Niklas Stolze fühlt sich bereit für die große Bühne - Bildquelle: Tim Leidecker/Control Master ManagementNiklas Stolze fühlt sich bereit für die große Bühne © Tim Leidecker/Control Master Management

München – "Druck verspüre ich gar nicht, ich freue mich extrem auf das Event", sagte Stolze in einem Interview. "Das wird eine richtig gute Veranstaltung mit einem sehr informierten Publikum. Da unten gibt es viele gute Gyms, viele Grappler werden im Publikum sein. Und ich treffe viele Freunde wieder."

Stolze bestreitet bei Nova FC den Hauptkampf gegen Omar Santana, einen erfahrenen und schweren Gegner aus Spanien. Die Atmosphäre in Balingen und der Hauptkampf auf ran Fighting (Nova FC am 13. April ab 18 Uhr live auf ranFIGHTING.de) machen dem Magdeburger keine Gedanken. Er hofft, mit seinem Kampf und Auftreten der hiesigen Szene einen Impuls zu geben.

"Ich bin der Meinung, dass ist schon längst überfällig. Ich hätte schon vor ein oder zwei Jahren Main Events machen und die Aufmerksamkeit kriegen können. Aber ich hoffe jetzt einfach, dass alles perfekt läuft und die Resonanzen gut ausfallen, damit wir alle gemeinsam an einem Strang und MMA Stück für Stück Richtung Mainstream ziehen können."

Stolze: Ich will zeigen, dass ich noch kompletter geworden bin!

Dafür hat der Magdeburger hart an sich gearbeitet und will Fehler aus der Vergangenheit abstellen, die ihn manchen Kampf gekostet haben. Gemeinsam mit seinem Trainer Sascha Poppendieck, dem "Kampfsport-Papa", der Stolze alles beigebracht hat, will er sich nun auch einem breiteren Publikum vorstellen.

"Ich habe ein paar Sachen in petto und mir für den Kampf schon etwas Besonderes überlegt", so Stolze weiter. "Ich will mich mit dem Kampf definitiv auf die Landkarte bringen. Ich werde so oft anrennen, bis ich nach ganz oben komme. Und ich will in Balingen zeigen, dass ich noch kompletter geworden bin. Ich bin bereit für die große Bühne!"

Dabei kann Stolze bereits einige Erfolge vorweisen. Elf Siege in 14 Kämpfen stehen für ihn zu Buche, neun dieser Siege erreichte er vorzeitig. Stolze kämpfte bereits in England, Tschechien oder Österreich, doch zu selten nahm man Notiz davon.

"Die Leute kennen mich einfach noch nicht, weil ich nie richtig etwas zeigen konnte. Die Leute wissen gar nicht, was ich im Stand alles draufhabe", so der frühere Kickboxer. "Ich habe zuletzt zwei Mal Gegner am Boden getappt und den letzten im Stand gefinisht. Aber das hat keiner mitbekommen. Deswegen will ich einfach zeigen, dass ich jetzt erwachsen bin. Ich werde von vornherein Druck machen und zeigen, dass ich das Main Event bin und nicht er."

Vom Jiu-Jitsu über Kickboxen zum MMA

Und kennen lernen sollen sie Stolze. Der 26-Jährige fühlt sich bereit für das Rampenlicht und will den Fans zeigen, dass er mittlerweile alle Facetten des Sports beherrscht. Stolze begann seine Karriere bereits mit 15 Jahren im Combat Jiu-Jitsu, wechselte zwei Jahre später dann zum Kickboxen. Doch das Ziel war immer der MMA-Sport.

"Ich wollte einfach MMA kämpfen, das war schon immer mein Ziel", so Stolze weiter. "Ich habe zwar Kickbox-Kämpfe gemacht, aber Combat Jiu-Jitsu war mein erster Sport überhaupt. Dann habe ich Sascha kennengelernt und bin zum Kickboxen gewechselt, weil es Vollkontakt war. Ich war zu der Zeit richtig verliebt in den Sport, ich habe an nichts Anderes als an Kickboxen gedacht und wollte einfach nur kämpfen. Aber tief im Inneren wusste ich immer, es wird irgendwann MMA sein."

2014 tauschte Stolze dann die Handschuhe gegen die Faustschützer ein und kämpft sich seitdem Jahr für Jahr weiter in Richtung Spitze. Immer noch mit seinem Trainer an der Seite. Obwohl der 26-Jährige bereits Ausflüge ins Ausland machte, beim SBG-Team mit Conor McGregor trainierte, kehrt er immer wieder in seine Heimat zurück.

"Sascha hat mich immer ermutigt. Trainier überall dort, wo du kannst, aber vergiss nie, wo du herkommst, hat er immer gesagt. Ich war schon in Vegas, Dublin, Thailand, Polen, aber nirgendwo gefällt es mir so gut, wie zuhause. Das merkt man auch an unserem Verhältnis und an der Art und Weise, wie er mich coacht. Das ist wie Playstation spielen, er drückt die Knöpfe und ich mache."

Stolze sagt Knockout in Runde 2 voraus

Das soll dann Omar Santana am Leib zu spüren bekommen. Der erfahrene Kämpfer ist ein weiterer Test auf dem Weg nach oben für Stolze, der jedoch selbstsicher in die Begegnung mit dem Bodenspezialisten geht.

"Das wird technisch sehr gut. Mir gefällt sein Kampfstil. Ich denke, dass ich ihn im Stand angehe. Er wird versuchen, mich zu Boden zu bringen. Aber ich werde das verteidigen und im Stehen den Kampf beenden. Das ist das, was ich erwarte. Er wird mich bestimmt auch ein, zwei Mal gut treffen. Aber ich denke, dass ich am Ende die Oberhand behalten werde und dann werde ich das Ding auf jeden Fall zumachen."

Genauer gesagt will Stolze den Kampf in der zweiten Runde beenden: "T.K.o. in Runde zwei. So steht es an meiner Tafel und die Tafel lügt nicht."

Stolze: Die Mauer in den Köpfen muss weg

Für Stolze geht es dabei nicht nur um seinen persönlichen Sieg. Der Magdeburger sieht sich in der Verantwortung, nicht nur die ostdeutsche Kampfsport-Szene auf die Schultern zu nehmen, sondern auch zum Wachstum der deutschen MMA-Szene beizutragen.

"Ich nehme gerne die Fahne des Ostens in die Hand, weil denke, dass ich der beste Kämpfer dort bin. Ich entspreche auch nicht dem klischeehaften ostdeutschen Kämpfer, den viele wohl im Hinterkopf haben. Ich habe einen soliden Lebenslauf, einen vernünftigen Schulabschluss und eine Lehre, kann mich ausdrücken und habe von ein paar MMA-typischen Stänkereien auch noch nie Sachen gemacht, durch die ich negativ aufgefallen bin, schon gar nicht politisch."

"Die Leute sollen mich einfach kennenlernen, dann lernen sie nämlich auch den neuen Osten kennen. Wir können unsere Geschichte nicht verändern und wir werden auch geographisch immer der Osten bleiben, aber die Mauer in den Köpfen könnten wir einfach mal abschaffen."

Stolze will Verantwortung übernehmen

Denn nur eine gemeinsame MMA-Szene, davon ist Stolze überzeugt, kann den Sport nach vorne bringen und auch Publikum im Mainstream begeistern. Das Potenzial ist mit guten Gyms und starken Kämpfern vorhanden. Doch erstmal müsse man die Leute davon überzeugen, "dass wir nicht mehr die bösen Jungs sind". Und dann fehlt vielleicht nur ein einziger Sportler, der den Ausschlag geben kann.

"Vielleicht brauchen wir einen Breakout-Star für die Szene", so Stolze weiter. "Was Gustafsson in Schweden ist oder Conor in Irland oder Bisping in England. Typen, die eine ganze Nation huckepack genommen und in der UFC richtig abgeliefert haben. Da standen die Leute dahinter und es konnte sich etwas bilden."

Wer weiß, vielleicht könnte Niklas Stolze genau dieser Breakout-Star für die deutsche MMA-Szene werden. Das Motto der Debüt-Veranstaltung von Nova FC lautet nicht umsonst: "A Star Is Born" (Nova FC am 13. April ab 18 Uhr live auf ranFIGHTING.de).

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