Maurice Adorf will hoch hinaus - Bildquelle: GMC/FotoSevenSportMaurice Adorf will hoch hinaus © GMC/FotoSevenSport

München – "Im Kampf war das keine Absicht", erklärte Adorf. "Da hat man ja keine Zeit, sich zu überlegen, wie man sich in welcher Sekunde wie bewegt. Das war einfach im Unterbewusstsein. McGregor hat großen Einfluss auf mich als Kämpfer, aber nicht nur er. Wenn ich zuhause abhänge, dann schaue ich mir eigentlich nur irgendwelche Kämpfe oder Trainingsvideos an."

Neben McGregor haben es auch der Isländer Gunnar Nelson, ein Teamkollege des Iren, und der "Wonderboy" Stephen Thompson angetan. Sie alle verbindet der weite Stand, den man sonst aus dem Karate und Pointfighting kennt. Noch wird er als deutscher McGregor bezeichnet, doch schon bald soll das Videostudium und viele Training zu einer eigenen Marke führen.

"Mit der Zeit werde ich nicht mehr der McGregor-Klon sein, sondern Maurice Adorf", sagte der Kämpfer. "In Zukunft werdet ihr in meinen Kämpfen Skills sehen, die nicht mal McGregor gezeigt hat. Man wird Sachen sehen, die hier noch niemand gesehen hat."

Ein Video geht um die Welt

Die Ähnlichkeit mit McGregor wurde ihm erst beim Anschauen des Videos bewusst, bis dahin gingen die Szenen jedoch schon um die Welt und erreichten auch Szene-Größen wie den ESPN-Journalisten Ariel Helwani.

"Ich bin nach dem Kampf unter die Dusche gegangen, kam raus, habe noch kurz mit meiner Familie gequatscht und dann erzählt mir ein Kumpel, dass ein gewisser Ariel Helwani ein Video von mir auf Twitter geteilt hat", so Adorf weiter. "Ich konnte das gar nicht fassen. Der Ariel Helwani. Als ich dann auf mein Handy geschaut habe, waren da schon über Hundert Nachrichten und viele Kommentare dabei."

Unter vielen positiven Zuschriften finden sich aber, wie sollte es im Internet auch anders sein, auch viele negative Kommentare, die nicht nur die Ähnlichkeit an sich, sondern auch die Gegnerwahl im unerfahrenen Ridvan Nuka kritisieren.

Adorf: "Die negativen Kommentare lese ich gar nicht."

"Es wird immer Hate geben und Leute, denen das nicht genug sein wird", so Adorf weiter. "Wenn ich beim nächsten Mal wieder durch K.o. gewinne, ist wieder der Gegner zu schlecht, besiege ich einen Ringer, heißt es, dass ich gegen keine Kickboxer antrete. Mich muss auch nicht jeder feiern. Manche tun das, manche hassen mich, so ist das eben."

Zumal Adorf eigentlich gegen einen anderen Gegner antreten sollte, dieser sagte ihm jedoch zwei Wochen vorher ab. Adorf bettelte seinen Trainer darum an, unbedingt einen Ersatz zu finden, damit die Vorbereitung auf GMC 18 in Hamburg nicht umsonst war.

"Mein eigentlicher Gegner hat zwei Wochen vorher abgesagt", so Adorf. "Als mir mein Trainer das erzählt hat, habe ich ihm nur gesagt, er soll mir einen anderen Kampf besorgen. Ich kannte meinen Gegner auch nicht vor der Waage. Ich wusste nicht, wie groß er ist, wie gut er ist oder wie man seinen Namen ausspricht. Ich bin eben da reingegangen und habe meinen Job gemacht."

Adorf steht in München wieder im Käfig

Für den Senkrechtstarter geht es direkt wieder ins Gym, denn die Vorbereitung auf den nächsten Kampf steht bereits an. Zwar wollte Adorf noch nicht den Gegner verraten, dafür aber den Termin. Denn schon am 23. März wird er in München wieder für GMC kämpfen (live auf ranFIGHTING.de).

"Viele denken, dass ich mich jetzt auf dem Hype ausruhe, aber ich war zwei Tage nach dem Kampf wieder im Gym und trainiere täglich", sagte Adorf. "Bei mir hat sich nichts geändert. Alles außenrum genieße ich und lasse es einfach fließen. Bei mir hat sich nichts geändert. Ich muss weiter hart arbeiten, ich bin noch ganz am Anfang meiner Kampfsportkarriere."

Dafür hat der frühere Fußballer aber schon jede Menge Interessenten, die sich um seine Aufmerksamkeit bewerben. Ganz wie der große Einfluss Conor McGregor eben. Aber genau wie sonst beim Iren muss man sich derzeit auch bei Adorf hinten anstellen: "An alle die mich herausfordern, das ist wie beim Arbeitsamt, da wisst ihr ja, wie das geht: Nummer ziehen und abwarten."

Dann soll es Schritt für Schritt nach oben gehen, denn bei einem ist sich der deutsche "Mystic Mac" auch sicher: "Der Titel wird im nächsten Jahr um meine Hüfte geschnallt werden. Ich hoffe Ömer Solmaz hält dann immer noch den Titel, das wäre ein krasser Kampf. Und ich glaube, ich würde ihn in der ersten oder zweiten Runde K.o. schlagen."

Manche Ähnlichkeiten zu Conor McGregor fallen einem erst hinterher auf, andere sind da ein bisschen deutlicher.

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