Steigt am 1. September bei GMC in Köln zum ersten Mal ins Octagon: Ex-Fußbal... - Bildquelle: 2014 Getty ImagesSteigt am 1. September bei GMC in Köln zum ersten Mal ins Octagon: Ex-Fußball-Profi Thorsten Legat © 2014 Getty Images

ran.de: Herr Legat, nachdem Sie vor vier Jahren beim Promi-Boxen in den Ring gestiegen sind folgt nun am 1. September bei GMC in Köln Ihr Mixed-Martial-Arts-Debüt im Octagon. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Thorsten Legat: "Ich bin gefragt worden, ob ich mir vorstellen könnte, einen MMA-Kampf im Käfig zu bestreiten. Gegen einen Mann namens Dominic Harrison. Ich kannte ihn damals ehrlich gesagt noch nicht wirklich, habe aber trotzdem sofort zugesagt. Ich komme von der Straße, muss mich also schon mein ganzes Leben lang durchschlagen und kann somit einstecken. Aber wenn es darauf ankommt, kann ich auch austeilen. Es kann somit jeder davon ausgehen, dass ich am 1. September sehr gut gerüstet sein werde."

ran.de: Es gibt nicht wenige, die sich fragen, warum Sie sich das Ganze überhaupt antun. 

Legat: "Was soll ich diesen Leuten antworten? Ich bin einfach bereit, diese große Herausforderung anzunehmen. Ich fühle mich körperlich topfit und weiß seit frühester Kindheit was es heißt, sich durchkämpfen zu müssen. Ich komme aus dem Kampfsport, mache das schon seit über 40 Jahren. MMA liegt mir somit deutlich mehr als noch das Boxen vor vier Jahren. Und selbst da habe ich damals deutlich gegen meinen Gegner Trooper Da Don gewonnen. Die Leute sollten mich also auch jetzt gegen den deutlich jüngeren Harrison nicht unterschätzen. Ich bin definitiv nicht zu alt fürs Octagon. Ich werde ihm wehtun. Das garantiere ich." 

ran.de: Was fasziniert Sie an dem Kampfsport MMA? 

Legat: "Ich habe selbst schon Free Fighting gemacht und verfolge die UFC-Szene bereits seit Jahren. Ich habe mit Deniz Haciabdurrahmanoglu den besten Trainer an der Seite, den man sich vorstellen kann. MMA ist keine Show wie beispielsweise das Promi-Boxen. MMA ist Realismus. Im Käfig kannst du nicht weglaufen, da musst du kreativ sein und Lösungen finden. Da geht es nicht nur darum, wer den stärksten Schlag, sondern wer am Ende die beste Taktik hat. Aber ich kann auch einstecken. Das ist kein Problem für mich. Ich habe in meinem Leben schon Tausende Kicks gegen meine Schienbeine bekommen. Und ich habe sie alle weggesteckt." 

ran.de: Wie bereiten Sie sich auf den Kampfabend vor? 

Legat: "Ich komme ja aus der Kampfsport-Szene und trainiere somit schon viele Jahre in diesem Bereich. Ich weiß also genau was zu tun ist und werde mich gewissenhaft auf Harrison vorbereiten. Er ist ja selbst Fitness-Coach, hat jetzt aber nur drei Monate Zeit, sich spezifisch auf einen MMA-Kampf vorzubereiten. Ich mache das wie schon erwähnt seit über 40 Jahren. Beim Promi-Boxen habe ich vor vier Jahren noch den Kasper gemacht, aber MMA ist meine wahre Disziplin. Da sind Auge, Herz und Nehmer-Qualitäten gefragt. Am Ende soll aber der Bessere gewinnen. Ich möchte einfach bescheiden bleiben. So kennen mich meine Freunde und vor allem meine Familie." 

ran.de: Wo liegen die Unterschiede zwischen der Vorbereitung auf den Boxkampf vor vier Jahren und dem kommenden MMA-Fight im Octagon? 

Legat: "Beim Boxen geht es mit den Schlägen meistens nur zum Kopf oder dem Körper. MMA findet zu 80 Prozent auf dem Boden statt." 

ran.de: Viele Kampfsport-Fans erinnern sich noch an Ihren Einlauf beim Promi-Boxen, als Sie komplett unter Strom standen. Ihr Gegner Dominic Harrison bezeichnet sich selbst als "Adrenalin-Junkie". Sind Sie das auch? 

Legat: "Das Promi-Boxen damals war doch nur Show, da habe ich komplett übertrieben. Aber bei diesem MMA-Fight werde ich voll konzentriert sein. Der Harrison denkt wahrscheinlich, ich sei ein alter Sack. Aber nochmal: er sollte mich nicht unterschätzen. Ich bin körperlich total fit und extrem schnell." 

ran.de: Harrison ist immerhin 23 Jahre jünger als Sie. Welche Rolle könnte das spielen? 

Legat: "Das Alter spielt überhaupt keine Rolle! Er mag zwar jünger sein, aber ich habe die Erfahrung und weiß diese Jungs zu packen. Ich habe in der Vergangenheit schon gegen Zwei-Meter-Männer oder 120-Kilogramm-Kolosse gekämpft und selbst da konnte ich mich immer behaupten." 

ran.de: Haben Sie keine Angst vor Verletzungen? 

Legat: "Nein. Denn ich habe in meinem Leben schon sehr viele Schläge kassiert. Wie gesagt: ich bin ein Kind der Straße und musste mich ein Leben lang im wahrsten Sinne des Wortes durchboxen. Ich hatte schon Schlüsselbein- und Jochbeinbrüche. Ich habe also schon viele Schmerzen erleiden müssen, bin aber immer wieder aufgestanden. Und genau darum geht es im Leben: man darf nie liegen bleiben, muss sich immer wieder aufrichten. Ich weiß nicht, ob Harrison auch schon mal solche Dinge erlebt hat und ob er mit Schmerzen umgehen kann. Aber ich bleibe trotzdem dabei: die Chancen stehen 50:50." 

ran.de: Was können die MMA-Fans von Ihnen erwarten und mit welchen Ziel gehen Sie selbst in den Fight mit Harrison? 

Legat: "Ich wäre ja ein schlechter Sportsmann, wenn ich nicht gewinnen wollen würde. Und natürlich will ich am Ende das Octagon als Sieger verlassen. Überhaupt keine Frage. Auf welche Art und Weise, das kann ich jetzt natürlich noch nicht sagen." 

ran.de: Und was erwarten Sie von Dominic Harrison? 

Legat: "Zunächst einmal glaube ich, dass er ein sehr angenehmer Typ ist. Dass ist jedenfalls das, was ich bislang über ihn erfahren habe. Aber dann muss ich eben diese 3 x 5 Minuten im Käfig meinen Kopf ausschalten."

Das Interview führte: Dominik Hechler 

Boxen-Videos