Ramon Dekkers wäre heute 50 Jahre alt geworden - Bildquelle: imago sportfotoRamon Dekkers wäre heute 50 Jahre alt geworden © imago sportfoto

München – Ramon Dekkers wurde am 4. September 1969 im niederländischen Breda geboren und fand schon früh zum Kampfsport. Nachdem er sich zuerst im Judo und Boxen versuchte, betrat er im Alter von 13 Jahren das Meang Ho Gym in Breda und lernte dort Cor Hemmers kennen. Der Beginn einer Erfolgsgeschichte.

Denn Hemmers, mit 25 Siegen aus 29 Kämpfen selbst ein erfolgreicher Thaiboxer, nahm Dekkers unter seine Fittiche und formte den jungen Ramon mit seiner Methode von starkem Boxen als guter Grundlage des Muay Thai zu einem der stärksten Thaiboxer der Welt.

Während in Thailand vor allem auf Kicks und Kniestöße gesetzt und die Hände vernachlässigt wurden, gingen Hemmers und Dekkers einen anderen Weg und trainierten vor allem die Fäuste des jungen Niederländers für seine zukünftigen Großtaten.

Von Breda auf die großen Bühnen

Und diese sollten nicht lange auf sich warten lassen. Bereits mit 16 Jahren debütierte Dekkers als Profi und knockte seinen ersten Gegner direkt aus, obwohl dieser weitaus schwerer und erfahrener war. Nicht das einzige Mal, dass Dekkers in einer solchen Konstellation triumphierte.

Der Niederländer zeigte früh sein Talent und seinen Siegeswillen sowie den unermüdlichen aggressiven Vorwärtsgang, der ihm den Spitznamen "Turbine From Hell" einbrachte, und sicherte sich schon mit 18 Jahren seinen ersten Titel, die niederländischen Meisterschaften im Muay Thai.

Weitere Gürtel und erste internationale Erfolge folgten, bevor er 1989 dann zum ersten Mal weltweit auf sich aufmerksam machte, als Dekkers in Amsterdam den Thailänder Namphon und damit den amtierenden Champion des Lumpinee-Stadions zwei Mal zu Boden schlagen und dann nach Punkten besiegen konnte.

Zwei Monate später unterlag er zwar im Rückkampf in Bangkok, hatte damit jedoch eine Tür in eine neue Welt aufgestoßen. Und die Thailänder sollten schnell Gefallen am wilden "Diamond" aus den Niederlanden finden.

Dekkers stand der Muay-Thai-Elite gegenüber

Denn Dekkers sollte in den kommenden Jahren fest zum Inventar der Kampfsport-Szene Thailands gehören. Zwar hatte er ein paar Anpassungsschwierigkeiten mit dem Wertungssystem und verlor ein paar Kämpfe nach Punkten, nahm das Heft dann jedoch einfach selbst in die Hand und ließ seine Fäuste sprechen.

So auch gegen seinen größten Rivalen, die lebende Muay-Thai-Legende Coban Lookchaomaesaitong, dem er von 1991 bis 1993 vier Mal gegenüberstand. Beide gewannen je zwei Mal und konnten je einen Knockout verbuchen, bis heute gehören die vier Kämpfe gegen den "Cruncher" zu den Höhepunkten der Muay-Thai-Geschichte.

Dekkers kämpfte während der Dekade gegen zahlreiche weitere thailändische Stars, sicherte sich weitere Titel und mehrte seinen Ruhm, bevor er 2001 in Rotterdam seinen Rücktritt bekannt gab. Dieser hielt jedoch nur wenige Jahre.

2005 kehrte er in Japan erst kurzfristig für seinen einzigen MMA-Kampf gegen Genki Sudo in den Ring zurück, bevor er Monate später für K-1 in einem Super-Fight den Amerikaner Duane Ludwig mit gerissenen Bändern in der Schulter bezwang und dann 2006 in Amsterdam nach einer Niederlage gegen Edeltechniker Joerie Mes sein endgültiges Karriereende bekanntgab.

Dekkers Vermächtnis

Dekkers konzentrierte sich nach Ende seiner aktiven Zeit auf das Training der nächsten Generation niederländischer Kampfsportler im Team Golden Glory und seinem eigenen Team Dekkers. Bereits als aktiver Kämpfer hatte er zahlreiche andere Athleten im Kampfsport inspiriert, als Trainer zu arbeiten war nur die logische Fortsetzung.

Dekkers konnte während seiner Zeit als aktiver Kämpfer Geschichte schreiben, als er 1992 als erster Ausländer überhaupt in Thailand zum Kämpfer des Jahres gewählt wurde. Sein aggressiver Stil und seine Bereitschaft, sich jederzeit mit den Besten seines Fachs auf deren Terrain zu messen, machten ihn nicht nur zu einem Publikumsliebling, sondern zu einem Pionier.

Seine große Rolle im thailändischen Volkssport wurde 2012 mit einer Auszeichnung des Königs sowie einer Ernennung zum Botschafter aller ausländischen Kämpfer in Thailand gewürdigt. Gemeinsam mit Rob Kaman gehört Dekkers bis heute zu den einflussreichsten westlichen Kämpfern, die je das Mongkon, die traditionelle Kopfbedeckung der Muay-Thai-Kämpfer beim Wai-Khru-Tanz, trugen.

Der achtfache Muay-Thai-Weltmeister verstarb am 27. Februar 2013 an einem Herzinfarkt während des Radfahrens. Er wurde nur 43 Jahre alt.

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