Mohamed Abdallah (li.) kehrt am 8. Dezember zu GLORY zurück - Bildquelle: GloryMohamed Abdallah (li.) kehrt am 8. Dezember zu GLORY zurück © Glory

München - Mohamed Abdallah hat es geschafft. Als zweiter Deutscher überhaupt hat er einen langfristigen Vertrag bei der Kickbox-Organisation GLORY unterschrieben. In den nächsten zwei Jahren steigt der 24-Jährige insgesamt acht Mal in den Ring.

Drei Mal davon vielleicht schon am Samstag, denn Abdallah ist Teil des Acht-Mann-Turniers von GLORY 62 in Rotterdam (am 8.12. ab 20 Uhr live auf ranFIGHTING.de), bei dem er sich eine hohe Siegprämie sichern und direkt in die Spitzengruppe des GLORY-Schwergewichts vorstoßen kann.

Wichtiger als das Turnier ist dem 24-Jährigen aber der Zweijahresvertrag, denn mit diesem im Gepäck will sich Abdallah dauerhaft oben festsetzen.

Abdallah geht mit zwei Wochen Vorbereitung ins Turnier

"Die Anfrage hatte mit dem Vertrag an sich gar nichts zu tun", erklärt Abdallah das Zustandekommen. "Ich wurde nur gefragt, ob ich an dem Turnier teilnehmen möchte. Ich habe mir das ganze durch den Kopf gehen lassen und hab dann gedacht, wieso sollte ich das denn nicht mitnehmen?"

Zurecht, denn so eine Chance bietet sich nicht oft. Zwar hatte GLORY in der Vergangenheit immer wieder Turniere im Programm, aber selten ein so hochkarätiges Teilnehmerfeld. Drei Teilnehmer konnten bereits mit Champion Rico Verhoeven den Ring teilen. Zuletzt Guto Inocente, Abdallahs Gegner am Samstag.

"Es war klar, dass ich gegen eines der Top-Schwergewichte ran muss", so der 24-Jährige weiter. "Ich habe zwar nur zwei Wochen Vorbereitung gehabt, aber ich habe nichts zu verlieren. Ich zähle jetzt sozusagen zu den Besten der Welt, denn GLORY ist die größte Organisation der Welt."

Langfristig soll definitiv die Spitzengruppe das Ziel für Abdallah sein. Abgerechnet wird daher nicht schon nach dem Turnier am Samstag, sondern erst am Ende seines Zweijahresvertrags.

"Das Turnier ist gar nicht im Fokus. Klar, ich nehme es natürlich mit, aber mein Fokus ist, in den nächsten zwei Jahren, in diesen acht Kämpfen zu beweisen, dass ich zu den Top-Leuten bei GLORY gehöre und ich werde definitiv zu den Top Ten gehören. Das ist mein großes Ziel."

Abdallah: Habe nichts zu verlieren.

"Ich möchte mich einfach großen Herausforderungen stellen, das macht einen Kämpfer aus", erklärt Abdallah. "Ein Kämpfer kämpft jederzeit gegen jeden und man wächst an solchen Aufgaben. Ich habe vor der Auslosung gesagt, wenn ich aussuchen darf, nehme ich Inocente. Das ist ein harter Brecher, auf jeden Fall. Aber ich möchte mich der Herausforderung stellen."

Und diese ist nicht klein. Der Brasilianer Inocente ging schließlich mit Champion Verhoeven über die komplette Distanz, hat 35 seiner 43 Kämpfe gewonnen und stand sogar zwei Mal im Octagon der UFC. Doch für Abdallah ist genau das der Grund, warum er sich den 32-Jährigen als Gegner ausgesucht hat.

"Ich will nicht in Gutos Haut stecken", so Abdallah. "Ich habe mir ihn herausgesucht, die Nummer 3 der Weltrangliste, der zuletzt mit Champion Rico Verhoeven im Ring stand. Ich will nicht in seiner Haut stecken, denn er hat viel zu riskieren. Ich habe nichts zu verlieren."

Dass der Kämpfer aus Sinzig als Außenseiter ins Turnier geht, ist aber kein Grund, vorschnell die Flinte ins Korn zu werfen, sondern vielmehr die Motivation, Gegner und Publikum mit einer mutigen Herangehensweise und vielleicht sogar einem Sieg zu überraschen. Eine Prognose gibt Abdallah aber nicht ab.

"Ich werde da reingehen und mein Bestes geben. Obs dann zu den Punktrichtern geht oder vorzeitig beendet wird, weiß ich nicht. Ich war gestern im brasilianischen Restaurant, das hat mir sehr lecker geschmeckt und ich hoffe, dass es am Samstag genauso lecker schmecken wird, wenn ich auf den Brasilianer treffe", sagt Abdallah lachend.

Kampf unter Teamkameraden? Kein Problem.

Für den 24-Jährigen entsteht im Erfolgsfall eine interessante Konstellation. Denn sollte sich Abdallah mit zwei Siegen ins Finale vorkämpfen, dann winkt ihm dort eventuell ein Kampf gegen seinen Teamkollegen, den Top-Favoriten Benjamin Adegbuyi. Doch auch das ist kein Problem für die beiden Sportsmänner.

"Wir haben natürlich darüber gesprochen", erzählt Abdallah. "Ein Grund, warum ich Guto gewählt habe, ist, dass ich damit nicht in der Gruppe von Benni bin und wir so frühestens im Finale aufeinander treffen könnten. Benni und ich haben gemeinsam für das Turnier trainiert und sind uns einig, wenn es passiert, passiert es eben. Bis dahin ziehen wir alle an einem Strang und wenn es soweit ist, gehen wir als Sportsmänner in den Ring, geben alles und in der Zeit im Ring gibt es eben keine Freundschaft, aber danach und davor eben schon."

Für einen Kämpfer mit so hohen Zielen ist es sowieso nur eine Frage der Zeit, bis man anderen Athleten aus der Spitzengruppe auch im Ring über den Weg läuft.

"Auch Benni und Rico Verhoeven trainieren zusammen und haben schon zwei Mal gegeneinander gekämpft. Irgendwann ist es an der Spitze so eng, dass man sich wieder über den Weg läuft. Auch Rico wird irgendwann nochmal gegen Benni antreten müssen, weil Benni einfach der Top-Herausforderer ist. Falls ich mich bis dahin hocharbeite, werde ich auch irgendwann gegen sie kämpfen müssen."

Vielleicht blüht Abdallah dieses Schicksal schon am Samstag in Rotterdam, wenn er die Konkurrenz überrascht und plötzlich gegen seinen Teamkollegen Benjamin Adegbuyi das Ticket zum Titelkampf gegen den anderen Teamkollegen Rico Verhoeven lösen kann (live auf ranFIGHTING.de).

Mehr zu diesem Event sowie Kampfsport rund um die Uhr findest du auf ranFIGHTING.de.

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