Andrea Dovizioso im Audi RS 5 DTM. - Bildquelle: Audi Communications Motorsport / Malte Christians ### Audi Communications Motorsport / Hoch Zwei ### free of charge for press puAndrea Dovizioso im Audi RS 5 DTM. © Audi Communications Motorsport / Malte Christians ### Audi Communications Motorsport / Hoch Zwei ### free of charge for press pu

Misano – Ehrgeiz. Voller Fokus. Ein extremer Antrieb, ein ernsthafter Ansatz. Fleiß. Und klar: Talent.

Beobachtet man Andrea Dovizioso während seines Testtages, erkennt man, wie er es an die Spitze geschafft hat. Ganz nach oben.

Denn dort sind es die kleinen Dinge, die den Unterschied machen. Die die Spreu vom Weizen trennen. Die Weltklasse von denjenigen, denen dann doch etwas fehlt. 

Das gewisse Etwas nennt man das wohl.

Dovizioso wäre ohne diese Eigenschaften, ohne diese Einstellung, sicher nicht zweimal Vizeweltmeister (2017 und 2018) geworden. Sie sind auch bei seinen Testfahrten in Misano nicht zu übersehen. 

Sie werden ihm von allen Seiten attestiert. So hat er es auch an die Spitze geschafft, zum Weltklasse-Niveau in der MotoGP. Auf dem Motorrad also.

Doch was ist mit einem Rennauto? Dem Audi RS 5 DTM? Wer auf zwei Rädern einer der Besten ist, muss das noch lange nicht auf vier sein.

Heißt: Was ist drin als Gaststarter am dritten Rennwochenende in Misano (7. – 9. Juni, live in SAT.1 und auf ran.de)

"Ich habe keine Erwartungen", sagte Dovizioso ran.de. "Das Level ist wirklich hoch, es geht sehr eng zu. Es wird schwierig für mich, die richtigen Dinge im richtigen Moment zu machen. Ich bin nicht zu weit weg."

Viele Dinge auf einmal

Doch es sind tatsächlich viele Dinge, auf die er achten muss. Er hat den verstellbaren Heckflügel, Push to Pass, dazu gibt es das erschwerte Startprozedere. Viele Dinge konnte er bei den zweitägigen Tests schon einstudieren, üben.

Eine Sache ändert am Rennwochenende aber alles: die Konkurrenz, die dann ja auch noch da ist. "Das ist schwierig zu managen, auch die Zweikämpfe. Du sitzt im Auto, und du siehst quasi gar nichts", so der 33-Jährige. 

Die größte Herausforderung? Ganz klar: "Das Qualifying wird das Schwierigste. Das Potenzial aus dem Auto auf den Punkt herauszuholen. Die Zeiten sind sowieso schon sehr eng, es ist schwer, einen guten Startplatz zu erreichen. Und dann ist es auch schwer, ein gutes Rennen zu fahren."

Nicht zu vergessen sein Zeitplan. Am Wochenende zuvor bestreitet er den GP in Mugello, dann die DTM, anschließend der nächste GP in Barcelona. Im Mittelpunkt der heiße Titelkampf mit Marc Marquez, Valentino Rossi und Co., dazwischen der Ausflug in den Tourenwagen.

Enger Zeitplan

Das ist alles eng gestrickt. Dovizioso bestätigt: "Das ist nicht einfach." Aber: "Ich mag es, ich mache das bereits beim Motocross, ich finde es gut, nicht nur in die MotoGP involviert zu sein. Ich mache gerne andere Dinge, will beweisen, dass ich auch in anderen Bereichen sehr gut bin."

Hinzu kommen die ganzen "Nebengeräusche", die an einem Rennwochenende generell und für ein DTM-Rennen im Speziellen wichtig sind. Dass Reifen nicht mehr vorgeheizt werden zum Beispiel. Das Reifenmanagement generell, das in diesem Jahr durch die neuen Vierzylinder-Turbomotoren, mehr Power und den damit verbundenen höheren Verschleiß eine Hauptrolle spielt. "Für das alles braucht man Erfahrung. Es wird definitiv hart."

Was sagt sein Coach? 

"Für ihn wäre es der größte Spaß, wenn er konkurrenzfähig wäre. Und in meinen Augen ist er das. Auch wenn wir da nicht von Rennsiegen sprechen. Er will mitfahren, Spaß haben, nicht doof aussehen und im Pulk ins Ziel kommen", sagte Ekström ran.de.

Auch er weiß, dass es selbst für die Stammfahrer nicht einfach ist, im Qualifying alles auf den Punkt zu bringen. Für den Schweden spielt das Wetter ebenfalls eine Rolle. "Ein Sonnentag macht alles viel leichter, dann habe ich keine Bedenken. Dann ist das Thema mit den ungeheizten Reifen zum Beispiel wesentlich kleiner. Das reduziert den Schwierigkeitsgrad."

In der Lage, mitzufahren

Die Ansage des Trainers: "Rausgehen, kämpfen und es genießen. Ich bin mir sicher, dass er in der Lage ist, mitzufahren."

Im Vorjahr hatte Alessandro Zanardi in Misano sensationell Platz fünf erreicht. Allerdings war das ein Nachtrennen, das zudem ein Regenchaos erlebte. Der Italiener war dabei mit Glück und auch Geschick nach vorne gespült worden.

Also, Andrea, die Top fünf müssen dann ja das Ziel sein?

Dovizioso lacht: "Nein, ich erwarte nicht, vorne dabei zu sein. Die Top fünf sind ein Traum, kein Ziel. Ich will in der Gruppe sein. Das dürfte das Maximum sein." 

Aber wer weiß, wohin ihn sein Ehrgeiz am Ende führt?

Von Andreas Reiners

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