Peter Sobotta geht unter die Veranstalter - Bildquelle: imago sportfotoPeter Sobotta geht unter die Veranstalter © imago sportfoto

München – "Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie viel Arbeit, Stress und Probleme es gibt, wenn man MMA-Promoter in unserem Land ist", sagte Peter Sobotta im Schlagwort Podcast. "Ich bin ein UFC-Veteran und sehr lange in der Szene dabei und kenne die Probleme, aber das es so viele sind, hätte nicht gedacht. Es ist ein harter Kampf, um ehrlich zu sein."

Doch diesen harten Kampf will Sobotta eingehen. Denn seiner Meinung nach werden er und sein Team von Nova FC (am 13. April ab 18 Uhr live auf ranFIGHTING.de) in der deutschen Szene dringend gebraucht.

"Wenn ich nicht die Notwendigkeit gesehen hätte, dass Deutschland sowas braucht, hätte ich es nicht gemacht. Der Wunsch und der Hunger in der Szene sind so groß, dass ich mich in der Verantwortung gesehen habe, es eben selbst zu machen, wenn es kein anderer vernünftig machen kann."

Dabei sind Zielsetzung und Vision des UFC-Kämpfers klar. Nova FC soll der nächsten Generation, die einmal in seine UFC-Fußstapfen treten könnten, Chancen und Möglichkeiten bieten, um es von dort ins Ausland und in die Champions League des MMA-Sports zu schaffen.

"Unsere Vision ist klar: Wir wollen das Sprungbrett für die nächste Generation deutscher Stars sein", so Sobotta weiter. "Die Besten der Besten kämpfen in der UFC, das werden wir nie sein. Aber wir wollen die Liga sein, die die Kämpfer aufbaut und in die UFC bringt. Wenn wir jetzt unsere eigene Bühne und Plattform haben, auf der Kämpfer stehen, an die wir glauben, können wir noch viel mehr Stars produzieren. Und wir wollen neue Helden schaffen."

Sobotta: Nova FC soll neue Helden schaffen!

Und einer von ihnen soll Niklas Stolze sein. Der Magdeburger bestreitet in Balingen den Hauptkampf gegen den Spanier Omar Santana. Keine Entscheidung gegen einen Teamkameraden Sobottas aus Balingen, sondern eine für Stolze und das Potenzial, das in ihm gesehen wird.

"Wir haben uns bewusst für Niklas Stolze im Hauptkampf entschieden", sagte Sobotta. "Wir glauben, dass er die Zukunft im deutschen MMA sein kann. Er ist ein attraktiver Kämpfer und ihn im Hauptkampf zu haben, ist eine geile Sache. Ich glaube nämlich, dass er nicht mehr sehr lange in Deutschland kämpfen wird."

Nicht der einzige im Programm, bei dem sich Sobotta einen Sprung in die großen Ligen der Welt vorstellen kann. Auch Rany Saadeh, der lange in England und später für eine weltweit operierende Liga antrat, ist ein Kandidat und natürlich auch Sobottas Schützling Mert Özyildirim.

"Mert ist das heißeste Eisen bei uns im Gym", so Sobotta weiter. "Er steht ungeschlagen bei acht Siegen und ist ein absoluter Vorzeigesportler. Man kann alles lernen, aber nicht den Charakter und die mentale Einstellung. Der hat alles, um ein Top-Kämpfer zu sein. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir ihn in der UFC sehen."

Denn Stars fehlen dem deutschen MMA-Sport, meint Sobotta. Ein Star, der die Kampfsport-Szene hinter sich vereinen und auch in den Mainstream vordringen kann.

"Wir brauchen einen richtigen MMA-Superstar, den Michael Schumacher im MMA, wenn man so will", so Sobotta. "Aber der fällt ja nicht vom Himmel. Der muss erstmal gebaut werden und braucht eine Plattform, also eine Veranstaltung. Deutschland braucht ganz dringend mehr Veranstaltungen, die auf die Sportler zugeschnitten sind und als Sprungbrett für die Sportler dienen."

Sobotta: Mein nächster Kampf ist vielleicht mein Letzter

Dann soll die nächste Welle deutscher MMA-Kämpfer in der UFC für Furore sorgen. Denn Peter Sobotta weiß, dass auch seine eigene UFC-Karriere vor dem Ende stehen könnte, denn nach seinem nächsten Kampf endet sein Vertrag, die UFC könnte sich gegen eine Verlängerung entscheiden. Der Balinger bereitet sich daher auf alle Möglichkeiten vor.

"Ich wurde ja schon einmal von der UFC entlassen und habe mich dann wieder hineingekämpft. Aber sollte die UFC mich danach entlassen, dann könnte es wirklich sein, dass es mein letzter Kampf war. Weil nach so vielen Jahren in der UFC weiß ich nicht, ob ich dann noch den Hunger und die Leidenschaft, mir vielleicht über mehrere Jahre außerhalb der UFC einen neuen Vertrag zu erkämpfen? Derzeit glaube ich das einfach nicht."

Dazu gesellte sich auch eine hartnäckige Nackenverletzung, die sich Sobotta in seinem letzten UFC-Duell zugezogen hat und die ihn seitdem im Training behindert. Doch der 32-Jährige verspricht, dass er noch nicht fertig mit dem Sport ist. Doch wenn er wieder in den Käfig zurückkehrt, will er das im bestmöglichen Zustand tun.

"Ich will meine Karriere in der UFC beenden", so Sobotta. "Vor diesem Hintergrund könnte es sein, dass der nächste Kampf sogar mein letzter Kampf sein könnte. Deswegen zieht sich auch mein Comeback gerade ein wenig. Mit meiner Familie, dem Gym und jetzt auch der Veranstaltung laufen zu viele Sachen nebenher, um sich da auch wirklich mental auf den Kampf und das Training zu konzentrieren."

Sobotta: Ich würde auch ohne UFC nicht unglücklich weiterleben

Im dritten Quartal 2019 soll das große Sobotta-Comeback in der UFC erfolgen. Dann zum ersten Mal im Mittelgewicht und der Balinger hofft auf einen großen Namen, am besten in der Hauptstadt des MMA-Sports in Las Vegas. Sollte es dann nicht optimal laufen und Sobotta vielleicht nicht als Sieger hervorgehen, der Chef der Planet Eater mit sich im Reinen.

"Ich habe jahrelang meine Leidenschaft ausgelebt, viele Schlachten geschlagen", so Sobotta. "Wenn es also passiert, wäre es schade, aber ich würde auch nicht unglücklich weiterleben. Ich habe viele andere Sachen, auf die ich Lust habe."

Mit einer jungen Familie, die Sobotta noch vergrößern will, einem erfolgreichen Planet Eater Gym in Balingen und bald auch einer eigenen Veranstaltung mit Nova FC hat der UFC-Kämpfer schließlich auch alle Hände voll zu tun, wenn er nicht selbst im Octagon steht.

Die gesamte Sendung des Schlagwort Podcasts mit Peter Sobotta:

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