Harting "schämt" sich für IOC-Chef Bach - Bildquelle: AFPSID-FRANCK FIFEHarting "schämt" sich für IOC-Chef Bach © AFPSID-FRANCK FIFE

Kienbaum (SID) - Diskus-Star Robert Harting (31) ist nach der Olympia-Zulassung für russische Sportler trotz massiven Dopingbetrugs schwer enttäuscht vom deutschen IOC-Präsidenten Thomas Bach. "Er ist für mich Teil des Doping-Systems, nicht des Anti-Doping-Systems. Ich schäme mich für Thomas Bach", sagte der Olympiasieger von London am Dienstag in Kienbaum.

Bach habe "keinerlei Interesse, den Schmerz" der sauberen Athleten "zu fühlen". Nach der Entscheidung des IOC mit Bach an der Spitze sei für Harting ein Stück die "Welt untergegangen. Und ich kann das eigentlich nicht verstehen."

Das IOC habe mit Bach an der Spitze für Harting "eine neue Enttäuschungsdimension erreicht", meinte der Berliner, die Entwicklungen der vergangenen Tage, ein russisches Team trotz der Beweise für ein systematisches und staatlich geschütztes Dopingsystem nach Rio zu lassen, sei "einfach peinlich". Dass die russischen Leichtathleten im Gegensatz zu Athleten anderer Sportarten international weiter gesperrt sind, bezeichnete Harting als "richtige Maßnahme. Das ist vielleicht ein Weckruf."

Harting hatte sich kurz nach dem Saisonende 2014 im Training einen Kreuzbandriss im linken Knie zugezogen und die komplette Saison 2015 verpasst. Wegen eines Muskelfaserrisses im Brustmuskel und einer Entzündung im rechten Knie musste er zudem im Frühling im Training kürzer treten. Trotzdem peilt der Weltmeister von 2009 bis 2013 am Zuckerhut wieder Gold an. "Die anderen Jungs kochen auch nur mit Wasser - hoffentlich", sagte Harting. 

Hinweis für die Redaktionen: Wir senden zu dem Thema noch einen aktuellen Bericht von Kristof Stühm und Jörg Soldwisch. (45 Zeilen)

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