Doppel-Champion Aung La N Sang (re.) gehört zu den Stars von One Championshi... - Bildquelle: imago sportfotoDoppel-Champion Aung La N Sang (re.) gehört zu den Stars von One Championship © imago sportfoto

München – In den Weiten der MMA-Welt gibt es unzählige Kampfsportserien, doch nur wenige verfolgen ein so klares Konzept wie "One Championship". Der asiatische Veranstalter sieht sich als Gegenentwurf zu nordamerikanischen Ausrichtungen der meisten Promoter und will so die MMA-Welt erobern.

Bereits jetzt füllt die Organisation ganze Stadien und produziert asiatische Top-Kämpfer am laufenden Band.

ran.de zeigt, was "One Championship" so besonders macht:

Respekt und Ehre stehen im Mittelpunkt

Wo die Vermarktung von MMA-Kämpfen in Nordamerika an vorgeschriebene Promos aus dem Wrestling erinnert und die Quoten umso höher sind, umso lauter es im Vorfeld zwischen Kämpfern zugeht, setzt "One Championship" auf leise Töne. Hier steht der Sport im Mittelpunkt.

Allein die sportliche Leistung entscheidet über Titelkämpfe und soll aus reinen Kämpfern echte Stars machen. "Trash Talk" der Marke Conor McGregor oder Jon Jones gibt es dort nicht. Die inszenierten Staredowns zum Anheizen eines anstehenden Events sucht man bei "One" vergebens. Stattdessen werden Ehre und der Respekt vor dem Gegner hochgehalten.

Gerade dieser Punkt macht "One" für Kämpfer, die lieber Taten als Worte sprechen lassen, interessant, wie man am kürzlich erfolgten Wechsel von UFC-Fliegengewicht Demetrious Johnson, einem der besten Kämpfer der Welt und UFC-Rekordhalter für Titelverteidigungen, zu "One Championship" zeigte. 

"One" sagt dem Abkochen den Kampf an

Das Gewichtmachen oder Abkochen, bei dem Kämpfer ihr Kampfgewicht über starken Flüssigkeitsverlust erreichen, führte bei vielen Veranstaltungen nicht nur zu geplatzten Kämpfen oder kurzfristigen Krankenhausaufenthalten, bei "One Championship" verstarb 2015 mit Yang Jian Bing sogar ein Kämpfer direkt vor einer Veranstaltung.

Die Organisation hat seitdem dem Abkochen den Kampf angesagt. Kämpfer sollen mit dem Gewicht in den Käfig steigen, mit dem sie auch im normalen Training herumlaufen. Das kontrolliert "One" durch Stichproben im Trainingscamp und täglichem Wiegen in der Woche vor dem Kampf inklusive Urinproben, um den Flüssigkeitshaushalt zu überprüfen. Seitdem gab es keine Vorfälle mehr.

Daher gibt es bei "One" auch andere Gewichtsklassen. Wer in der UFC mit 155 Pfund im Leichtgewicht kämpft, ist bei "One" ein Federgewicht. Das "One"-Leichtgewicht mit einer Gewichtsbeschränkung von 170 Pfund kennt man normalerweise als Weltergewicht. Und als erste Organisation überhaupt hat "One" das Cruisergewicht bis 225 Pfund eingeführt für Kämpfer, die normalerweise auf die 205 Pfund für das Halbschwergewicht abkochen.

MMA, Kickboxen, Muay Thai und Boxen – alles unter einem Dach

"One Championship" sieht sich nicht als MMA-Organisation, sondern als Botschafter aller Kampfkünste. Daher führte die asiatische Organisation im vergangenen Jahr die so genannte "Super Series" ein. Eine Unterkategorie, bei der sich Kämpfer im Kickboxen oder Muay Thai messen, dabei aber nur die dünnen Faustschützer statt der dicken Boxhandschuhe verwenden.

So konnte sich "One" die Dienste von namhaften Standkämpfern wie Giorgio Petrosyan, Yodsanklai Fairtex oder Nieky Holzken sichern und auch im Boxen die Titelverteidigung von WBC-Boxweltmeister Srisaket Sor Rungvisai, dem weltbesten Super-Fliegengewicht, ausrichten. Für Kampfsportler, die sich nicht auf eine Disziplin beschränken möchten, entstehen so völlig neue Möglichkeiten.

Offensive wird belohnt, ausruhen im Kampf bestraft

Zwei Runden lang gerade so genug tun und dann im letzten Durchgang auf Sicherheit gehen, das funktioniert bei "One" nicht. Man kennt es aus der UFC. Ein Kämpfer kann die ersten beiden Runden für sich entscheiden und versucht dann nur noch, mit Alibi-Aktionen im letzten Durchgang bis zum Ende der Kampfzeit zu überleben.

Bei "One" hat eine solche Taktik klare Nachteile. Denn hier wird nicht jede Runde für sich, sondern der Kampf in der Gesamtheit bewertet. Wer also drei Runden lang näher dran ist, den Kampf vorzeitig zu beenden, der erhält in der Regel auch den Sieg. Darauf müssen die Punktrichter zuerst achten. Erst danach kommen weitere Kriterien wie der erzielte Schaden, Treffer im Stand und Takedowns zum Einsatz.

Dieses Wertungssystem fand in der Vergangenheit bereits bei "Pride" in Japan Anwendung und wird von vielen Experten dem aus dem Boxen übernommenen "Ten-Point-Must"-System bevorzugt.

Knallharte Action mit Stars aus Asien und der Welt

Die Kombination aus obigen Punkten gepaart mit Kämpfern der Extraklasse sorgt auf jeder Veranstaltung für zahlreiche harte Knockouts oder geschickte Submissions. Monat für Monat gehören die Veranstaltungen von "One Championship" zu den Highlight-Lieferanten der Kampfsportwelt, wenn neue und alte Stars des asiatischen MMAs ihr Können zeigen.

Ob Champions wie Brandon Vera oder Aung La N Sang oder Altstars wie Shinya Aoki, bei "One" geht es immer um das nächste Finish. Und durch die Zugänge aus der UFC, zu denen neben MMA-Legende Demetrious Johnson auch Ex-Champion und K.o.-Maschine Eddie Alvarez oder Super-Athlet Sage Northcutt gehören, dürften diese in der Zukunft nicht seltener werden.

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