Rany Saadeh ist heiß auf seinen Kampf bei Nova FC - Bildquelle: princeranymma/instagramRany Saadeh ist heiß auf seinen Kampf bei Nova FC © princeranymma/instagram

München - Rany Saadeh ist in Deutschland fast ein unbeschriebenes Blatt. Dabei gehört der 25-Jährige zu den erfolgreichsten deutschen Kämpfern in den leichten Gewichtsklassen. Notiz haben davon in Deutschland nicht viele genommen.

Das soll sich nun ändern. Bei Nova FC (am 13. April live auf ranFIGHTING.de) will sich der Berliner gegen Adam Borovec den MMA-Fans in Deutschland von seiner besten Seite zeigen und in ein erfolgreiches und aktives Wettkampfjahr starten.

Saadeh kämpft nach sieben Jahren wieder in Deutschland

"Ich habe einfach wieder Lust, in Deutschland zu kämpfen", sagte Saadeh im Interview. "Ich habe seit sieben Jahren nicht mehr hier gekämpft. Das ist auch der erste Fight in der Zeit, für den ich mich komplett in Deutschland vorbereitet habe. Früher bin ich regelmäßig nach Thailand oder England zum Training, jetzt habe ich mir meine Trainingspartner ins Gym geholt."

Ein Novum in der Karriere von Saadeh, denn der Berliner erkannte für sich schon früh, dass er ins Ausland muss, um das Optimum aus seinem Talent herauszuholen. Bereits nach dem dritten Kampf wechselte er nach England, kämpfte sich dort die Ranglisten hoch um dann mit 21 britischer Champion im Fliegengewicht zu werden.

Nun ist Saadeh wieder zurück in der Heimat und kämpft bei Nova FC im Bantamgewicht gegen den Tschechen Adam Borovec. Saadeh weiß nicht, was ihn erwartet, ist aber neugierig auf die erste Veranstaltung der neuen Organisation unter der Schirmherrschaft von UFC-Kämpfer Peter Sobotta.

"Es klingt nach etwas Neuem, ich habe noch nie bei einer Debüt-Veranstaltung gekämpft", so Saadeh weiter. "Es sind starke internationale Kämpfer dabei, vielleicht wird daraus ein großes Ding. Das ist das Investment, das man als Kämpfer eingeht."

Saadeh: "MMA-Fans füllen die Hallen der Basketballer"

Doch nicht nur die Organisation und der Kampf an sich waren Motivation für den 25-Jährigen, wieder in Deutschland anzutreten. Auch die Entwicklung der hiesigen Szene gefällt dem Berliner.

"Die deutsche MMA-Szene nimmt langsam ein wenig Fahrt auf", so Saadeh weiter. "Es geht auf jeden Fall voran. Wir sehen die großen Promotions, die große Arenen mit MMA-Fans füllen, wo sonst Basketball oder Eishockey gespielt wird. Ich wünschte, das hätte es in meiner Anfangszeit schon gegeben. Wahrscheinlich hätte ich dann nicht ins Ausland gehen müssen."

Der derzeitige Aufschwung der Szene bringt für Saadeh, der seit seinem 14. Lebensjahr dem MMA-Sport verfallen ist, aber auch Schattenseiten mit sich. Daher hofft der Berliner, dass sich Veranstalter auch ihrer Verantwortung bewusstwerden.

"Ich sehe auf den großen Event so viele Hampelmänner, die erst vor zwei, drei Jahren mit dem Sport angefangen haben", so Saadeh weiter. "Die haben McGregor geschaut und wollen es genauso machen, aber das funktioniert so nicht. Und viele gute Jungs, die das seit Jahren machen, die werden einfach vergessen.

"Ich finde es daher sehr wichtig, dass die Veteranen auch wieder in Deutschland kämpfen und die Messlatte wieder hochsetzen. Veranstalter sollten sich einfach gut überlegen, wem sie eine Plattform geben."

Saadeh kehrt zu den Wurzeln zurück

Die gesammelte Erfahrung im Ausland brachte Saadeh als Kämpfer weiter und auch der Geldbeutel profitierte davon. Doch gute Leistungen und Titel waren für den 25-Jährigen nicht nur ein Segen, neue Probleme taten sich auf, vor allem die Suche nach dem richtigen Kampf.

"Ich habe ein Jahr lang nicht gekämpft, das ist einfach zu wenig", sagte Saadeh. "Ich will dieses Jahr mindestens drei Fights machen. Ich war immer auf der Suche nach großen Fights, großen Gagen und Titelkämpfen, wollte nur gegen höher gerankte Kämpfer antreten und die Nummer 1 werden. Das läuft am Ende aber darauf hinaus, dass man dann einfach sitzt, wartet und verhandelt und dann einfach zu selten kämpft."

Alles Vergangenheit, 2019 soll das Jahr des "Berlin Brawlers" werden. Zu lange musste Saadeh nur zuschauen. Er vermisst das Feuer, das Adrenalin, dass die Kämpfe in ihm auslösen.

"Ich will jetzt einfach wieder kämpfen. Zuletzt war ich zu sehr Profi, zu entspannt. Aber jetzt bin ich an einem Punkt, bei dem mir denke: Scheiß auf das Geld! Ich habe nicht wegen Geld mit dem Kämpfen angefangen. Mir geht es jetzt einfach darum, dieses Feuer wieder zu spüren. Ich muss es nicht neu entfachen, es war nie aus, aber ich will es wieder häufiger spüren."

Saadeh will den Knockout bei Nova

Nun will Saadeh wieder einfach nur kämpfen und siegen. Der erste Sieg soll dabei in Balingen bei Nova FC gegen Adam Borovec herausspringen. Ein gefährlicher Tscheche mit internationaler Erfahrung und fünf Siegen in sechs Profi-Kämpfen. Doch Saadeh zeigt sich unbeeindruckt.

"Ich werde immer wieder gefragt, was ich über meinen Gegner weiß. Aber das spielt einfach keine Rolle, hat es noch nie", so Saadeh selbstbewusst. "Das einzige, was ich weiß, ist, dass ich ihn ausknocken werde."

Nova FC findet am 13. April in Balingen statt. ranFighting.de überträgt live ab 19 Uhr.

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