Robert Harting spricht zu 30 Jahre Mauerfall - Bildquelle: PIXATHLONPIXATHLONSIDRobert Harting spricht zu 30 Jahre Mauerfall © PIXATHLONPIXATHLONSID

Berlin (SID) - Diskus-Olympiasieger Robert Harting hat die fehlende Nachwuchsarbeit in der deutschen Leichtathletik für den Medaillen-Rückgang bei Groß-Events in den Jahren nach dem Mauerfall verantwortlich gemacht. In den 1990er Jahren hätten die deutschen Athleten immer weniger Erfolge vorweisen können.

"1992 hatten wir eine ziemlich erfolgreiche Olympiamannschaft. Das ist immer weiter abgeebbt", sagte der ehemalige Welt- und Europameister der Berliner Zeitung 30 Jahre nach dem Mauerfall. "1996 und 2000 fing es an, komisch zu werden, als die körperlichen Helden aufgrund des Alters ausgemustert waren. Es gab so viele starke Athleten, dass ein richtiges Nachwuchssystem vergessen wurde", führte Harting aus.

Er selbst habe sich an Diskus-Helden wie Lars Riedel oder Jürgen Schult orientiert. "Alle wollten ein Autogramm von Lars Riedel. Der kam an in seinem Z3 Cabrio, parkte nicht auf dem Parkplatz, sondern vor der Halle. Alle sind hingerannt", erinnerte sich Harting. Auch der siebenmalige Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher sei ein Idol gewesen. "Da habe ich mit meinem Papa vor dem Fernseher gesessen, es war Lagerfeuerstimmung", sagte Harting, der 2018 seine Karriere beendet hatte.

Generell aber habe der Mauerfall vor 30 Jahren insbesondere bei den ostdeutschen Athleten neue Perspektiven aufgezeigt. "Für viele Ostsportler war die Vereinigung ein Katapult, die Chance, sich mit Leistung darzustellen", sagte Harting, der im brandenburgischen Cottbus aufgewachsen ist und heute im Ostteil Berlins lebt.

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