ran.de erklärt die wichtigsten DTM-Begriffe. - Bildquelle: imagoran.de erklärt die wichtigsten DTM-Begriffe. © imago

Die DTM startet Anfang Mai (live in SAT.1 und auf ran.de) in die neue Saison. Damit Du mitreden kannst, findest Du in unserem DTM-Lexikon die wichtigsten Begriffe in alphabetischer Reihenfolge.

Abtrieb oder auch Anpressdruck: Das ist die Kraft, mit der die Autos auf die Strecke gedrückt werden. Diese Kraft wird vor allem durch die Aerodynamik, also aerodynamische Teile wie Flügel oder Aufhängungsteile erzeugt. Je mehr Abtrieb ein Auto hat, desto besser liegt es auf der Strecke.

Aerodynamik: Damit wird die Luftleitung um das Auto herum beschrieben, dadurch soll das Fahrverhalten positiv beeinflusst werden. Wie schafft man es, durch die dem Auto entgegenkommende Luft möglichst viel Anpressdruck zu erzeugen? Im Motorsport ist dies längst eine Wissenschaft für sich. Die aerodynamischen Hilfsmittel an den Autos wie kleine Flügelchen wurden vor der neuen Saison reduziert. Das soll zu weniger Abtrieb führen, damit die Autos schwieriger zu fahren sind.

Auslaufzone: Der Bereich neben der normalen Strecke. Auf modernen Kursen gerne asphaltiert und damit nicht so folgenreich wie auf Old-School-Strecken, wo der Fahrer immer noch im guten, alten Kiesbett landet.

Bolide: So wird zwar auch ein Meteor genannt, ist hier aber ein anderes Wort für ein Rennauto.

Boxenstopp: Er ist in der DTM Pflicht, mindestens einmal muss das Auto also in die Box. Beim Boxenstopp stürzen sich neun Mechaniker in die Arbeit, um die Reifen zu wechseln, technische Probleme zu beheben oder das Auto zu reparieren. Der Zeitpunkt des Stopps ist zudem eine taktische Komponente in der DTM.

Boxentafel: Sie wird an der Start/Zielgeraden herausgehangen, um mit dem Fahrer zu kommunizieren. Die Kommunikation ist allerdings stark eingeschränkt. Im Grunde darf dem Fahrer nur noch mitgeteilt werden, wenn er in die Box kommen soll oder wenn es eine Notsituation gibt.

Boxengasse: Die schmale Fahrbahn direkt vor den Boxen, die von der Rennstrecke abgetrennt wurde. Hier gilt ein Geschwindigkeitslimit. Übertritt man dieses Limit, gibt es eine Strafe.

Boxenampel: Funktioniert wie eine normale Straßenampel, zeigt rot oder grün. Sie steht am Ende der Boxengasse und regelt die Zufahrt auf die Strecke.

Chassis: Bezeichnet das Fahrgestell der DTM-Autos.

Cockpit: Der Arbeitsplatz der Fahrer.

DRS: Das "Drag Reduction System" kennen Motorsportfans aus der Formel 1. Der Heckflügel ist auch in der DTM verstellbar - er kann geöffnet werden, wodurch der Luftwiderstand kurzzeitig reduziert wird. Ergo: Das Auto ist schneller. DRS ist ein Tool zum Überholen. Voraussetzung zur Nutzung: Der Abstand zum Vordermann darf bei Start/Ziel nicht größer als drei Sekunden sein. 2019 neu: In den letzten fünf Runden können die Piloten DRS unabhängig vom Abstand zum Vordermann einsetzen. Im Rennen darf jeder Fahrer das DRS in maximal zwölf Runden aktivieren.

Donut: Es ist eine kleine Kunst für sich und in vielen Rennserien das Ritual des Rennsiegers: Das Auto mit durchdrehenden Rädern auf der Stelle im Kreis drehen zu lassen und so für ordentlich Qualm zu sorgen.

DMSB: Der Deutsche Motor Sport Bund e.V. mit Sitz in Frankfurt am Main. Der DMSB ist die offizielle Behörde für Automobil- und Motorradsport in Deutschland, er hat die Aufsicht über die motorsportlichen Veranstaltungen, für die er zuständig ist - darunter auch die DTM. Zudem ist der DMSB der deutsche Vertreter in internationalen Organisationen und Gremien wie z.B. dem Automobil-Weltverband FIA.

Drive Through Penalty: Oder Durchfahrtsstrafe. Wird die Strafe verhängt, muss der Fahrer einmal durch die Boxengasse fahren, natürlich mit der vorgeschriebenen reduzierten Geschwindigkeit. Den Pflicht-Boxenstopp darf er mit der Strafe nicht kombinieren.

Einführungsrunde: Sie findet vor jedem Start eines Rennens statt. Die Fahrer drehen dann noch eine Runde, um Bremsen und Reifen auf Temperatur zu bringen. Anschließend erfolgt der stehende Start.

Einheitsbauteile: Davon gibt es in der DTM einige an den Autos. Sie sind vor allem dafür gedacht, die Kosten in Grenzen zu halten. Ein teures Wettrüsten soll so verhindert werden.

Flaggen: Sie kommen während eines Rennwochenendes regelmäßig zum Einsatz und werden von den Streckenposten geschwenkt. Sie dienen als Kommunikationsmittel zwischen der Rennleitung und den Fahrern. Die Bedeutung gilt weltweit.

Blaue Flagge: Sie ist für die Bummler. Wird sie geschwenkt, wird dem Fahrer deutlich gemacht: Den überrundenden Hintermann bitte so schnell wie möglich überholen lassen.

Gelbe Flagge: Kommt bei Gefahr zum Einsatz, zum Beispiel bei einem Unfall. Sie bedeutet: Langsamer fahren und nicht überholen.

Grüne Flagge: Die Gefahr ist vorüber, es kann wieder Gas gegeben werden.

Rote Flagge: Die Session wird angehalten. Eine Rote Flagge ist daher immer ein schlechtes Zeichen. Meist ist dann etwas Schlimmeres passiert, das die Rennleitung dazu zwingt, die Session zu unterbrechen oder sogar abzubrechen.

Schwarze Flagge: Sie wird zusammen mit der Startnummer des Fahrers gezeigt. Der betroffene Fahrer wird vom Rennen ausgeschlossen und muss sofort an die Box.

Schwarz-weiß karierte Flagge: Das Rennen oder die jeweilige Session ist zu Ende.

Freies Training: Findet an einem DTM-Rennwochenende zweimal am Freitag statt und dauert einmal 45 und einmal 30 Minuten. In dieser Zeit wird in erster Linie am Setup für Qualifying und Rennen gearbeitet.

Gewicht: 2019 gibt die DTM ein geringeres Mindest-Gewicht des Fahrzeugs vor: 986 statt wie bislang 1.031 Kilogramm darf ein Bolide wiegen.

Graining: Bezeichnet die "Körnung" der Reifen. Eine Folge von Überbelastung, dabei beginnt der Reifen, sich zu schälen. Die Oberfläche löst sich langsam auf, die Gummischnipsel kleben an der Lauffläche des Reifens fest. Die Folgen: Weniger Grip und mehr Untersteuern.

Gummi-Abrieb: Beschreibt die Abnutzung der Reifenoberfläche. Je besser man die Reifen schont und mit ihnen umgeht, desto weniger Abrieb haben sie und halten länger.

Grid: Englisches Wort für die Startaufstellung.

Grid Girls: In der Formel 1 gibt es sie nicht mehr. Sie sollen die Startaufstellung verschönern, stehen vor jedem Auto und halten die Startnummern mit dem Konterfei des Fahrers in die Höhe. 

Grid-Penalty: Einige Vergehen werden mit einer Grid-Penalty bestraft. Das bedeutet nichts anderes, als dass der bestrafte Fahrer in der Startaufstellung um eine bestimmte Anzahl an Plätzen zurück muss.

Grip: Kann man mit "Griffigkeit" übersetzen. Bedeutet im Motorsport, wie viel Haftung das Auto auf der Strecke hat. Dabei gibt es den aerodynamischen Grip, zum Beispiel durch den Heckflügel. Oder den mechanischen Grip, der durch die Reifen verursacht wird. Je mehr Grip, desto schneller geht es durch die Kurven.

HANS: Abkürzung für "Head and Neck Support", also Kopf- und Nackenstütze. Ein System, das den Fahrer bei Unfällen vor Verletzungen im Kopf- und Nackenbereich schützen soll. Die Stützeinrichtung besteht aus Kohle- und Aramidfaser-Werkstoff und soll extreme Kopfbewegungen sowie das Aufschlagen im Cockpit und auf das Lenkrad verhindern.

Ideallinie: Erklärt sich im Grunde von selbst - ist die ideale Linie, die man auf der Strecke fahren sollte. Verlässt man sie, verliert man Zeit.

Kerbs: Englischer Begriff für Randsteine. Sie grenzen die Strecke von den Auslaufzonen oder Kiesbetten ab.

Monocoque: Zu deutsch "Schalenrumpf". Die Sicherheit steht auch in der DTM an erster Stelle. Schutz bietet deshalb das Kohlefaser-Monocoque mit Überrollkäfig.

Parc ferme: Das "Gefängnis" der DTM, die Autos befinden sich im Parc fermé (deutsch: geschlossener Park) unter Aufsicht der Rennleitung. Damit soll sichergestellt werden, dass das Rennen mit dem Auto gefahren wird, mit dem auch das Qualifying bestritten wurde. Es dürfen also zwischen Quali und Rennen nur wenige Arbeiten oder Änderungen an den Autos vorgenommen werden. Zwischen Samstag und Sonntag muss zudem eine festgelegte Ruhezeit eingehalten werden.

Penalty: Englisches Wort für Strafe.

Pole Position: Um sie geht es im Qualifying. Wer die schnellste Zeit fährt, steht in der Startaufstellung ganz vorne, also auf der Pole Position.

Punkte: Die gibt es sowohl im Qualifying als auch im Rennen. Die ersten zehn Plätze bekommen am Ende des Rennens Punkte nach folgendem Schema: 25-18-15-12-10-8-6-4-2-1. Seit vergangenem Jahr gibt es auch im Qualifying Zählbares. Für die Pole sind es drei Punkte, der Zweitschnellste bekommt zwei und der Dritte einen Punkt.

Push-to-Pass: Ein Überholknopf am Lenkrad. Damit kann der Fahrer die Leistung kurzzeitig um ca. 30 PS erhöhen. Die Benutzung ist auf zwölf Aktivierungen pro Rennen begrenzt. In den letzten fünf Runden oder sieben Rennminuten darf das System unabhängig vom Abstand zum Vordermann (ansonsten: maximal drei Sekunden) eingesetzt werden. Es kann, muss aber nicht in Verbindung mit dem bekannten DRS verwendet werden.

Regenreifen: Sie kommen dann zum Einsatz, wenn es regnet. Sie haben für die nasse Strecke ein spezielles Profil. In der Formel 1 kann ein Reifen bei Höchstgeschwindigkeit bis zu 60 Liter pro Sekunde verdrängen.

Indy-Restart: Ist die Safety-Car-Phase beendet, kommt der "Indy-Restart" zum Einsatz. Heißt: Die Autos fahren in Zweierreihen auf die Startlinie zu. Der Führende gibt dabei das Tempo vor. Legt er los, dürfen auch die anderen. Wichtig: Vor dem Überqueren der Startlinie darf kein Auto aus der Formation ausscheren.

Safety Car: Sollte es zu einem Unfall auf der Strecke kommen, kann das Safety Car zum Einsatz kommen, bis die Unfallstelle geräumt ist. Überholen ist in dieser Zeit verboten.

Session: Übersetzt bedeutet es "Sitzung". Jedes Training oder Qualifying wird im Motorsport gerne auch als Session bezeichnet.

Setup: Der englische Begriff für die Einstellungsmöglichkeiten am Auto. Nach dem richtigen Setup wird vor allem in den freien Trainings gesucht. Im Idealfall sollte das Setup perfekt zu den jeweiligen Streckenbedingungen passen, damit das bestmögliche Fahrverhalten gewährleistet ist.

Slicks: Der englische Begriff für einen profillosen Reifen. Er kommt bei trockenen Bedingungen zum Einsatz. In der DTM hat man während des Rennwochenendes nur eine bestimmte Anzahl an frischen Sätzen zur Verfügung. Sind diese aufgebraucht, muss man die bereits benutzten aufziehen. Die Reifen dürfen zudem nicht (wie früher üblich) vorgewärmt werden. Bis sie auf Temperatur sind, fährt sich das Auto wie auf Eis.

Stewards/Rennkommission: Sie sind die Regelhüter und haben über Monitore stets das ganze Geschehen im Blick. Sie verhängen auch die Strafen.

Übersteuern: Übersteuert ein Auto, neigt es dazu, in den Kurven mit den Hinterrädern wegzurutschen und mit dem Heck auszubrechen.

Untersteuern: Das Gegenteil von Übersteuern. Untersteuert ein Auto, schiebt es in einer Kurve über die Vorderräder nach außen.

Qualifying: Findet vor jedem Rennen statt und dauert 20 Minuten. In dieser Zeit wird anhand der Bestzeiten der einzelnen Fahrer die Startaufstellung ermittelt.

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