Erste Titelverteidigung: Tina Rupprecht.Erste Titelverteidigung: Tina Rupprecht. ©

München – Herbert Rupprecht konnte es nicht ändern. Gut fand er den Wunsch seiner Tochter natürlich nicht. Aber was will man machen, welcher Vater kann seinem Mädchen schon etwas abschlagen? Auch wenn es der Schritt in den Kampfsport ist? Und das mit zwölf Jahren. 

Doch Tina Rupprecht boxte sich im wahrsten Sinne des Wortes durch. Erst bei ihrem Vater, dann in ihren Gewichtsklassen. Mehrmals holte sie als Amateurin die deutsche Meisterschaft, ehe sie 2013 Profi wurde. Seitdem hat sie acht Kämpfe gewonnen, drei davon durch K.o.

Und ein Versprechen gehalten.

Denn Rupprecht hatte ihrem Papa schon früh erklärt, dass sie Weltmeisterin werden wolle. Gesagt, getan. Mit jedem Sieg kam sie ihrem Traum näher.

Erste Titelverteidigung

Weltmeisterin ist die 26-Jährige inzwischen tatsächlich. Am 15. Dezember verteidigt sie bei Petko's Fight Night ihren WBC-Titel im Minimumgewicht (live auf ranFIGHTING.de). 

Es ist ihre erste Titelverteidigung. Im Dezember 2017 hatte sie sich gegen Anne Sophie Da Costa den Interims-Titel gesichert, dann im vergangenen Juni gegen Yokasta Valle den vakanten regulären WM-Titel. Nun will sie ihre Vormachtstellung untermauern, die Gegnerin steht noch nicht fest.

Für den anhaltenden sportlichen Erfolg hat sie sich aber jüngst neu aufgestellt. Trainer und Entdecker Alexander Haan bleibt weiter an ihrer Seite, er hatte sie im Alter von zwölf Jahren entdeckt und vom Kickboxen zum Boxen geholt. 

"Alexander Haan habe ich sehr viel zu verdanken. Er wird auch zukünftig an meiner Seite bleiben. Ich will zeigen, dass Frauenboxen auch bei den Profis eine große Nummer sein kann, auch wenn man knapp 50 Kilogramm auf die Waage bringt", sagt Rupprecht.

Der nächste Schritt

Dafür wechselt sie in den Boxstall von Nadine Rasche und Alexander Petkovic. "Mit dem Wechsel gehe ich den nächsten Schritt", sagte die Titelträgerin. Das Münchner Promoter-Paar ist sicher, dass Rupprecht eine große Zukunft noch vor sich hat. 

"Auch als Weltmeisterin kann Tina bei uns noch einen weiteren Schritt nach vorne machen. Unser Ziel wird es sein, die Titel aller vier bedeutenden Boxverbände zu gewinnen", sagt Rasche. Und Petkovic glaubt: "Tina wird zeigen, dass es auch in Deutschland wieder möglich sein wird, mit Frauenboxen eine große Anhängerschar zu begeistern. Tina ist für mich eine echte Kämpferin mit einer unglaublichen boxerischen Qualität und sehr sympathisch – sie hat das Zeug in die Fußstapfen von Regina Halmich zu treten."

Die Vorbereitung auf ihre erste Titelverteidigung hat dann auch schon längst begonnen, Haan verspricht, "dass Tina top vorbereitet in den Ring steigen wird". Sie selbst kann es kaum erwarten. "Meine Fans und Freunde werden mich alle in Kühbach unterstützen und mir den Rücken stärken. Egal wen ich vor die Fäuste bekomme."

Auch der Papa ist wieder dabei

Dann wird auch wieder Papa Rupprecht am Ring sitzen. Mitfiebern, leiden. Und altern.

Beim letzten Kampfabend waren es zehn Jahre, scherzte er. Wie das so ist, wenn die eigene Tochter kämpft und ihren Traum verfolgt.

Als Vater kann man da halt nichts machen.

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