung", lachte Lehner im Schlagwort-Podcast. "Es gibt ein paar Clubs, in denen er immer zu finden ist, wie das 'Titties', ein Stripclub."

Der Amerikaner galt lange Zeit als Vorzeige-Champion der UFC, bis seine dunkle Seite an die Öffentlichkeit kam und ihm erst Kokain-Konsum nachgewiesen wurde und er anschließend unter Drogeneinfluss einen Autounfall verursachte und Fahrerflucht beging, wodurch er seinen UFC-Titel verlor.

Zwar sind die Vorfälle in den letzten Jahren seltener geworden, dies liegt aber nicht an einem Umdenken bei Jones. "Er ist immer noch hart am Feiern", so Lehner weiter. "Jeder in Albuquerque kennt ihn, aber ihm ist das einfach egal. Er hat da seinen Status und er kämpft eben immer noch sehr gut."

Bleibender Eindruck trotz Niederlage im Titelkampf

Für Lehner selbst ist das jedoch nichts, sie hat ihre wilde Phase mit dem Studium hinter sich gelassen und konzentriert sich nun voll und ganz darauf, ihr großes Ziel, die UFC, zu erreichen. Dabei soll Invicta FC dienen, die größte reine Frauenliga der Welt, bei der Lehner seit zwei Jahren regelmäßig kämpft.

Auch wenn der Titelkampf im vergangenen Jahr gegen die erfahrene Kanadierin Sarah Kaufman misslang, sorgte sie mit ihrem Kampf bei der UFC-Chefetage für großes Interesse und durfte anschließend bei der Reality-Show "The Ultimate Fighter" mitkämpfen.

"Die Niederlage gegen Kaufman war eine große Enttäuschung", erzählte Lehner. "Invicta-Champion zu werden, das ist eine große Sache und die UFC hat zuletzt immer wieder die Champions von dort verpflichtet. Aber zwei Wochen später wurde ich schon zu The Ultimate Fighter eingeladen und musste nicht mal zu den Tryouts, weil man meinen Kampf gegen Kaufman so gut fand."

Lehner: "Trainingstechnisch war TUF eine Katastrophe"

"Das ist eine Riesenerfahrung, die viele machen wollen und ich musste mich nicht einmal bewerben, sondern wurde direkt eingeladen", so Lehner weiter. "Es war auch eine wirklich gute Zeit."

Abgesehen von den Trainingseinheiten mit UFC-Champion Robert Whittaker. Der Australier wurde von der UFC als Coach für die Staffel engagiert und zeigte sich dort alles andere als von seiner weltmeisterlichen Seite.

"Er war einfach super arrogant", erläutert das Team-Whittaker-Mitglied. "Teilweise war das komplette Training einfach nur ein Fußball- oder Handballspiel, weil er keine Lust hatte. Das einzige echte Training war Jiu-Jitsu, das hat aber auch ein Coach aus Las Vegas gemacht, also nicht sein Trainer. Also trainingstechnisch war das eine Katastrophe."

Für Lehner insbesondere problematisch, weil sie gleich als erste Kämpferin mit nur wenigen Tagen Vorbereitung sofort in den Käfig steigen und entsprechend vorbereitet werden musste.

"Ich hatte ihn noch um Sparringseinheiten gebeten, aber er hat da gleich den Champion raushängen lassen und uns allen klargemacht, dass er der Weltmeister ist und deswegen ist auch sein Weg der richtige. Wenn man mal Kritik geäußert hat, ist er sofort an die Decke gegangen."

TUF nur lästige Pflicht für Team Whittaker

Kein Wunder also, dass das Team nach drei Wochen das Training des UFC-Champions boykottierte und sich lieber im Performance Institure der UFC oder gemeinsam im Garten fit machte. Groß gestört hat das den Australier scheinbar nicht, wie auch der letzte Vorfall belegt.

"Am letzten Abend hatte UFC-Präsident Dana White alle Teilnehmer der Staffel zum Abendessen eingeladen und wir waren anschließend sogar gemeinsam feiern, aber Robert Whittaker und seine Trainer sind nicht einmal zum Essen erschienen."

Wie Lehner nach einem Gespräch mit einem Mitarbeiter der Produktionsfirma sagte, soll das UFC-Mittelgewicht auch hinter den Kulissen nicht gut auf seine Schützlinge zu sprechen gewesen sein und das ganze Projekt auch eher als lästige Pflicht wahrgenommen haben.

Sechs Wochen Isolation für den UFC-Traum

Anders hingegen Kelvin Gastelum. Der Trainer des anderen Teams sei während der Show auch mehrfach abends im Haus vorbeigekommen, um sich mit den Kämpfern beider Teams auszutauschen. Eine willkommene Abwechslung im oft eintönigen Leben im Haus.

"Du bist sechs Wochen lang einfach isoliert", erklärt Lehner. "Du hast einfach nichts, um dich abzulenken. Keine Bücher, keine Musik, kein Telefon, keinen Fernseher. Und man hat Alkohol, so viel man will, direkt mit einer Zapfanlage an der Bar."

In der Vergangenheit gehörten alkoholisierte Eskapaden und sogar Raufereien zwischen den Kämpfern im Haus fest zu den Standards der Show. Während Lehners Aufenthalt war das nicht der Fall. Auch konnte man nicht auf die andere Art auf Tuchfühlung mit den männlichen Staffelkollegen gehen, nicht, dass es Lehner gewollt hätte. Doch die UFC hat entsprechend Vorkehrungen getroffen.

"Wir mussten davor tatsächlich unterschreiben, dass man während der Staffel keinen Geschlechtsverkehr hat", so Lehner. "Und dazu kommt natürlich, dass überall Kameras stehen. Sogar unter der Toilette befinden sich Mikrofone, damit man auch aufnehmen kann, wenn zum Beispiel zwei ins Badezimmer gehen um zu lästern."

Der nächste UFC-Anlauf führt über Invicta

Die Zeit bei TUF war eine wichtige Erfahrung für Lehner, die zwar keinen UFC-Vertrag, dafür aber Freundschaften mit nach Deutschland nehmen konnte. So zum Beispiel mit Pannie Kianzad, der Kämpferin, gegen die Lehner in der Staffel ausschied.

Denn wie Lehner verriet, gehört die Schwedin, die in Dänemark trainiert, zu den ersten Adressen für die nächste Vorbereitung. Diese soll dann wieder in Köln beim Combat Club stattfinden, bevor es dann erneut in die USA für den nächsten Kampf bei Invicta geht.

Im Herbst soll es schon wieder so weit sein, vielleicht gegen Pam Sorenson. Dann nimmt Katharina Lehner erneut Anlauf auf die UFC. Und mit all den Erfahrungen und dem vielen Training im Rücken ist es dann nur noch eine Frage der Zeit bis zum UFC-Vertrag.

Den kompletten Schlagwort-Podcast mit Katharina Lehner findest du hier:

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