Paulie Malignaggi (li.) steht bald ohne Handschuhe im Ring - Bildquelle: imago sportfotoPaulie Malignaggi (li.) steht bald ohne Handschuhe im Ring © imago sportfoto

München – Für den Fall der Fälle hatten die Veranstalter vorgesorgt. Man weiß ja nie. Erst recht nicht bei Paulie Malignaggi und Artem Lobov. So kurz vor dem Showdown, dem Hauptkampf von Bare Knuckle FC 6 (am 22. Juni live auf ranFIGHTING.de), ist es besser, es nicht auf eine Tuchfühlung ankommen zu lassen. Zumindest nicht auf eine, die über das Verbale hinausgeht.

Deshalb war eine Menge Security bei der abschließenden Pressekonferenz, inklusive Ex-UFC-Fighter Anthony Johnson.

Unterhaltsames Vorspiel

Das hielt die beiden Hauptdarsteller aber nicht davon ab, noch einmal mit Worten aufeinander einzuprügeln. Klar ist: Hält der Kampf, was das Vorgeplänkel verspricht, wird es ein sehr unterhaltsamer Abend.

"Für mich ist das Gerede vorbei. Ich habe alles gesagt, was ich zu sagen habe", meinte Lobov auf der finalen Pressekonferenz vor dem mit Spannung erwarteten Kampf. "Ich will der Welt nur noch zeigen, was passiert, wenn man sich den Mund so verbrennt wie er. Er ist nur hier wegen des Geldes. Wir wissen es alle. Das ist die traurige Wahrheit des Boxens. Samstag holt er sich einen dicken Scheck ab und ich schlage ihm zwei Löcher in den Kopf und wir gehen glücklich nach Hause."

Malignaggi konterte: "Das ist der größte Kampf deiner Karriere, weil du den Scheiß angefangen hast. Ich brauche das Geld nicht, ich mag es. Das ist ein Unterschied."

Wer nicht weiß, warum sich beide so hassen: Alles begann vor rund zwei Jahren im Vorfeld des Mega-Boxkampfes zwischen Floyd Mayweather und Conor McGregor. Auslöser ist eine Sparringseinheit von Malignaggi gegen McGregor, in der Malignaggi irgendwann zu Boden geht. 

McGregor sagt, es war ein Schlag. Malignaggi beteuert, regelwidrig gestoßen worden zu sein, Videoaufnahmen bezeichnet er als manipuliert. Der Streit steht sinnbildlich für ein generelles Problem zwischen Boxern und MMA-Kämpfern. 

Nun tragen es Malignaggi (Boxen) und Lobov (MMA) eben im so genannten Bareknuckle-Boxen aus.

"Niemand respektiert diesen Kerl. Wie könnte man auch?", so Lobov, der zum Lager von McGregor gehört: "Ich garantiere euch, seine eigenen Eltern sitzen Zuhause und fragen sich: 'Wann ist das alles schiefgelaufen? Was stimmt nicht mit unserem Jungen?'"

Es gab in den vergangenen Wochen und Monaten nicht nur die branchenüblichen Beleidigungen: Malignaggi Lobov auf einer Pressekonferenz sogar angespuckt. 

Lobov hat generell kein Problem damit, das Geschäft läuft nun mal so, dass man die Kämpfe mit derben Aussagen und Drohungen anteasert. "Aber der Kerl hat eine Linie überschritten. Und jeder, der auch nur ein bisschen Respekt vor dieser Linie hat, wird nicht auf seiner Seite sein."

Das ist Bare Knuckle FC

Bare Knuckle FC veranstaltet Kämpfe im so genannten Bareknuckle-Boxen. Dabei treten die Kämpfer ohne Handschuhe und nur mit Bandagen an den Händen in den Ring und boxen fünf Runden zu je zwei Minuten. Tritte, Ellenbogen, Würfe und der Bodenkampf sind verboten.

Bare Knuckle FC ist dabei ein Pionier der aufstrebenden Bareknuckle-Szene, denn die Organisation veranstaltete im vergangenen Jahr den ersten von einer Sportkommission sanktionierten Bareknuckle-Kampf seit 129 Jahren.

In den bisherigen fünf Veranstaltungen bekamen die Fans immer wieder bekannte Gesichter aus der UFC- und MMA-Welt zu Gesicht.

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